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31 Oktober 2026

Europa und Wall Street im Fall: AI-Ausgaben belasten Tech-Aktien

Die Märkte stürzen am 30. Oktober ab – schwache Tech‑Ergebnisse, steigende AI‑Kosten und wachsende Risikoaversion bestimmen das Bild.

Europa und Wall Street im Fall: AI-Ausgaben belasten Tech-Aktien

Am Freitag, dem 30. Oktober 2026, erlebten die europäischen Börsen ein starkes Minus, das von einem deutlichen Rückgang des US-Nasdaq begleitet wurde. Die Verluste entstanden vor allem nach enttäuschenden Quartalszahlen führender Technologieaktien wie Intel und Amazon, die Zweifel an den wirtschaftlichen Mehrwerten massiver Künstlicher Intelligenz-Investitionen weckten.

Parallel dazu setzte die Bank of Japan ihre angekündigte Zinspolitik fort, ließ die Leitzinsen unverändert und beschleunigte die Veräußerung ihrer ETF-Bestände ab dem nächsten Jahr. Diese geldpolitische Entscheidung verstärkte die Diskussion um die zukünftige Renditeerwartung in den breiteren Märkten.

Aktuelle Kursentwicklung der wichtigsten Indizes

Der Euro Stoxx 50 beendete den Handelstag mit einem Rückgang von -1,2 %, während der italienische FTSE MIB um -1,0 % nachgab. Im deutschen Leitindex DAX war das Minus -0,85 %, das spanische Ibex 35 fiel ebenfalls -1,0 % und der französische CAC 40 zeigte ein knappes Minus von -0,01 %. Auf der anderen Seite blieb der nasdaq-bezogene Technologieindex an der Wall Street stark im Keller, was das generelle Sentiment weiter belastete.

Währungs- und Rohstoffmärkte

Im Devisenhandel setzte sich eine leichte Schwäche des Euro fort: Das Kursverhältnis EUR/USD stand bei 1,1161, während der USD/JPY bei 157,5 lag. Rohstoffe zeigten ein gemischtes Bild – der Brent-Öl kletterte über 117 US$ pro Barrel, das Gold fiel jedoch auf knapp 3 900 US$** pro Unze. Unter den Kryptowährungen verlor der Bitcoin rund 77 463 US$.

Technologie- und AI-Kosten als Marktbremse

Die Quartalsberichte von Intel und Amazon verfehlten die Erwartungen und ließen die Anleger an der Tragfähigkeit ihrer enormen AI-Investitionen zweifeln. Beide Unternehmen hatten im Vorjahr Milliarden in Rechenzentren und spezialisierte Chiparchitekturen gesteckt, doch die aktuelle Profitabilität bleibt hinter den Prognosen zurück. Dieser Umstand hat das Vertrauen in die kurzfristige Rendite von KI-Projektionsmodellen nachhaltig erschüttert.

Auf dem italienischen Markt reagierten einzelne Unternehmen unterschiedlich: Während die Luxusmarke Moncler trotz des allgemeinen Abschwungs stimmige Kursgewinne verzeichnete, sank der Wert von Amplifon deutlich, da das Geschäft im Gesundheits- und Hörgeräte-Segment von den allgemeinen Konsumzurückhaltungen betroffen war.

Risikoverlagerung in defensive Segmente

Der wöchentliche Risk Barometer-Index fiel auf den tiefsten Stand seit April 2025 und signalisierte eine stark ausgeprägte Risikoaversion der Investoren. Im Zuge dessen verlagerte sich das Kapital vermehrt in defensivere Branchen: Der Schweizer Leitindex SMI konnte ein Plus von +0,5 % verzeichnen, während die US-Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 um -0,5 % bzw. -0,8 % zurückgingen.

Im Anleihenmarkt stieg der Spread BTP/Bund auf 4,49 %, ein Hinweis darauf, dass Investoren höhere Risikoprämien für italienische Staatsanleihen verlangen. Gleichzeitig fiel die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries um rund 30 Basispunkte gegenüber dem Oktober-Hoch, während deutsche Bundesanleihen und schweizerische Eidgenossen wieder stärker nachgefragt wurden.

Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit in Frankreich – bedingt durch geringere Wirtschaftsdaten, Proteste und politische Unklarheiten – stiegen die Renditeaufschläge französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundeswerten auf ein Niveau, das seit der Eurokrise nicht mehr erreicht worden war.

Ausblick und bevorstehende Ereignisse

In den kommenden Tagen stehen weitere geldpolitische Entscheidungen an: Die US-Federal Reserve, die Europäische Zentralbank und erneut die Bank of Japan werden ihre Zinsentscheidungen veröffentlichen. Gleichzeitig stehen die Quartalszahlen von weiteren Technologiegrößen wie Alphabet, Microsoft und Amazon bevor, die das Markt-Sentiment weiter beeinflussen könnten. Anleger sollten besonders die Entwicklung der AI-Kosten und deren Einfluss auf Unternehmensgewinne im Blick behalten.

Autor

Anna Schmidt