Im September 2026 meldete Meta den besten Monatsgewinn der Aktie seit 13 Jahren. Grund dafür ist nicht nur das klassische Werbegeschäft, sondern vor allem der neue KI-Assistent Muse der innerhalb einer Woche über 900 000 Mal heruntergeladen wurde. Die App verspricht, alltägliche Aufgaben wie das Buchen von Reservierungen, das Durchsuchen von E-Mails oder das Durchführen von Online-Käufen eigenständig zu erledigen. Nutzer erhalten dabei das Gefühl, einen persönlichen „Digital-Butler“ im Hintergrund arbeiten zu sehen.
Muse: Funktionsumfang und Integration in das Meta-Ökosystem
Der Einstieg erfolgt meist über Werbebanner auf Instagram, wo ein kurzer Hinweis darauf erscheint, dass Muse „Alltagsaufgaben delegieren“ könne. Nach der Installation lässt sich das Tool mit bestehenden Diensten wie WhatsAppMessenger und dem Facebook Marketplace verknüpfen. Dabei nutzt Muse entweder offene APIs oder greift über eine integrierte virtuelle Maschine wie ein menschlicher Nutzer auf Webseiten zu. Ein konkretes Beispiel: Der Testautor ließ Muse ein Frühstück in der San-Francisco-Bäckerei Kahnfections bestellen; das System fuhr die Seite selbst auf, legte das gewünschte Menü in den Warenkorb und stellte die Zahlung über Stripe bereit, wobei es nur den Hinweis auf den fehlenden Trinkgeldanteil gab.
Datenschutzbedenken und Kritik von Experten
Während die Bedienungsoberfläche einen freundlichen, fast cartoonhaften Avatar zeigt, wirft die dahinterstehende Datenlogik Fragen auf. Jede Interaktion wird in einem sogenannten Memory-Dokument gespeichert, das durch Antippen des Avatars einsehbar ist. Nutzer können zwar einzelne Einträge löschen, jedoch gibt es keinen Schalter, um die Speicherfunktion komplett auszuschalten. Zusätzlich fordert Muse immer wieder weitere Verknüpfungen – etwa das Anbinden von Bank- und Kontodaten für präzisere Ausgaben-Reports. Laut Meta werden alle gesammelten Informationen vor dem Training neuer Modelle „sanitized“, doch Kritiker wie Rory Mir vom Electronic Frontier Foundation betonen, dass jede Konversation direkt auf Meta-Servern landet. Calli Schroeder von der Electronic Privacy Information Center sieht das Vorgehen als erneuten Vertrauensbruch nach dem missglückten Instagram-Deep-Fake-Test.
Einfluss auf den Aktienkurs und Ausblick
Die positive Resonanz in den ersten Tagen spiegelte sich sofort im Börsenkurs wider. Analysten führen den Aufschwung vor allem auf die wachsende Akzeptanz von Muse als praktisches Tool und auf die damit verbundene Erwartung höherer Werbeeinnahmen durch personalisierte Anzeigen. Meta-Sprecher Emil Vazquez betonte, dass die Agentur „von Anfang an mit eingebauten Schutzmechanismen entwickelt“ sei, während Tarek Sheasha von den Meta Superintelligence Labs erklärte, dass die gesammelten Daten für das Training unverzichtbar seien. Für das kommende Jahr plant das Unternehmen die Einführung einer „Secure VM“, die laut Ankündigung kryptografisch sicherstellt, dass Meta keinen Zugriff auf sensible Nutzerdaten hat. Ob diese Maßnahme das Vertrauen der Öffentlichkeit stärkt, bleibt abzuwarten – doch einstweilen bleibt Muse ein zentraler Motor für den jüngsten Börsenjubel.



