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2 November 2026

EU-Raumfahrtbranche bekommt 560 Mio € durch Bank-Kooperation

Ein neues 560‑Millionen‑Euro‑Finanzierungsabkommen soll die europäische Raumfahrt beflügeln und gleichzeitig die Bilanz der Deutschen Bank stärken.

EU-Raumfahrtbranche bekommt 560 Mio € durch Bank-Kooperation

Am Freitag haben die Deutsche Bank und die Europäische Investitionsbank (EIB) ein gemeinsames Finanzierungsprogramm angekündigt, das der Luft- und Raumfahrtindustrie der Europäischen Union insgesamt 560 Millionen Euro zur Verfügung stellen soll. Die Ankündigung fiel in einem schwächeren DAX-Umfeld, während die Deutsche-Bank-Aktie um 2,6 % zurückging.

Details der Finanzierungskooperation

Das neue Kooperationsmodell fokussiert sich auf Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von wiederverwendbaren Trägerraketen über Satellitenfertigung bis hin zu Antriebssystemen und Erdbeobachtungs-Technologien. Nach Angaben der Bank sollen etwa die Hälfte der Mittel, also rund 280 Millionen Euro, in deutsche Raumfahrtprojekte fließen, der Rest verteilt sich auf weitere EU-Mitgliedstaaten. Ziel ist es, innovative Anwendungen zu unterstützen, die über den reinen Weltraumsektor hinausgehen, etwa Kommunikations- und Navigationsdienste sowie die Früherkennung von Waldbränden.

Deutsche Bank: aktuelle Finanzlage und Aktienbewertung

Im dritten Quartal 2026 meldete die Deutsche Bank einen Nachsteuergewinn von 1,9 Milliarden Euro und einen Vorsteuergewinn von 2,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Umsatz wuchs um 4 % auf 8,3 Milliarden Euro, während die Risikovorsorge bei 501 Millionen Euro lag. Für das Gesamtjahr 2026 hält das Institut an seinem Ausblick fest: Die Umsatzerlöse sollen die 33-Milliarden-Euro-Marke knacken, wenn die Märkte stabil bleiben, bei geplanten Gesamtkosten von rund 21,3 Milliarden Euro.

Regulatorisch wurde die Säule-2-Kapitalanforderung der Europäischen Zentralbank für 2027 auf 2,60 % herabgesetzt – ein Rückgang von 25 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr. Die Verschuldungsquote bleibt unverändert bei einem Aufschlag von 10 Basispunkten.

Die Analysten von UBS reagierten positiv und erhöhten das Kursziel für die Deutsche-Bank-Aktie von 37 Euro auf 38 Euro, wobei die Kaufempfehlung beibehalten wurde. Gleichzeitig bestätigte die DZ Bank ihre Kaufempfehlung und setzte den fairen Wert weiterhin bei 36 Euro an.

Internationale Finanzierungsaktivitäten der Deutschen Bank

Abseits der Raumfahrt unterstützt die Deutsche Bank weitere Großprojekte. Im Oktober wurde ihre Rolle als ursprünglicher Kreditgeber und mandatierter Lead Arranger bei einer australischen Energiefinanzierung bekannt – ein Refinanzierungsdeal über 1,75 Milliarden AUD für das Batteriespeicher-Portfolio von Akaysha Energy, das eine Leistung von 1.086 Megawatt bereitstellt.

Im selben Monat wurde die Bank von der Hong Kong Monetary Authority zu einem von zwölf primären Liquiditätsanbietern im Offshore-Renminbi-Markt ernannt. Die zweijährige Ernennung begann am 27. Oktober, gleichzeitig wurde die gesamte Renminbi-Repo-Fazilität von 20 auf 22 Milliarden RMB erhöht, was die Bedeutung der Bank im asiatischen Geldmarkt unterstreicht.

Zusammengefasst zeigen diese Aktivitäten, dass die Deutsche Bank nicht nur im Kerngeschäft, sondern auch in spezialisierten, kapitalintensiven Branchen aktiv ist – von europäischen Raumfahrtprojekten bis hin zu asiatischen Devisenmärkten.

Autor

Markus Weber