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29 Oktober 2026

Robinhood Quartalsbericht: Umsatz steigt, Kryptoumsatz bricht ein

Robinhood verzeichnet wachsenden Gesamtumsatz, aber die Kryptosparte klemmt – das drückt den Gewinn und lässt die Aktie fallen.

Robinhood Quartalsbericht: Umsatz steigt, Kryptoumsatz bricht ein

Der Neobroker Robinhood hat für das dritte Quartal 2026 seine Ergebnisse präsentiert. Der Gesamtumsatz kletterte um 12 % auf 1,42 Milliarden US-Dollar, ein Ergebnis, das über den Erwartungen vieler Analysten liegt. Trotz dieses Rekordschranks belastet jedoch ein dramatischer Einbruch im Kryptogeschäft das Ergebnis deutlich: Die Erlöse aus dem Handel mit digitalen Währungen rutschten um 55 % auf lediglich 120 Millionen US-$.

Kernzahlen im Detail

Im Quartal verzeichnete Robinhood ein netto erwirtschaftetes Ergebnis von 476 Millionen US-$, was einem Rückgang von 14 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der verwässerte Gewinn pro Aktie (EPS) sank von 0,61 $ auf 0,51 $, sodass die Aktie an der NASDAQ bei 90,64 $ notierte – ein Minus von rund 4,2 %. Der Rückgang ist nicht allein auf das schwächelnde Kryptogeschäft zurückzuführen, sondern auch auf höhere betriebliche Aufwendungen, die um 16 % auf 739 Millionen US-$ stiegen.

Krypto-Umsatz und Handelsvolumen

Der Kryptohandel erlitt den härtesten Rückschlag: Das gehandelte Volumen fiel um 38 % auf 50 Milliarden US-$, wobei die Robinhood-App besonders stark betroffen war – hier sank das Volumen um 48 % auf 21 Milliarden US-$. Im Vergleich dazu brachte die Tochtergesellschaft Bitstamp ein Volumen von 29 Milliarden US-$, ein Verlust von 28 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahlen spiegeln die anhaltende Risikoaversion privater Anleger wider, die sich nach den jüngsten Kursrückgängen bei Bitcoin (nahezu 28 % in drei Monaten) und einem allgemein schwierigen Zinsumfeld zurückhaltender zeigen.

Traditionelle Handelssegmente und Zinseinnahmen

Die übrigen Geschäftsfelder konnten den Kryptoschock teilweise auffangen. Die transaktionsbasierten Erlöse stiegen um 19 % auf 867 Millionen US-$, blieben jedoch leicht hinter den Analystenerwartungen von 879 Millionen US-$ zurück. Der Optionshandel bebte um 31 % auf 399 Millionen US-$, während der Aktienhandel ein Plus von 41 % auf 121 Millionen US-$ verbuchte. Dem entgegen stand jedoch ein Rückgang der Nettozinserträge um 9 % auf 415 Millionen US-$, bedingt durch geringere Wertpapierleihe und niedrigere kurzfristige Zinsen.

Ausblick, Risiken und Analystenmeinungen

Robinhoods Management betont, dass das Unternehmen weiterhin starkes Kundenwachstum verzeichnet: Die Nettoeinlagen beliefen sich im Quartal auf 15,7 Milliarden US-$, und die Zahl der Robinhood Gold-Abonnenten stieg um 34 % auf 5,2 Millionen. Für das laufende Jahr werden operative Kosten von 2,675 bis 2,75 Milliarden US-$ erwartet, inklusive aktienbasierter Vergütung. Auf der Risikoseite erhöhen sich die Rückstellungen für Kreditausfälle im Kreditkarten-Business von 26 Millionen auf 71 Millionen US-$, und das rückläufige Zinseinkommen macht das Ergebnis anfällig für weitere Zinssenkungen. Zudem weist das Unternehmen regulatorische Unsicherheiten im Bereich Event-Contracts aus.

Analysten bleiben gespalten: Rosenblatt hat die Aktie im Oktober mit einem „Buy“-Rating und einem Kursziel von 135 $ versehen, während die Bank of America das Ziel auf 156 $ hochgezogen hat. JPMorgan zeigte sich mit einem „Neutral“-Rating und einem Ziel von 115 $ vorsichtiger, und Wells Fargo senkte sein Kursziel auf 120 $. Die jüngsten Kursverluste – von 3,07 % bis zu 8 % im Vor- und Nachbörsenhandel – setzen den Markt jedoch unter Druck und verdeutlichen, dass das Ergebnis sowohl Chancen als auch bedeutende Herausforderungen für die Zukunft von Robinhood birgt.

Autor

Anna Schmidt