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27 Oktober 2026

KI-Milliarden im Fokus: Was die Quartalszahlen der Tech-Giganten verraten

Microsoft, Alphabet und Amazon veröffentlichen ihre Quartalszahlen und zeigen, ob die hohen KI‑Investitionen profitabel werden.

KI-Milliarden im Fokus: Was die Quartalszahlen der Tech-Giganten verraten

Am 28. Oktober 2026 präsentieren Microsoft und Alphabet ihre neuesten Quartalsberichte, Amazon folgt am 29. Oktober. Für die Anleger steht nicht nur das klassische Ergebnis im Fokus, sondern vor allem die Frage, ob die bisher in künstliche intelligenz (KI) geflossenen Milliardenausgaben bereits barmherziges Wachstum erzeugen.

Während Microsoft sein erstes Quartal des Geschäftsjahres 2027 (Juli-September 2026) abschließt, berichtet Alphabet über das dritte Quartal 2026. Beide Unternehmen geben in den Telefonkonferenzen detaillierte Einblicke in ihre Investitionsstrategien und das erwartete Cloud-Wachstum, das als Haupttreiber für die KI-Rendite gilt.

Steigende Investitionsbudgets – Zahlen im Überblick

Alphabet hat seine Jahresprognose von 180-190 Mrd. USD auf 195-205 Mrd. USD angehoben. Bei Amazon stieg die geplante Summe von rund 200 Mrd. USD auf etwa 220 Mrd. USD, begründet durch höhere Speicherchip-Preise. Microsoft hingegen veröffentlicht quartalsweise Budgets – im vierten Quartal 2026 lagen die Ausgaben bei rund 41 Mrd. USD, im kommenden Quartal erwartet das Unternehmen mehr als 50 Mrd. USD, inklusive eines nicht offengelegten Effekts aus geänderten Nutzungsdauern.

Die Cloud-Sparten dieser Unternehmen zeigen jedoch unterschiedliche Dynamiken. Google Cloud verzeichnete im zweiten Quartal 2026 ein Umsatzplus von 82 % auf 24,8 Mrd. USD, während Amazon Web Services (AWS) ein Wachstum von 36,7 % mit einer operativen Marge von 39 % meldete. Microsofts Azure strebt für das laufende Quartal ein Wachstum von 44-45 % an, gemessen in konstanten Währungen.

Marktreaktionen und Risikofaktoren

Schon vor Beginn der Berichtssaison geriet der Nasdaq-100 unter Druck: vom Rekord von 31.361 Punkten am 6. Oktober fiel er innerhalb weniger Tage um rund 4,8 % und erreichte am 14. Oktober ein neues Tief. Zusätzlich sorgt das schwächelnde Vertrauen in KI-Infrastruktur-Anbieter wie CoreWeave für Unsicherheit – das Unternehmen verlor am 14. Oktober 15,5 % seiner Marktkapitalisierung, während die Risikoaufschläge auf seine fünfjährigen Credit-Default-Swaps zeitweise über 1.000 Basispunkte stiegen.

Die bevorstehende Zinspolitik der US-Notenbank verstärkt die Situation: Die meisten Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der Leitzins im Intervall von 3,75 % bis 4,00 % unverändert bleibt. Höhere Zinsen verteuern die Kreditaufnahme für Rechenzentrums-Expansionen und drücken die Bewertung von Technologieaktien, weil zukünftige Gewinne mit einem höheren Diskontsatz abgewertet werden.

Was die Quartalszahlen entscheiden werden

Analysten erwarten für Alphabet einen Umsatz von rund 128 Mrd. USD, ein Plus von etwa 24 % zum Vorjahr, wobei das Wachstum von Google Cloud ein zentrales Kriterium für die Bewertung der Aktie darstellt. Microsofts Prognose für Azure liegt bei 45 % Wachstum, während das Unternehmen gleichzeitig Investitionen von über 50 Mrd. USD im gleichen Quartal ausweisen will – das entspricht mehr als der Hälfte des erwarteten Gesamtumsatzes von rund 90 Mrd. USD. Für Amazon wird ein Gesamtumsatz von circa 202 Mrd. USD erwartet, wobei der Fokus auf dem Auftragsbestand von AWS liegt, der im letzten Quartal von 364 Mrd. USD auf 496 Mrd. USD gestiegen ist.

Wenn das Cloud-Wachstum den Investitionsaufwand deutlich übertrifft, könnte dies das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen und die derzeitige Abschwächung an den Technologiemärkten stoppen. Sollte das Gegenteil eintreten – also ein langsameres Umsatzwachstum bei weiterhin hohen Ausgaben – könnte die Branche erneut mit Kursverlusten und verstärktem Fokus auf Cash-Flow-Probleme konfrontiert werden, wie es kürzlich bei Meta Platforms der Fall war.

Autor

Markus Weber