Am 6. September 2026 steht die Wahl zum neuen Landtag in Sachsen-Anhalt an. Die Lokalredaktion Merseburg hat drei Wahlforen organisiert, um den Wählern die Möglichkeit zu geben, die Direktkandidaten der jeweiligen Wahlkreise kennenzulernen. Den Auftakt machte ein Wahlforum mit den Direktkandidaten des Wahlkreises 32 (Querfurt) auf der Burg der Quernestadt. Fast 80 Menschen folgten der Einladung.
Die Direktkandidaten Eva Feußner (CDU), Raphael Coccejus (SPD), Ramona Hoyer (FDP), Susanne Otto (Grüne), Jan Mühlstädt (PDF), Andreas Tschurn (Linke) und Hans-Thomas Tillschneider (AfD) stellten sich den Fragen von MZ-Redakteur Robert Briest. Die Diskussion drehte sich um Themen wie BildungÖPNVEnergiepolitikFinanzenZuwanderung und Demokratie.
Bildung: Lehrermangel und Schulsozialarbeit
Ein zentrales Thema war der Lehrermangel. Andreas Tschurn (Linke) betonte die Notwendigkeit einer besseren Ausstattung und kostenfreier Lehrmittel. Hans-Thomas Tillschneider (AfD) schlug vor, Schulen von nichtschulischen Aufgaben zu befreien. Susanne Otto (Grüne) forderte die Integration von Migrantenkindern in reguläre Klassen und eine Stärkung des Lehrerstudiums.
Jan Mühlstädt (PDF) schlug vor, Referendaren kostenlosen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Ramona Hoyer (FDP) schlug einen Wechsel zwischen Homeschooling und Präsenzunterricht vor. Eva Feußner (CDU) präsentierte die Weltenretter-Initiative und betonte die Notwendigkeit einer anderen Schulorganisation. Raphael Coccejus (SPD) forderte attraktive Rahmenbedingungen für Lehrer und eine Erhöhung der pädagogischen Mitarbeiter.
Schulsozialarbeit und ÖPNV
Die Finanzierung der Schulsozialarbeit ist nur bis 2028 gesichert. Susanne Otto (Grüne) betonte die Wichtigkeit der Schulsozialarbeit und forderte unbefristete Stellen. Hans-Thomas Tillschneider (AfD) war dagegen und sah die Sozialarbeit nicht als Aufgabe der Schule. Raphael Coccejus (SPD) und Ramona Hoyer (FDP) unterstützten die Schulsozialarbeit und forderten ihre feste Verankerung.
Ein weiteres Thema war der ÖPNV in ländlichen Gebieten. Hans-Thomas Tillschneider (AfD) betonte die Wichtigkeit des eigenen Autos. Susanne Otto (Grüne) und Raphael Coccejus (SPD) forderten den Ausbau des ÖPNV mit Klein- und Rufbussen. Eva Feußner (CDU) kritisierte das Deutschlandticket und schlug sternförmige Strecken mit Kleinbussen vor. Andreas Tschurn (Linke) forderte mehr Kleinbusse und eine barrierefreie Gestaltung des ÖPNV.
Die AfD und die Brandmauer
Die AfD liegt in Umfragen bei 43 Prozent und dominiert die Debatte. Die etablierten Parteien planen Koalitionen ohne die AfD. Die AfD setzt auf Themen wie Abschiebestrukturen, Grenzschutz, Bildungspflicht statt Schulzwang und eine härtere Sicherheitspolitik. Die Debatte dreht sich um die sogenannte Brandmauer die eine Zusammenarbeit mit der AfD verhindern soll.
Die AfD fordert eine Abschaffung der Schulpflicht zugunsten einer Bildungspflicht. Eine Lehrerin aus Wernigerode fragte, wie Chancengleichheit entstehen soll. Ulrich Siegmund (AfD) argumentierte, dass Homeschooling Kindern helfen könne, die in der Schule massiv ausgegrenzt werden. Lydia Hüskens (FDP) setzte sich dagegen für die Beibehaltung der Schulpflicht ein.
Die Polarisierung in der Gesellschaft wurde ebenfalls thematisiert. Eine Zuschauerin fragte, wie die Spaltung überwunden werden könne. Ulrich Siegmund forderte, in Ruhe miteinander zu reden. Die Debatte zeigte, wie schnell Themenblöcke wie Bildung, Forschung und internationale Konfliktlinien im Wahlkampf miteinander verknüpft werden.



