Im Juli 2025 hatte Kanzler Friedrich Merz die Gründungsrunde der Unternehmensinitiative Made for Germany im Kanzleramt initiiert. Seitdem haben sich insgesamt 147 Unternehmen und Kapitalgeber angeschlossen und bekennen sich zu einem Investitionsvolumen von mehr als 850 Milliarden Euro bis zum Jahresende 2028. Bereits im laufenden Jahr 2025 allein wurden rund 200 Milliarden Euro in Projekte am deutschen Standort gebunden.
Die beteiligten Firmen – darunter Schwergewichte wie Siemens und die Deutsche Bank – betonen, dass das Kapital nicht nur aus bereits geplanten Vorhaben stammt, sondern zum Teil neu generiert wurde. Während einige Branchen ihre Ausgaben leicht nach oben korrigierten, haben andere ihre Pläne moderat zurückgefahren, sodass die Gesamtsumme um einen niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag wuchs.
Mitgliederentwicklung und Gesamtvolumen
Ursprünglich hatten 61 Unternehmen im Juli 2025 ein Investitionspaket von mindestens 631 Mrd. Euro zugesagt. Die Initiative hat sich seither fast verdoppelt, sodass jetzt 147 Unternehmen ein kollektives Commitment von über 850 Mrd. Euro vorlegen. Dieser Sprung verdeutlicht das wachsende Vertrauen in die ökonomischen Rahmenbedingungen und die langfristige Attraktivität des Standorts Deutschland.
Die Aufstockung der Finanzmittel ist jedoch nicht gleichmäßig verteilt. Energieversorger und Kapitalinvestoren haben ihre Zusagen nach oben korrigiert, weil sie von der zunehmenden Energiewende und den damit verbundenen Infrastrukturprojekten profitieren wollen. Im Gegensatz dazu haben Betreiber von Verkehrsinfrastruktur ihre Investitionspläne zurückgefahren, und im Pharmasektor ist die Bereitschaft, neue Summen zu binden, zurückhaltender.
Sektorale Schwerpunkte und technologische Ausrichtung
Ein zentraler Fokus liegt auf der Beschleunigung von Industrie-KI und der Digitalisierung von Produktionsprozessen. Siemens-Chef Roland Busch betont: „Deutschland verfügt über alle Grundvoraussetzungen für Wachstum; wir müssen jetzt Reformen beschleunigen und die Chance der industriellen KI konsequent nutzen.“ Die Unternehmen sehen in der Künstlichen Intelligenz ein Schlüsselelement, um wettbewerbsfähig zu bleiben und neue Wertschöpfungsketten zu erschließen.
Die Deutsche Bank, vertreten durch CEO Christian Sewing, hebt zudem die Notwendigkeit stabiler Rahmenbedingungen hervor. Ohne verlässliche politische Signale, transparente Förderprogramme und ein starkes Kapitalmarktsystem könnten private Investitionen nicht in dem gewünschten Tempo fließen.
Politische Forderungen und Ausblick bis 2028
Im Austausch mit Kanzler Merz, Finanzminister Lars Klingbeil und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche wurde ein gemeinsames Verlangen nach gezielten Reformen laut. Die Initiative fordert Maßnahmen, die Unternehmen und Bürger gleichermaßen entlasten, den Ausbau neuer Technologien unterstützen und die Kapitalmärkte stärken, damit privates Geld schneller in Innovation, Infrastruktur und neue Arbeitsplätze investiert werden kann.
Die Botschaft bleibt eindeutig: „Wir glauben an Deutschland. Wir wollen hier investieren.“ Die angekündigten 850 Mrd. Euro sollen nicht nur die vorhandene Produktionsbasis modernisieren, sondern auch neue Industriezweige schaffen, die langfristig Wachstum und Beschäftigung sichern. Der Erfolg der Initiative wird künftig davon abhängen, wie schnell politische Entscheidungen umgesetzt werden und inwieweit die zugesagten Reformen das Investitionsklima tatsächlich verbessern.



