Die globale Versorgung mit kritischen Rohstoffen wie LithiumSeltene Erden und Kobalt steht vor großen Herausforderungen. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt in ihrem jüngsten Bericht vor einer zunehmenden Konzentration der Lieferketten und fordert Maßnahmen für eine diversifizierte und widerstandsfähigere Versorgung.
Die geografische Konzentration der Verarbeitungskapazitäten für diese Rohstoffe hat in den letzten zwei Jahren weiter zugenommen. Mehr als drei Viertel des Kapazitätswachstums entfielen auf die bereits führenden Länder China und Indonesien. Diese Entwicklung birgt erhebliche Risiken für die globale Wirtschaft und die Energieversorgung.
Die wachsende Abhängigkeit von wenigen Ländern
Die IEA betont, dass die Abhängigkeit von wenigen Ländern für die Versorgung mit kritischen Rohstoffen ein wachsendes Problem darstellt. In den letzten zwei Jahren stammte praktisch das gesamte Angebotswachstum bei ManganNickel und Graphit von den jeweils marktbeherrschenden Anbietern. Diese Konzentration führt zu wirtschaftlichen Herausforderungen und erhöht die Anfälligkeit der globalen Lieferketten.
Die EU und andere Staaten haben sich zum Ziel gesetzt, bei der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen unabhängiger zu werden. Trotz dieser Bemühungen sind die Investitionen in die Lieferketten um neun Prozent zurückgegangen. Die IEA macht insbesondere geopolitische Spannungen und Preisschwankungen dafür verantwortlich.
Staatliche Maßnahmen zeigen erste Erfolge
Es gibt jedoch auch ermutigende Anzeichen für Fortschritte. Die IEA stellt fest, dass staatliche Maßnahmen zur Unterstützung des Ausbaus und der Diversifizierung der Versorgung mit kritischen Mineralien Wirkung zeigen. Neue Projekte in den USA und Produktionssteigerungen in Malaysia führen dazu, dass der Marktanteil des führenden Anbieters sinkt.
„Unsere jüngste Analyse zeigt, dass enorme wirtschaftliche Werte von relativ geringen Mengen kritischer Mineralien abhängen, deren Lieferketten nach wie vor stark konzentriert und daher anfällig sind“, sagte IEA-Direktor Fatih Birol. „Dennoch gibt es ermutigende Anzeichen für Fortschritte – unter anderem in den Lieferketten für seltene Erden –, wo gezielte politische Maßnahmen und Investitionsförderung allmählich Wirkung zeigen.“
Die Bedeutung einer diversifizierten Versorgung
Eine diversifizierte Versorgung mit kritischen Rohstoffen könnte zwar mit höheren Kosten verbunden sein. In Zeiten geopolitischer Unsicherheit lässt sich dies jedoch als eine Form der wirtschaftlichen Absicherung gegen erhebliche Versorgungsrisiken betrachten. Die IEA fordert die Industriestaaten auf, Maßnahmen für vielfältige und widerstandsfähige Lieferketten zu ergreifen.
Die globale Wirtschaft und die Energieversorgung hängen in zunehmendem Maße von kritischen Rohstoffen ab. Eine sichere und stabile Versorgung mit diesen Rohstoffen ist daher von entscheidender Bedeutung. Die IEA warnt vor den Risiken einer wachsenden Abhängigkeit von wenigen Ländern und fordert Maßnahmen für eine diversifizierte und widerstandsfähigere Versorgung.
