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23 Juni 2026

SpaceX-Aktie fällt um 16 Prozent: Was steckt hinter dem Absturz?

Die SpaceX-Aktie hat nach einem erfolgreichen Börsengang einen deutlichen Kursrutsch erlebt. Was sind die Gründe dafür und welche Auswirkungen hat dies auf die Investoren?

SpaceX-Aktie fällt um 16 Prozent: Was steckt hinter dem Absturz?

Die SpaceX-Aktie hat nach einem euphorischen Börsengang einen deutlichen Kursrutsch erlebt. Nach einem anfänglichen Höhenflug auf über 200 US-Dollar fiel das Papier des von Elon Musk gegründeten Unternehmens am Montag zum Handelsschluss in New York um 16,4 Prozent auf rund 155 US-Dollar.

In den ersten beiden vollen Handelstagen hatte SpaceX mit seiner Marktkapitalisierung zeitweise die 2,5-Billionen-Dollar-Marke überschritten und sogar amazon und kurzzeitig Microsoft überholt. Der Ausgabekurs hatte bei 135 Dollar gelegen, doch der anschließende Absturz hat die Gewinne vieler Retailinvestoren die zu höheren Kursen eingestiegen waren, zunichtegemacht.

Privatanleger setzen auf SpaceX

Der Handel mit SpaceX-Aktien war in den letzten Wochen besonders stark von Privatanlegern geprägt. Laut Daten von Vanda Research kauften Privatanleger in der vergangenen Woche mehr SpaceX-Aktien als alle „Magnificent Seven“-Papiere zusammen. Zu diesen sieben am meisten beachteten Technologie-Unternehmen am US-Aktienmarkt zählen NvidiaAppleAlphabetMicrosoftAmazonMeta und Tesla.

Expansion und Schuldenaufnahme

SpaceX hat kürzlich angekündigt, den Bondmarkt anzapfen zu wollen. Das Unternehmen verfügte am 19. Juni über 100,8 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und Barmitteläquivalenten. Die Ratingagentur Moody’s bewertete SpaceX mit der Note „BAA1“, was einer im Schnitt guten Bonität mit nur leichtem Kreditrisiko entspricht.

Ein weiterer Grund für den Kursrutsch könnte die Ankündigung sein, dass SpaceX eine Unternehmensanleihe in Höhe von mindestens 20 Milliarden Dollar begibt. Das frische Geld soll zur Umschuldung und für die aggressive Expansion des Unternehmens verwendet werden. Trotz der positiven Bewertungen durch Ratingagenturen bleiben Risiken bestehen, da SpaceX bis 2029 mit negativen freien Cashflows rechnet.

Fokus auf Künstliche Intelligenz und Starlink

Ein Großteil des Kapitals fließt in den Aufbau von orbitalen Rechenzentren. SpaceX kooperiert dabei mit ReflectionAI und liefert Rechenleistung über Nvidia-Cluster. Der Deal bringt monatlich 150 Millionen Dollar ein und hat ein Gesamtvolumen von 6,3 Milliarden Dollar.

Dieser Schritt folgt auf die Übernahme der KI-Plattform Cursor für 60 Milliarden Dollar. SpaceX plant, sein Starlink-Satellitennetzwerk für Hochleistungsrechnen im All zu nutzen. Starlink selbst bleibt das finanzielle Rückgrat des Unternehmens mit über zehn Millionen Abonnenten und arbeitet hochprofitabel.

Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht. Die rasanten Kursausschläge hängen auch mit der Aktienstruktur zusammen, da nur etwa vier bis fünf Prozent der Papiere frei handelbar sind. Trotz des aktuellen Rücksetzers notiert die Aktie noch 22 Prozent über dem Ausgabepreis.

Operativ bleibt das Bild gemischt. Einem starken Umsatz im vergangenen Jahr stand ein Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar gegenüber. Auch das erste Quartal 2026 endete tief in den roten Zahlen. Ende Juni steht nun der 13. Testflug des Starship-Programms an, ein Erfolg hierbei ist zwingend nötig, um die langfristigen Pläne für Missionen in den tiefen Weltraum zu sichern.

Autor

Markus Weber