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15 Juli 2026

Schienennetzausbau: Bund erhöht Investitionen auf 222 Euro pro Kopf

Trotz Rekordinvestitionen von 222 Euro pro Kopf bleibt das deutsche Schienennetz in einem kritischen Zustand. Was sind die Gründe und Lösungsansätze?

Schienennetzausbau: Bund erhöht Investitionen auf 222 Euro pro Kopf

Im Jahr 2026 hat der Bund erneut seine Investitionen in das Schienennetz erhöht. Mit 222 Euro pro Kopf wurden deutlich mehr Mittel bereitgestellt als im Vorjahr. Doch trotz dieser finanziellen Spritze bleibt der Zustand der Bahninfrastruktur weiterhin kritisch. Die Allianz Pro Schiene und die Unternehmensberatung SCI Verkehr haben die aktuellen Zahlen ausgewertet und fordern langfristige Planungssicherheit.

Die Zustandsnote des Schienennetzes liegt weiterhin bei 3,0, was auf erhebliche Sanierungsbedürftigkeit hinweist. Alle Anlagen mit einer Note von 4 oder schlechter gelten als erneuerungsbedürftig. Die Deutsche Bahn hat 2026 rund 26.000 Baustellen absolviert, doch diese Maßnahmen reichen offenbar nicht aus, um den Zustand des Netzes nachhaltig zu verbessern.

Investitionen und ihre Grenzen

Die Investitionen des Bundes in das Schienennetz sind im Jahr 2026 auf 222 Euro pro Kopf gestiegen, nach 198 Euro im Jahr 2026. Die Allianz Pro Schiene betont, dass diese Mittel nicht von Jahr zu Jahr abhängig von den verfügbaren Haushaltsmitteln sein dürfen. Dirk Flege Verbandsgeschäftsführer der Allianz Pro Schiene, fordert eine verlässliche Finanzierung über mehrere Jahre, ähnlich wie es in der Schweiz seit vielen Jahren praktiziert wird.

Trotz der Milliarden-Investitionen bleibt das Schienennetz in einem maroden Zustand. Die DB InfraGo die für die Infrastruktur zuständige Bahn-Tochter, hat 2026 rund 26.000 Baustellen umgesetzt. Doch die Zustandsnote des Netzes blieb bei 3,0. Alle Anlagen mit einer Note von 4 oder schlechter gelten als erneuerungsbedürftig. Zusätzlich zu altersbedingtem Verschleiß setzt auch die mutwillige Zerstörung der Infrastruktur der Bahn zu. Die Deutsche Bahn war 2026 in 2200 Fällen Ziel von Sabotage, sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Neue Konkurrenz für die Deutsche Bahn

Ab 2028 will der italienische Bahnkonzern Italo der Deutschen Bahn mit ICE- und Intercity-Zügen zwischen Metropolen Konkurrenz machen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hält mehr Wettbewerb im Bahn-Fernverkehr grundsätzlich für eine gute Sache. Allerdings müsse sichergestellt sein, dass dadurch die Anbindung in der Fläche nicht leide.

„Ich möchte natürlich nicht, dass es ein Unternehmen gibt, das sich nur lukrative Strecken raussucht und mit den lukrativen Strecken viel Geld verdient und es an anderen Stellen im Netz und in der Verbindung ein Problem gibt“, sagte Schnieder. Die Italo-Pläne sehen vor, zunächst die Strecken München-Frankfurt-Köln-Dortmund im Stundentakt und München-Berlin-Hamburg alle zwei Stunden zu fahren. Italo will dafür 30 Hochgeschwindigkeitszüge für 56 tägliche Zugverbindungen ab dem Frühjahr 2028 auf die Gleise schicken.

Politische Reaktionen und Forderungen

Die FDP fordert einen konsequenteren Bürokratieabbau, um die deutsche Wirtschaft von ihren bürokratischen Fesseln zu lösen. Martin Hagen, Generalsekretär der FDP, betont, dass die Bundesregierung beim Bürokratieabbau endlich liefern müsse. „Bürokratie vernichtet Wohlstand, aber die Bundesregierung agiert bei diesem Thema viel zu zögerlich und mutlos“, sagte Hagen.

Die CSU dringt bei der Pflegereform trotz nötiger Einsparungen auf weitere Unterstützung pflegender Angehöriger. Die politischen Diskussionen zeigen, dass die Investitionen in die Schieneninfrastruktur nur ein Teil der Herausforderungen sind, vor denen Deutschland steht.

Autor

Markus Weber