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8 Juni 2026

Riester-Nachfolger: Alles über das neue Altersvorsorgedepot ab 2027

Ab 2027 ersetzt das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente. Erfahren Sie, was sich ändert und worauf Sie achten müssen, bevor Sie einen Vertrag abschließen.

Riester-Nachfolger: Alles über das neue Altersvorsorgedepot ab 2027

Ab dem Jahr 2027 wird das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente als staatlich geförderte Altersvorsorge ablösen. Die Reform, die bereits vom Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde, verspricht weniger Bürokratie, höhere Renditechancen und eine großzügigere Förderung. Doch trotz der verbesserten Rahmenbedingungen gibt es einige Fallstricke, die Verbraucher kennen sollten, bevor sie einen Vertrag unterschreiben.

Die Riester-Rente ist in der Vergangenheit aufgrund ihrer schlechten Renditen und hohen Kosten in die Kritik geraten. Ein großer Teil des Geldes musste in schwach verzinste Anleihen fließen, während die Kosten von oft 2 bis 3 Prozent pro Jahr die Rendite auffraßen. Mehr als jeder vierte Riester-Vertrag wurde bereits gekündigt oder stillgelegt.

Die wichtigsten Änderungen beim Altersvorsorgedepot

Das neue Altersvorsorgedepot bringt einige Verbesserungen mit sich. Die Garantiepflicht fällt weg, sodass das Geld nun vollständig in Aktien-ETFs investiert werden kann. Dies erhöht die Renditechancen erheblich. Die staatliche Förderung ist einfacher und großzügiger als bei der Riester-Rente, und erstmals sind auch Selbstständige förderberechtigt.

Doch es gibt auch einige Punkte, die Verbraucher beachten sollten. Der Gesetzgeber hat zwar eine Kostenobergrenze eingeführt, diese gilt jedoch nur für sogenannte Standarddepots. Diese einfachen Basisprodukte dürfen maximal 1,0 Prozent der Anlagesumme pro Jahr kosten. Doch selbst dieser Deckel ist hoch, wenn man bedenkt, dass ein günstiger ETF oft nur 0,1 bis 0,2 Prozent pro Jahr kostet.

Die Kostenfalle: Teure Premium-Produkte

Neben den Standarddepots dürfen Banken und Versicherungen auch andere Produkte mit mehr Fondsauswahl, Garantien und persönlicher Betreuung anbieten. Für diese Produkte gilt die Kostenobergrenze von einem Prozent nicht. Solche Angebote könnten Gesamtkosten von 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr oder mehr verursachen. Sie werden wahrscheinlich als attraktive Premium-Varianten vermarktet, bieten aber oft keinen echten Mehrwert.

Ein Rechenbeispiel der Verbraucherzentrale zeigt, wie stark Kosten langfristig wirken. Angenommen, Ihre Geldanlage erzielt 6 Prozent Rendite pro Jahr und Sie zahlen dafür jährlich 1,0 Prozent Kosten. Nach 40 Jahren hat die Kostenbelastung rund ein Drittel Ihrer gesamten Kapitalmarkterträge aufgefressen. Dieser Kosten-Kosten-Effekt wächst exponentiell mit der Zeit, ähnlich wie beim Zinseszins.

Vorsicht bei Verkaufsgesprächen

Die Verbraucherzentrale warnt vor einer noch nie dagewesenen Verkaufswelle. Wer ein Verkaufsgespräch auf Provisionsbasis führt, sollte dies mit gesunder Skepsis tun. Der Berater verdient daran, Ihnen ein bestimmtes Produkt zu verkaufen. Auch sogenannte Vergleichsportale im Internet sind nicht immer neutral, da sie über Vermittlungsprovisionen verdienen.

Bei einer Beratung sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass die beratenden Personen oder Portale auch Geld verdienen möchten. Es ist wichtig, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und sich in Ruhe zu informieren. Das Depot startet erst 2027, Sie haben also Zeit, sich gründlich zu informieren.

Warten Sie das staatliche Standardprodukt ab, das ein günstiges Basisangebot für alle werden soll. Vergleichen Sie dessen Konditionen mit privaten Angeboten, bevor Sie einen Vertrag abschließen. Lesen Sie das Kleingedruckte und achten Sie darauf, dass manche Anbieter mit niedrigen Einstiegskosten locken, sich aber das Recht vorbehalten, die Gebühren später anzuheben. Vergessen Sie nicht die Steuern, da die spätere Rente mit dem persönlichen Einkommensteuersatz voll besteuert wird.

Autor

Markus Weber