Am 3. Oktober 2026 hat der Vorstand von Intesa Sanpaolo nach einem außerordentlichen Sitzungsbeschluss bekanntgegeben, dass der cash-Anteil seiner Offerte für die Monte dei Paschi di Siena (MPS) um 0,25 Euro pro Aktie erhöht wird. Damit steigt das Barangebot von 1,00 Euro auf 1,25 Euro je übernommener Aktie, während das gesamte Finanzvolumen der Offerte bei vollständiger Annahme auf 31,4 Mrd. Euro anwächst.
Die Erhöhung wird im Zuge der bereits angekündigten Offerta Pubblica di Acquisto e Scambio (Opas) umgesetzt, die sowohl Aktien als auch Geldkomfort beinhaltet. Intesa betont, dass die neue Geldkomponente den Aktionären von MPS einen sofortigen, greifbaren Mehrwert verschafft, ohne die bereits geplanten Aktientausche zu verändern.
Finanzielle Eckdaten der überarbeiteten Opas
Bei einer vollständigen Beteiligung der MPS-Aktionäre würde der Gegenwert der Offerte sich wie folgt zusammensetzen: etwa 27,6 Mrd. Euro entfielen auf Aktientausche – konkret 16 Intesa-Aktien für jeweils 10 MPS-Aktien – während 3,8 Mrd. Euro in bar ausgezahlt würden. Die Gesamtsumme von 31,4 Mrd. Euro macht das Angebot zu einem der größten seit der Bankenkrise in Italien.
Der aktuelle Austausch-Kurs, der im Juni bekannt gegeben wurde, bleibt vorerst unverändert, kann jedoch nach einer möglichen Vorabauszahlung des Dividendenvorschusses von Ca‘ de Sass im Jahr 2026 angepasst werden. Durch diese Flexibilität soll sichergestellt werden, dass das wirtschaftliche Gleichgewicht zwischen den beiden Instituten gewahrt bleibt.
Bedingungen für die Wirksamkeit und mögliche Aufhebung
Intesa hat klargestellt, dass die Offerte an bestimmte Wirksamkeitsbedingungen geknüpft ist. Erreicht MPS in seiner Hauptversammlung am 29. Oktober die Zustimmung zu eigenen Austausch-Offers auf Banco BPM und Banca Generali oder genehmigt die freiwillige Kapitalherabsetzung, wird Intesa die Erfüllung der Bedingungen als nicht erfüllt ansehen und die Offerte endgültig für unwirksam erklären.
Ein weiteres Szenario betrifft die geplante Sonderdividende von 4,5 % von Assicurazione Generali die über die Beteiligung von Mediobanca an MPS ausgezahlt werden soll. Auch diese Maßnahme würde, sofern sie vom Aktionärsbund ratifiziert wird, das Ende der Intesa-Offerte auslösen.
Strategische Hintergründe und regionale Versprechen
Intesa kritisiert das von MPS vorgelegte Projekt als „Discount-Deal“ ohne echten Mehrwert, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass das eigene Angebot „ein signifikantes, sofortiges und nachhaltiges Wertversprechen für die MPS-Aktionäre und für Siena darstellt.“ Zusätzlich hat die Bank angekündigt, im Zuge der geplanten Integration weitere konkrete Initiativen für Siena und die gesamte Toskana zu starten, darunter ein neuer Technologie-Hub und die Einrichtung einer sekundären Hauptverwaltung vor Ort.
Durch die mögliche Fusion würde ein Finanzverbund mit rund 27 Millionen Kunden und einem Intesa betont, dass solche Synergien vor allem im Kreditgeschäft für die Region Toscana maßgeblich seien und gleichzeitig die operative Komplexität minimiert werden solle, weshalb eine direkte Integration gegenüber einer Fusion von Mediobanca bevorzugt wird.



