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25 Juli 2026

Ifo-Umfrage zeigt alarmierende Trends: 16% der Unternehmen streichen Investitionen

Die deutsche Industrie steht vor großen Herausforderungen. Die Ifo-Umfrage zeigt, dass 16% der Unternehmen Investitionen streichen. Wie können Anleger ihr Portfolio schützen?

Ifo-Umfrage zeigt alarmierende Trends: 16% der Unternehmen streichen Investitionen

Die deutsche Industrie steht vor erheblichen Herausforderungen. Laut der jüngsten Ifo-Umfrage haben 16% der Industriefirmen ihre Investitionen komplett gestrichen. Vor einem Jahr waren es noch 9%. Diese Entwicklung ist ein klares Indiz für einen Substanzverlust, der sich in den kommenden Jahren in den

Während die US-Berichtssaison mit Unternehmen wie Alphabet und Tesla die internationalen Märkte prägt, stellt sich für deutsche Anleger die Frage, wo sie noch verlässliche Erträge finden können. Die klassische Industrie verliert an Zugkraft, und die Suche nach alternativen Anlagemöglichkeiten wird immer dringender.

Die Auswirkungen der US-Zölle

Die Ifo-Umfrage zeigt ein eindeutiges Bild: Mehr als 60% der deutschen Unternehmen leiden unter den US-Zöllen. In der Autoindustrie sind es sogar 74%. Die Reaktionen auf diese Belastung sind unterschiedlich. Neben den 16% der Firmen, die Investitionen komplett streichen, verschieben 33% ihre Projekte. Nur 34% können die Zollkosten an ihre US-Kunden weiterreichen.

Diese Entwicklung ist mehr als eine vorübergehende Konjunkturdelle. Wenn fast jede sechste Firma Investitionen streicht, sinkt die zukünftige Produktivität und damit die strukturelle Ertragskraft klassischer DAX-Industriewerte. Verschärfend kommt hinzu, dass 63% der Befragten keine Entspannung beim Zollniveau erwarten. Diese Erwartungshaltung zementiert die Zurückhaltung und wirkt wie ein Bremsklotz für die Wirtschaft.

Alternative Anlagemöglichkeiten

In diesem schwierigen Umfeld zeigen Unternehmen wie Friedrich Vorwerk, wie ein Gegengewicht aussehen kann. Der Spezialist für Energieinfrastruktur hat seine EBITDA-Prognose für 2026 von 160–180 auf 180–200 Millionen Euro angehoben. Die Zahlen stützen den Optimismus: Das operative Ergebnis im ersten Halbjahr sprang um 70% auf 92,6 Millionen Euro, der Auftragseingang kletterte auf 321 Millionen Euro (Vorjahr: 220 Millionen), und der Umsatz legte um 11% auf 337,3 Millionen zu. Die Aktie reagierte mit einem Plus von 8,42% auf 74,65 Euro.

Friedrich Vorwerk profitiert von Trends, die von der Zollfrage entkoppelt sind. Netzausbau und Energiewende sind politisch fixierte Ausgabenprogramme im Inland. Die Bundesnetzagentur startet die StromVKG-Ausschreibung über 4.500 Megawatt Langzeitkapazität, erster Gebotstermin ist der 8. September. Auch die Wasserstoff-Fantasie ist real: Bei RWE Lingen soll ab November eine Gasturbine von Kawasaki für den vollständigen Wasserstoffbetrieb laufen.

Rheinmetall: Ein Blick auf den Rüstungssektor

Bayerns Ministerpräsident Söder und Staatssekretär Schmid setzten heute in Aschau am Inn den ersten Spatenstich für Europas größte Pulverfabrik. Rheinmetall baut dort auf 90 Hektar Kapazitäten für Treibladungskomponenten. Es ist die physische Manifestation eines Aufrüstungstrends, der den Rüstungssektor seit Jahren trägt.

Die Aktie von Rheinmetall notiert bei 1.017,20 Euro (+1,40%), liegt aber rund die Hälfte unter dem 52-Wochen-Hoch von 2.007 Euro. Die Investitionsthese bleibt intakt, aber die Bewertung ist der Realität nach der fulminanten Rallye der Vorjahre zeitweise vorausgeeilt. Für Anleger stellt sich die klassische Frage nach dem Einstiegszeitpunkt.

Gold als sicherer Hafen

Während Aktien um Richtung ringen, hält sich Gold über der 4.100-Dollar-Marke, zuletzt bei 4.119,20 Dollar (+0,91%). Die Treiber sind geopolitisch: Die Iran-Spannungen und der daraus resultierende Ölpreisanstieg (Brent über 94 Dollar) stützen die Nachfrage nach dem Krisenanker. Bemerkenswert ist die Konstellation an den Terminmärkten, die mehrheitlich eine Fed-Zinserhöhung im September einpreisen. Dass Gold trotz der Aussicht auf höhere US-Zinsen fest bleibt, unterstreicht seine Rolle als Absicherung jenseits der klassischen Zinslogik.

Für ein deutsches Depot zählt die Einordnung mehr als der Tageskurs: Gold versichert genau gegen das Szenario, das die Ifo-Zahlen heute zeichnen — schwache Industrie, geopolitische Unsicherheit, keine verlässliche Notenbank-Entlastung. Platin zieht mit auf 1.663,50 Dollar (+1,62%). Auf Jahressicht liegt Gold zwar leicht im Minus, doch als Gegengewicht zur zyklischen Aktienlast erfüllt es seinen Zweck.

Die Quintessenz

Drei Bausteine tragen diese Ausgabe: 16% gestrichene Investitionen laut Ifo, eine auf 180 bis 200 Millionen Euro angehobene EBITDA-Prognose bei Friedrich Vorwerk, und Gold, das sich trotz erwarteter Fed-Zinserhöhung über 4.100 Dollar hält. Sie zeigen eine Verschiebung, die über den Tag hinausreicht: Wo die klassische Industrie unter Zoll-Last und Investitionsstau leidet, tragen staatlich getriebene Infrastrukturausgaben, der Rüstungs-Superzyklus und Edelmetalle die Gegenrechnung.

Heute Abend liefern Alphabet und Tesla den nächsten Stimmungstest für die globalen Märkte. Die eigentliche Frage für den deutschen Anleger bleibt aber, ob sein Depot die strukturellen Bruchlinien der Industrie aushält, die der Ifo-Index heute offengelegt hat.

Autor

Markus Weber