Die Dieselpreise haben am Mittwoch einen neuen Höchststand erreicht. Mit 2,299 Euro pro Liter übersteigen sie sogar die Preise von Benzin, was ungewöhnlich ist. Diese Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf die Inflation und die Verbraucherpreise in Deutschland und Europa.
Während die US-Märkte am Labor Day geschlossen waren, begann die Woche mit einer Mischung aus geopolitischen Spannungen, Energierisiken und zentralen Bankentscheidungen. Die Eskalation im Nahen Osten bleibt das Hauptrisiko, nicht nur wegen des Rohöls, sondern auch wegen der Gas-, Diesel- und Benzinpreise sowie der Versandkosten und der zweiten Runde der Inflationseffekte.
Geopolitische Spannungen und Energiemärkte
Die Preise für Rohöl sind in den letzten Wochen deutlich gestiegen. Am Donnerstag notierte die Nordseesorte Brent bei rund 95 Dollar pro Barrel, was etwa acht Prozent mehr ist als in der Vorwoche. Diese Entwicklung ist eng mit den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten verbunden, insbesondere mit den Angriffen auf Schiffe im Golf von Oman und der Meerenge von Hormuz.
Die OPEC+ hat ihre Produktionspolitik für Oktober unverändert gelassen, was die Preise weiter stützt. Die Energiepreise bleiben der klarste Übertragungskanal von Geopolitik zur Inflation. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Verbraucherpreise in Deutschland und Europa.
Auswirkungen auf die Inflation
Kraftstoffe sind derzeit der wichtigste Treiber der Inflationsrate im Euroraum. Im August lag die Inflation bei 3,3 Prozent. Auf Jahressicht verteuerten sich Benzin um 24 Prozent und Diesel um 35,6 Prozent. Diese Entwicklung belastet die Verbraucher, insbesondere während der Sommerreisezeit, wenn die Nachfrage nach Kraftstoffen traditionell hoch ist.
Auch Heizöl hat die Inflation zuletzt getrieben, während die Gaspreise für Verbraucher stabil blieben. Heizöl kostete am Donnerstag etwa 149 Euro pro 100 Liter, was noch kein historischer Rekord war. Dennoch trägt diese Entwicklung zur allgemeinen Teuerung bei.
Politische und wirtschaftliche Entwicklungen
In den USA bleibt die Politik im Fokus. Donald Trump hat Jared Kushner und Steve Witkoff nach Moskau und die Ukraine geschickt, um den Friedensprozess voranzubringen. Zudem drohte er, den Handel mit Ländern mit Handelsüberschüssen zu stoppen, falls die Fed die Zinsen nicht senkt.
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird voraussichtlich am Donnerstag die Zinsen um 25 Basispunkte erhöhen, da die Inflation weiterhin zu hoch bleibt. Die Fed steht ebenfalls vor einer schwierigen Entscheidung, insbesondere nach den starken Arbeitsmarktdaten. Die Arbeitslosenquote blieb im August bei 4,1 Prozent, während die Beschäftigung um 162.000 stieg, deutlich mehr als erwartet.
Die Aktienmärkte zeigten gemischte Reaktionen. In den USA fielen die Indizes leicht, während in Europa die Märkte ihre dritte wöchentliche Abwärtsbewegung in vier Wochen verzeichneten. Die Technologieaktien in Asien legten jedoch zu, da die starken US-Arbeitsmarktdaten als positives Zeichen für das globale Wachstum gewertet wurden.
Die Wechselkurse bleiben stabil, aber sensibel gegenüber den Zinserwartungen. Der Euro wird bei etwa 1,1610 gehandelt, unterstützt durch die Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung durch die EZB. Der Yen liegt nahe 155,90 pro Dollar, während der Britische Pfund bei etwa 1,3515 gehandelt wird.
Die Edelmetalle hatten einen schwachen Freitag und werden heute Morgen bei etwa 4.400 Dollar für Gold und 65,75 Dollar für Silber gehandelt.
Insgesamt bleibt die Woche voller Katalysatoren. Die Eskalation im Nahen Osten hält die Inflationsgeschichte durch Energie am Leben, selbst wenn nicht nur Rohöl im Fokus steht. Der US-CPI am Freitag wird die letzte klare Eingabe vor der Fed-Entscheidung sein, und die EZB wird wahrscheinlich die europäische Zinsdebatte hawkish halten. Die Märkte sind weiterhin resilient, aber die Mischung aus höheren Energiepreisen, festen Arbeitsmarktdaten und zentralbankbezogenem Risiko argumentiert gegen Nachlässigkeit.


