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11 Oktober 2026

Frühzeitig Depot anlegen – so nutzt du das neue Altersvorsorgedepot optimal

Ein früheres Depot spart Wartezeit und garantiert vollen Förderanspruch beim neuen Altersvorsorgedepot.

Frühzeitig Depot anlegen – so nutzt du das neue Altersvorsorgedepot optimal

Am 1. Januar 2027 wird das Altersvorsorgedepot (AVD) eröffnet – das vom Staat geförderte Gegenstück zur überholten Riester-Rente. Während viele Sparer erst im Dezember mit den Formalitäten beginnen, führt die gleichzeitige Nachfrage zu langen Wartezeiten bei Identitätsprüfungen, überlasteten Hotlines und ausgebuchten Video-Ident-Terminen. Wer bereits jetzt ein klassisches ETF-Depot bei einem Online-Broker eröffnet, kann am Stichtag sofort einsteigen, ohne den ersten Monat an Fördergeldern zu verlieren.

Der Ansturm am 1. Januar: Warum Vorlaufzeit entscheidend ist

Im Zuge der Einführung des AVD melden sich schätzungsweise hunderttausend Interessenten gleichzeitig an. Die Systeme der Anbieter geraten schnell an ihre Kapazitätsgrenzen, sodass die Identitätsprüfung – normalerweise in wenigen Minuten erledigt – plötzlich Tage bis Wochen beansprucht. Solange das Depot nicht freigeschaltet ist, können weder Einzahlungen noch Sparpläne gestartet werden. Wer bereits Kunde bei einem Online-Broker ist, hat diese Hürden bereits gemeistert: Personalausweis, Online-Ident und Verknüpfung eines Referenzkontos sind erledigt, die Steuer-ID ist hinterlegt. Sobald das AVD live geschaltet ist, reichen ein paar Klicks, um den ersten förderfähigen Sparplan zu aktivieren.

Die harte Frist für Riester-Übertragungen

Für Sparer, die ihr bestehendes Riester-Guthaben in das neue AVD übertragen wollen, gilt eine starre Dreimonats-Frist zum Ende eines Kalendervierteljahres. Die Kündigung des alten Vertrags muss bis spätestens 31. März erfolgen, damit das Geld am 30. Juni in das neue Depot fließt. Verpasst man diese Frist, verschiebt sich der Transfer auf den 30. September, wodurch drei weitere Monate an Vertragskosten entstehen. Die Kündigung ist nur möglich, wenn das Ziel-Depot bereits existiert – das bedeutet, dass die Daten des neuen Kontos bereits vorliegen müssen. Wer im März noch mit der Depoteröffnung beschäftigt ist, riskiert, das Quartal zu verpassen und damit zusätzliche Kosten zu tragen.

Praktische Schritte: Jetzt ein normales Depot anlegen

Ein klassisches ETF-Depot ersetzt das AVD nicht, bietet aber die optimale Vorbereitung. Vier zentrale Vorteile sprechen für ein frühzeitiges Anlegen:

1. Sparrate testen

Stelle dir vor, du möchtest ab 2027 monatlich 150 Euro in das AVD einzahlen. Starte jetzt einen ETF-Sparplan mit exakt demselben Betrag. So erfährst du sofort, ob die Rate in dein Haushaltsbudget passt, und kannst sie bei Bedarf anpassen, bevor du dich langfristig bindest.

2. Fondsauswahl kennenlernen

Im AVD dürfen nur Fonds aus einer gesetzlich festgelegten Positivliste verwendet werden – u. a. breit diversifizierte Welt-ETFs wie MSCI World oder FTSE All-World. Wer sich schon jetzt mit diesen Produkten vertraut macht, spart sich im Januar die zeitintensive Recherche.

3. Zinseszins sofort nutzen

Jeder Monat, in dem dein Geld am Kapitalmarkt arbeitet, erhöht den Endwert durch Zinseszinseffekt. Wer bis Januar 2027 wartet, verschenkt potenzielle Rendite. Ein ETF-Sparplan bei einem Neobroker kostet in der Regel keine Ordergebühren und läuft automatisch weiter, sobald das AVD aktiviert ist.

4. Keine Doppelarbeit bei der Identitätsprüfung

Als Bestandskunde musst du beim Start des AVD keine erneute Video-Ident durchlaufen. Das bereits eröffnete Depot, das Verrechnungskonto und die Zugangsdaten stehen bereit – das AVD erscheint lediglich als zusätzliches Unterkonto beim selben Anbieter.

Wichtig: ETF-Anteile aus dem normalen Depot können nicht in das AVD übertragen werden. Gefördert wird ausschließlich Geld, das direkt in das AVD eingezahlt wird. Der Riester-Guthaben-Transfer bleibt jedoch möglich, weil er als Sonderfall ausdrücklich zulässig ist.

Finanzielle Vorteile eines kosten­effizienten Brokers

Der ZERO bietet kostenfreie Ordergebühren (zzgl. Spread) für ETF-Sparpläne und wurde von Stiftung Warentest zum Kostensieger 2025 gekürt. Eine exemplarische Rechnung verdeutlicht die Bedeutung niedriger Gebühren: Bei einer monatlichen Rate von 150 Euro über 30 Jahre führt ein Kostenunterschied von 0,5 Prozentpunkten bei einer angenommenen Rendite von 6 % zu rund 13.300 Euro Mehrwert. Darüber hinaus ermöglicht ZERO die Verwaltung sowohl des klassischen ETF-Depots als auch des zukünftigen AVD in einer einzigen App – ein nahtloser Übergang ohne erneuten Anmeldeaufwand.

Für Riester-Sparer bedeutet das: Sobald das AVD verfügbar ist, kann die Kündigung des alten Vertrags sofort eingereicht werden, weil das Ziel-Depot bereits existiert. Alle bis dato erhaltenen Zulagen bleiben erhalten, und die Förderprämie wird ab dem ersten Monat voll ausbezahlt.

Der Start in das neue Altersvorsorgedepot wird damit zu einem reibungslosen Schritt, nicht zu einem riskanten Sprint am Jahresanfang.

Autor

Jonas Becker