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6 August 2026

Europäische Börsen steigen: Iran und Oman verhandeln über Hormuz-Strecke

Die europäischen Börsen verzeichnen heute deutliche Gewinne. Die Aussicht auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormuz durch Verhandlungen zwischen Iran und Oman sorgt für Optimismus bei den Anlegern.

Europäische Börsen steigen: Iran und Oman verhandeln über Hormuz-Strecke

Die europäischen Börsen haben heute eine positive Entwicklung gezeigt, angetrieben von Spekulationen über eine mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormuz. Die Investoren scheinen die jüngsten Sorgen um den Tech-Sektor und die Künstliche Intelligenz vorerst beiseitezuschieben, nachdem Unternehmen wie AMD und SpaceX ihre Quartalszahlen veröffentlicht hatten.

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht derzeit das diplomatische Tauziehen zwischen Iran und Oman. Laut dem Wall Street Journal könnte ein Entwurf eines Abkommens Teheran die Kontrolle über die Zugänge zum Persischen Golf geben, ohne dass dabei Gebühren erhoben werden. Dennoch bleibt die geopolitische Lage und die Entwicklung der Ölpreise ungewiss, insbesondere in Bezug auf die nächsten Schritte der US-Regierung unter Donald Trump.

Börsenentwicklung am 6. August 2026

Der Euro Stoxx 50 schloss heute mit einem Plus von 0,44% ähnlich wie der Ftse Mib der ebenfalls 0,44% zulegte. Auch andere europäische Indizes zeigten Positive Trends: Der Dax in Deutschland stieg um 0,09% der Ibex35 in Spanien um 0,6% und der Cac40 in Frankreich um 0,35%.

Entwicklung der Rohstoffe und Währungen

Auf dem Devisenmarkt gab der Euro gegenüber dem US-Dollar nach und fiel auf 1,152 während der US-Dollar gegenüber dem Yen auf 158,4 stieg. Der Ölpreis des Brent stieg auf 81 US-Dollar pro Barrel, und auch der Goldpreis verzeichnete ein Plus und lag bei 4.314 US-Dollar pro Unze. Im Kryptomarkt stieg der Bitcoin auf 64.771 US-Dollar.

Die Verhandlungen über die Straße von Hormuz

Die für den 5. August erwartete Ankündigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz stand bis zum 6. August noch aus. Die Verhandlungsführer kamen einer Einigung näher, doch die endgültige politische Freigabe und die Bedingungen für die Wiederaufnahme des kommerziellen Schiffsverkehrs blieben ungeklärt.

Der Iran erklärte, man habe sich mit Oman auf die geografischen Koordinaten einer vorübergehenden Schifffahrtsroute geeinigt und arbeite an einer gemeinsamen Erklärung. Regionale Vertreter teilten mit, die Verhandlungsführer hätten einen Entwurf fertiggestellt, warteten jedoch noch auf die Zustimmung des Obersten Führers des Iran. Donald Trump sagte am 5. August eine Ankündigung könne morgen oder am Tag danach erfolgen.

Der Ölpreis reagierte mit einem Rückgang, als sich Berichte über Fortschritte verbreiteten. Der Brent-Ölpreis fiel am Dienstag um 5,3% und gab am 5. August um weitere 0,3% nach, während der West Texas Intermediate um 0,7% auf 75,22 US-Dollar sank.

Der Markt hat eine nennenswerte Wahrscheinlichkeit einer Deeskalation eingepreist, jedoch nicht eine unmittelbare Rückkehr zum normalen Schiffsverkehr. Die wichtigste Bestimmung des vorgeschlagenen Abkommens ist die Autorität, die der Iran über den eingehenden Verkehr erhalten würde. Vor dem Krieg fungierte die Straße von Hormuz als internationale Wasserstraße. Die vorgeschlagene Regelung würde alle einlaufenden Schiffe durch eine unter iranischer Kontrolle stehende Route leiten und Teheran eine formelle Rolle verschaffen, die es zuvor nicht besaß.

Der tatsächliche Verkehr bleibt nahezu lahmgelegt. Kpler-Daten zeigten am Dienstag lediglich acht Schiffe, die die Straße passierten – fünf Tanker und drei Massengutfrachter – verglichen mit etwa 130 bis 140 täglichen Durchfahrten vor dem Krieg. Eine echte Wiedereröffnung sollte sich daher zuerst in Schiffszahlen, akzeptierten Chartern und Versicherungsprämien zeigen – nicht nur in einer gemeinsamen Erklärung.

Autor

Jonas Becker