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1 Juli 2026

Deutschland und die Energiewende: Warum der Ausstieg aus Öl und Gas dringend notwendig ist

Ein breites Bündnis aus Kirchen, Gewerkschaften und Umweltverbänden fordert den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Entdecken Sie die Gründe und die vorgeschlagenen Maßnahmen.

Deutschland und die Energiewende: Warum der Ausstieg aus Öl und Gas dringend notwendig ist

Deutschland steht vor einer entscheidenden Weichenstellung in der Energiepolitik. Ein breites Bündnis aus Kirchen, Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbänden fordert einen beschleunigten Ausstieg aus Öl und Gas. Die Energiekrise hat gezeigt, wie teuer die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen ist. Die Forderung nach einer schnelleren Energiewende wird immer lauter, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) betont die Notwendigkeit von Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Studien zeigen, dass Frauen den ÖPNV häufiger nutzen als Männer. Die kfd fordert eine Investitionsoffensive für bessere Bus- und Bahnverbindungen in Städten und ländlichen Regionen. Dies würde nicht nur die Mobilität verbessern, sondern auch die heimische Wirtschaft stärken.

Die Kosten der fossilen Abhängigkeit

Viviane Raddatz, Interims-Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland kritisiert, dass der Tankrabatt nur ein Symptom bekämpft, aber nicht die Ursache. Die Bundesregierung habe bisher keine Maßnahmen ergriffen, um Verbraucher langfristig vor fossilen Preissteigerungen zu schützen. Deutschland importiert jährlich fossile Energieträger im Wert von rund 80 Milliarden Euro, was etwa 1.000 Euro pro Kopf entspricht. In Krisenzeiten, wie dem aktuellen Iran-Krieg sind deutlich höhere Ausgaben zu erwarten, von denen vor allem Öl- und Gaskonzerne profitieren.

Robert Feiger, Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt betont, dass fossiles Öl und Gas steigende Preise, eine schwächelnde Wirtschaft und sinkende Reallöhne verursachen. Er fordert den Ausbau von Wärmepumpenklimaneutralen Wärmenetzen und energetisch sanierten Gebäuden. Diese Maßnahmen würden langfristig hohe Energiekosten verhindern und die Wärmewende beschleunigen.

Naturschutz und Elektrifizierung

Wolfgang Arnoldt, Vizepräsident des Deutschen Alpenvereins unterstreicht die Notwendigkeit der Elektrifizierung und des Ausbaus von Wind- und Solarenergie. Eine Senkung der Stromsteuer würde die Menschen von günstigem Strom profitieren lassen und langfristige Krisensicherheit gewährleisten. Gleichzeitig müsse Natur- und Klimaschutz in Einklang gebracht werden, um die natürlichen Lebensgrundlagen, insbesondere in alpinen Regionen, zu sichern.

Marie-Theres Jung, Mitglied des Bundesvorstands der kfd, weist darauf hin, dass hohe Energiepreise viele Frauen besonders hart treffen. Frauen verdienen häufiger wenig und sind stärker von Altersarmut betroffen. Investitionen in die Energiewende und den Ausbau des ÖPNV würden die heimische Wirtschaft und ländliche Räume enorm profitieren lassen. Die kfd fordert eine Investitionsoffensive für den öffentlichen Nahverkehr und ein bundesweites Sozialticket um die Mobilität für alle zu gewährleisten.

Der Klimaschutzbericht der Bundesregierung

Der jährliche Klimaschutzbericht der Bundesregierung muss bis zum 30. Juni veröffentlicht werden. Er dokumentiert, wie stark Deutschland zum Klimawandel beiträgt und welche Maßnahmen die Bundesregierung ergreift. Bisherige Berichte des Expertenrats für Klimafragen zeigen, dass Deutschland insbesondere in den Sektoren Verkehr und Gebäude zu wenig tut und die gesetzlich festgelegten Klimaziele verfehlt.

Autor

Anna Schmidt