Zum Inhalt springen
12 Juli 2026

Wie sich Trade Republic und N26 im Juli 2026 verändern

Trade Republic und N26 haben ihre Gebührenstrukturen angepasst. Erfahren Sie, was sich für Anleger ändert und wie Sie davon profitieren können.

Wie sich Trade Republic und N26 im Juli 2026 verändern

Im Juli 2026 haben sich die Gebührenmodelle von Trade Republic und N26 deutlich verändert. Während Trade Republic auf ein gestaffeltes Gebührenmodell umsteigt, führt N26 wieder Gebühren für den Aktienhandel ein. Diese Änderungen sind Teil einer breiteren regulatorischen Entwicklung in der EU, die auch den Kryptomarkt betrifft.

Die neuen Regelungen und Gebührenstrukturen haben weitreichende Auswirkungen auf Anleger und Krypto-Nutzer. In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten Veränderungen und zeigen auf, was diese für Ihre Finanzen bedeuten.

Trade Republic: Neue Gebühren und Handelsinfrastruktur

Ab dem 2. Juli 2026 hat Trade Republic seine Preisdarstellung und Gebührenstruktur überarbeitet. Anleger sehen nun zwei Preisangaben: den Bestpreis und den Direktpreis. Diese Anpassung erfolgte im Zuge des EU-weiten Verbots von Payment for Order Flow (PFOF) das am 1. Juli 2026 in Kraft trat.

Der Bestpreis-Algorithmus von Trade Republic vergleicht bei jeder Order automatisch die Kurse an bis zu 30 Handelsplätzen, darunter Xetra, Euronext, die NYSE und die Nasdaq. Der günstigste verfügbare Kurs wird ausgewählt, und die bekannte Abwicklungspauschale von 1 Euro pro Trade bleibt bestehen. Wer den Handelsplatz selbst wählen möchte, kann dies mit der Direktpreis-Order für 2 Euro tun.

Trade Republic als Gegenpartei

Ein weiteres Novum ist, dass Trade Republic künftig selbst als Gegenpartei bei Orders auftritt. Dies wird durch die MTF-Lizenz ermöglicht, die das Unternehmen im Januar 2026 von der BaFin erhalten hat. Trade Republic übernimmt damit erstmals die Rolle der Gegenpartei, was Fragen nach möglichen Interessenkonflikten aufwirft. Das Unternehmen verweist jedoch auf den Bestpreis-Algorithmus und die Best-Execution-Pflichten, um diese Bedenken zu adressieren.

N26: Wiedereinführung von Handelsgebühren

Die Digitalbank N26 hat ebenfalls ihre Trading-Konditionen angepasst. Ab sofort verlangt die Bank für den Handel mit Aktien und ETFs eine Gebühr von 0,90 Euro pro Order. Damit endet der bisher kostenlose Wertpapierhandel bei N26. Sparpläne können jedoch weiterhin ohne Ausführungsgebühr genutzt werden.

Je nach Kontomodell gewährt N26 seinen Kunden unterschiedliche Freikontingente. N26-Go-Kunden erhalten drei gebührenfreie Transaktionen pro Monat, während N26-Metal-Kunden zehn kostenlose Orders nutzen können. Diese Anpassungen bringen N26 in eine ähnliche Preiskategorie wie andere Neobroker, darunter Trade Republic und Scalable.

Krypto-Regulierung in der EU: Binance und Coinbase

Am 1. Juli 2026 endete die finale Übergangsfrist der MiCA-Verordnung in der EU. Ab diesem Zeitpunkt benötigen Krypto-Börsen eine offizielle MiCA-Lizenz, um Kunden in der EU bedienen zu dürfen. Binance, die größte Krypto-Börse in Europa, hat diese Lizenz nicht erhalten und muss daher seine Dienste in der EU drastisch einschränken.

Für Binance-Nutzer bedeutet dies, dass Einzahlungen und Neuanmeldungen nicht mehr möglich sind. Spot-Trading, Earn- und Staking-Produkte sowie Sparpläne werden ebenfalls eingeschränkt. Diese Entwicklung bietet lizenzierten Anbietern wie Coinbase eine beispiellose Marktchance, da Millionen von Nutzern ihre Coins zu anderen Börsen transferieren müssen.

Coinbase als Profiteur der Regulierung

Coinbase hat eine vollständige MiCA-Lizenz und kann daher uneingeschränkt in der EU operieren. Das Unternehmen bietet nicht nur Spot-Trading, sondern auch Earn-Produkte, Staking und andere Services. Die Aktie von Coinbase (COIN) könnte von diesem Nutzer-Zustrom massiv profitieren, da höhere Handelsvolumina und Gebühreneinnahmen erwartet werden.

Die MiCA-Regulierung mag sich zunächst wie eine Einschränkung anfühlen, ist langfristig jedoch ein massiver Gewinn für regulierte Anbieter wie Coinbase. Anleger, die bei lizenzierten Börsen handeln, genießen einen Schutzstandard, der dem des traditionellen Bankwesens sehr nahekommt.

Autor

Anna Schmidt