Vor über einem Jahrzehnt verlor ein Brite den Zugang zu seinem Bitcoin-Wallet. Was damals wie ein Verlust schien, entpuppte sich nun als ein unerwarteter Segen. Sein kleines Investment von damals ist heute Millionen wert.
Die Geschichte von Chris, wie ihn der britische Radiosender LBC nennt, zeigt, wie schnell sich das Schicksal wenden kann. Nach dem Kollaps einer Bitcoin-Börse vor zwölf Jahren schien sein Vermögen verloren. Doch mit Hilfe einer spezialisierten Anwaltskanzlei gelang es ihm, den Zugang wiederherzustellen.
Der Zusammenbruch der Krypto-Börse
Chris entschied sich im Jahr 2011, Bitcoins über die britische Bitcoin-Börse Intersango zu kaufen. Als das Unternehmen Anfang 2014 pleite ging, wurde sein Konto gesperrt. Da Intersango nicht behördlich reguliert wurde, hatte Chris das Nachsehen.
„Es war ein Schlag in die Magengrube, zuzusehen, wie Bitcoin immer weiter stieg. Nach einer Weile habe ich aufgehört, den Kurs zu verfolgen, weil ich dachte: ‚Das hat keinen Sinn mehr, es ist verloren … Ich hatte es schon abgeschrieben´“, sagte er gegenüber dem Sender LBC.
Der Weg zum Multimillionär
Die Wende brachte juristische Experten, die den rechtmäßigen Besitz der Bitcoins nachweisen konnten. Letztlich führte eine außergerichtliche Einigung zum Erfolg und Chris wurde über Nacht zum Multimillionär.
Einen Teil des Vermögens will er nun auszahlen lassen, um ein behindertengerechtes Haus für seine Schwiegermutter zu finanzieren. Der Rest soll vorerst als Absicherung in Bitcoins investiert bleiben.
Gefeiert hat Chris seinen Erfolg bislang noch nicht. Laut LBC plant er jedoch, eine Party zu veranstalten und mit seiner Familie in den Urlaub zu fahren.
Steuerliche Aspekte und öffentliche Wahrnehmung
In Deutschland können sich private Anleger ihre Gewinne aus Bitcoin und anderen Kryptowerten nach einem Jahr steuerfrei auszahlen lassen. Zumindest bisher. Denn die Bundesregierung will die Krypto-Gewinne künftig anders besteuern. Sie sollen dann wohl ähnlich wie Aktiengewinne behandelt werden. Ein endgültiges Gesetz dazu ist jedoch noch nicht beschlossen.
Der Kauf von Kryptowährung ist hierzulande allerdings noch eine Nischen-Investition. Wie der Branchenverband Bitkom letztes Jahr berichtete, haben nur acht Prozent der Deutschen eine Kryptowährung wie Bitcoin oder Ether erworben, weitere vier Prozent hatten es fest vor. Immerhin 14 Prozent konnten sich zumindest vorstellen, Kryptowährung zu erwerben.
Für den Großteil von 71 Prozent kam dies allerdings nicht in Frage. Die Ergebnisse stammen aus einer Befragung von 1004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren.
Übrigens: Über die wahre Identität des Bitcoin-Gründers gibt es seit Jahren verschiedene Theorien. Ein „New York Times“-Reporter hat 18 Monate lang recherchiert und seine Ergebnisse im April veröffentlicht. Demnach steckt der britische Kryptograph Adam Back hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Back bestreitet dies.



