Dieses Depot‑Update fasst die Veränderungen seit meinem letzten Bericht Anfang 2026 zusammen und erklärt die Entscheidung, die zentrale Position im Depot zu veräußern. Am 18/05/2026 habe ich meinen SPDR MSCI All Country World Investable Market ETF komplett verkauft und damit das Experiment mit der 1‑ETF‑Lösung vorläufig beendet. Die folgenden Abschnitte geben Einblick in die Überlegungen hinter diesem Schritt, die geplante Rückkehr zum 6‑ETF‑Weltportfolio und die praktischen Konsequenzen für das Depot.
Der Verkauf war kein spontaner Reflex, sondern das Ergebnis einer längeren Beobachtungsphase, in der Aspekte wie Diversifikation, Risikomanagement und steuerliche Konsequenzen gegen den Komfort einer einzigen, breit gestreuten Position abgewogen wurden. In diesem Beitrag beschreibe ich, wie ich das Geld verwende, welche Regeln beim Rebalancing gelten und welche Lehren ich aus der 1‑ETF‑Strategie mitnehme. Ziel ist es, transparent darzustellen, warum eine Rückkehr zur Mehrfach‑ETF‑Struktur sinnvoll erschien und welche praktischen Schritte jetzt folgen.
Warum ich die 1‑ETF‑Strategie aufgab
Die Entscheidung, den SPDR MSCI All Country World Investable Market ETF zu verkaufen, basierte auf mehreren Faktoren. Erstens zeigte die Analyse, dass eine einzige All‑Country‑Position zwar breite Marktabdeckung bietet, aber bestimmte Schwerpunktverzerrungen und Liquiditätsunterschiede bleiben. Zweitens machte mir die fehlende Möglichkeit für gezieltes Rebalancing und eine feinere Steuerung von Risiko‑ und Ertragsquellen zu schaffen. Drittens spielte die persönliche Präferenz eine Rolle: Ich bevorzuge ein Portfolio mit klaren Bausteinen, das mir erlaubt, einzelne Regionen, Sektoren oder Anleiheanteile gezielt zu gewichten. Diese Gründe zusammengenommen führten zur Rückkehr zur bewährten 6‑ETF‑Aufteilung.
Aufbau und Logik des 6‑ETF‑Weltportfolios
Das geplante 6‑ETF‑Weltportfolio folgt dem Prinzip, verschiedene Marktsegmente mit eigenen Instrumenten abzubilden, um Diversifikation und Kontrolle zu erhöhen. Dabei werden globale Kernpositionen mit ergänzenden Segmenten kombiniert, sodass Schwankungen einzelner Märkte weniger stark ins Gesamtergebnis durchschlagen. Das Portfolio besteht aus mehreren Bausteinen, die jeweils spezifische Funktionen erfüllen: Wachstumsaktien, Schwellenländer, Small Caps, Anleihen und ggf. Rohstoff‑ oder Immobilienexposure. Durch diese Aufteilung entsteht ein flexibler Rahmen für Rebalancing, Risikosteuerung und steuerliche Optimierung.
Assetaufteilung und Rollen der Bausteine
Wichtig ist, dass jeder ETF im Portfolio eine klare Rolle hat: ein Kern‑Aktienfonds für Marktexposure, ein ergänzender Fonds für Small Caps, ein Schwellenländer‑ETF für Wachstumspremium und Anleihepositionen zur Stabilisierung. Durch diese Rollenverteilung lässt sich das Verhalten des Portfolios in verschiedenen Marktphasen besser steuern. Bei der Auswahl achte ich auf Faktoren wie Gesamtkostenquote, Replikationsmethode und steuerliche Behandlung, außerdem auf die Handelbarkeit der jeweiligen ETFs, damit Liquidität und Ausführungskosten im Rahmen bleiben.
Praktische Umsetzung und Auswirkungen im Depot
Der Verkauf der All‑Country‑Position brachte zunächst Liquidität, die schrittweise in die einzelnen ETF‑Bausteine umgeschichtet wird. Ich habe mir Regeln für gestaffelte Käufe gesetzt, um Timing‑Risiken zu reduzieren und Cost‑Averaging zu nutzen. Steuerlich relevante Aspekte wurden geprüft, insbesondere hinsichtlich möglicher Veräußerungsgewinne und der Behandlung in meinem Wohnsitzland. Operational bedeutet die Umstellung zusätzliche Transaktionen und etwas Mehraufwand beim Monitoring, dafür liefert sie aber mehr Transparenz und feingranulare Steuerungsmöglichkeiten.
Learnings und nächste Schritte
Aus dem Experiment mit der 1‑ETF‑Lösung nehme ich drei zentrale Erkenntnisse mit: Erstens funktioniert die Einfachheit einer Ein‑ETF‑Strategie für viele Anleger gut, zweitens kann individuelle Präferenz für Kontrolle und Diversifikation jedoch die Wahl einer Mehrfach‑ETF‑Struktur rechtfertigen, und drittens sind klare Handelsregeln für Umstellungen wichtig, um emotionale Fehlentscheidungen zu vermeiden. In den kommenden Wochen werde ich die Umverteilung schrittweise abschließen, das Rebalancing definieren und die Performance im nächsten Depot‑Update transparent dokumentieren.