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19 Mai 2026

Warum ich das Ein‑ETF‑Experiment beendete und wieder auf ein 6‑ETF‑Portfolio setzte

Nach dem Verkauf des MSCI‑All‑Country‑World‑ETF kehre ich zur bewährten 6‑ETF‑Strategie zurück und erläutere, was ich daraus gelernt habe

Warum ich das Ein‑ETF‑Experiment beendete und wieder auf ein 6‑ETF‑Portfolio setzte

In diesem Depot‑Update schildere ich die wichtigsten Veränderungen in meinem ETF‑Depot und erkläre, warum ich mein Experiment mit nur einem Fonds gestoppt habe. Vorab: der Verkauf der Position im spdr msci All Country World Investable Market ETF war der zentrale Schritt, der das Ende der Ein‑ETF‑Lösung markiert. Dieses Update wurde veröffentlicht am 18/05/2026 08:44 und fasst meine Motivation, die konkrete Umsetzung und die Lehren zusammen, die ich für mein Anlageverhalten ableite. Dabei ist mir wichtig, die Begriffe klar zu halten: Ein ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der Zugang zu ganzen Märkten erlaubt, und die Wahl der Struktur beeinflusst Risiko und Flexibilität.

Die Entscheidung, wieder auf ein 6‑ETF‑Portfolio umzusteigen, erfolgte nicht aus einer Laune heraus, sondern nach einer Phase praktischer Erfahrung mit dem Ein‑ETF‑Ansatz. Im nächsten Abschnitt erläutere ich die Gründe für die Abkehr vom Ein‑ETF‑Modell. Anschließend beschreibe ich, wie ich die Position liquidiert und die Mittel umverteilt habe, ohne dabei die langfristige Ausrichtung meines Portfolios zu verändern. Ziel bleibt weiterhin, ein diversifiziertes, kosteneffizientes und steuerlich vernünftiges Depot aufzubauen, das zu meiner Risikotoleranz passt.

Warum ich den Ein‑ETF‑Ansatz aufgab

Der Ein‑ETF‑Ansatz wirkt auf dem Papier attraktiv: einfache Steuerung, minimale Verwaltung und niedrige Kosten. In der Praxis stellte ich jedoch fest, dass ein einzelner Fonds, selbst ein breit aufgestellter MSCI All Country World‑ETF, nicht alle individuellen Anforderungen abdeckt. Zum einen fehlt die Möglichkeit, Einfluss auf regionale oder faktorbasierte Gewichtungen zu nehmen; zum anderen erschwert ein einzelner Titel gezieltes Rebalancing oder separate Risikosteuerung. Rebalancing bezeichnet das periodische Zurückführen der Portfolioanteile auf die Zielallokation, und bei einem Ein‑ETF‑Modell sind die Eingriffsmöglichkeiten begrenzt. Diese Einschränkungen führten zu der Schlussfolgerung, dass eine mehrteilige ETF‑Struktur bessere Granularität und Steuerbarkeit bietet.

Risiken und fehlende Feinsteuerung

Ein weiterer Punkt war die unerwünschte Klumpenbildung in bestimmten Regionen oder Sektoren, die in globalen Indizes vorkommen kann. Ein Ein‑ETF‑Portfolio spiegelt automatisch die Marktkapitalisierung wider, was zu Übergewichtungen in wenigen großen Märkten führen kann. Als Anleger möchte ich jedoch bewusst entscheiden können, wie stark ich in Schwellenländer, Small Caps oder Anleihen investiert sein möchte. Außerdem erschwert die Einzeltitellösung taktische Anpassungen bei Marktturbulenzen. Aus diesen Gründen erschien mir die Rückkehr zu einem modularen Aufbau mit mehreren ETFs sinnvoller, um Risiken gezielt zu steuern.

Die Rückkehr zum 6‑ETF‑Weltportfolio

Das wieder eingeführte 6‑ETF‑Portfolio basiert auf dem Prinzip, verschiedene Marktsegmente separat abzubilden, um so sowohl regionale Diversifikation als auch unterschiedliche Anlageklassen zu kombinieren. Durch die Aufteilung auf mehrere Produkte erhöhe ich die Transparenz jeder Position und kann leichter Anpassungen vornehmen. Diversifikation bedeutet hier nicht nur Streuung, sondern auch die Möglichkeit, aktiv auf Veränderungen in Marktstrukturen zu reagieren. Wichtig ist, dass die Gesamtkosten und die Steuerstruktur des Portfolios weiterhin im Blick bleiben, damit die Vorteile der Aufteilung nicht durch höhere Gebühren oder steuerliche Nachteile aufgefressen werden.

Konkrete Umsetzung im Depot

Praktisch sah die Umsetzung so aus: zuerst die Auflösung der Position im SPDR MSCI All Country World Investable Market ETF, dann sukzessive Umverteilung der frei gewordenen Mittel in die einzelnen Bausteine des neuen Aufbaus. Der ETF‑Sparplan wurde ebenfalls angepasst: statt eines einzigen Sparplans habe ich wieder mehrere Sparpläne eingerichtet, die jede Anlageklasse gezielt bedienen. Dabei achtete ich auf eine saubere Dokumentation der Transaktionen für steuerliche Zwecke und auf die Anpassung der Gewichtungen, um die gewünschte Zielallokation zu erreichen. Kleinere Rebalancings helfen, die Struktur im Zeitverlauf stabil zu halten.

Fazit und Ausblick

Das Experiment mit dem Ein‑ETF‑Ansatz war lehrreich: es brachte Erkenntnisse zur Einfachheit und zu Grenzen dieser Methode. Die Rückkehr zum 6‑ETF‑Portfolio ist eine Reaktion auf den Wunsch nach mehr Steuerungsfreiheit und granularerer Risikosteuerung. Für die Zukunft plane ich regelmäßige Überprüfungen der Allokation und transparente Kommunikation meiner Anpassungen. Wer ähnliche Schritte erwägt, sollte die eigenen Ziele, die steuerliche Situation und die Gebührenstruktur prüfen. Dieses Update fasst meine Entscheidungen zusammen und dient als Grundlage für weitere Depotberichte.

Autor

Ilaria Beretta

Ilaria Beretta koordinierte einen Longread über Triests kulturelle Netzwerke, erstellt mit Interviews am Teatro Romano, und verteidigte eine vertiefte redaktionelle Linie für Features. Leiterin des Feature-Desks, bewahrt als persönliches Detail eine Reihe von Archivbriefen mit Bezug zu Triest auf.