In diesem Depot-Update Mai 2026 fasse ich die wichtigsten Entscheidungen und Gedanken zusammen, nachdem mein letzter Eintrag Anfang 2026 erschien. Veröffentlicht am 18/05/2026 08:44, dokumentiert dieser Beitrag den Schritt weg von meiner bisherigen 1-ETF-Lösung und die Rückkehr zu einem diversifizierten Ansatz. Die Überschrift verrät die Richtung: Ich stelle mein Portfolio wieder auf ein strukturiertes 6-ETF-Weltportfolio um, nachdem ich den SPDR MSCI All Country World Investable Market ETF vollständig verkauft habe.
Das Aussteigen aus dem Ein-ETF-Experiment war keine spontane Reaktion, sondern das Ergebnis einer Bilanzierung von Vor- und Nachteilen. In den folgenden Abschnitten erkläre ich die Gründe für den Verkauf, die geplante Zusammensetzung des neuen Portfolios und die praktischen Schritte, die ich umgesetzt habe. Dabei nutze ich klare Begriffe: Sparplan, Allokation, Rebalancing und Risikoanpassung bleiben zentrale Begriffe, die ich im Kontext meiner persönlichen Anlagestrategie erläutere.
Warum ich die 1-ETF-Strategie beendet habe
Die 1-ETF-Lösung steht für Einfachheit: ein einziger Fonds deckt die globale Aktienwelt ab. Dennoch zeigte meine Analyse, dass diese Einfachheit zu Kompromissen führt. Ein einzelner ETF wie der SPDR MSCI All Country World Investable Market ETF bietet breite Abdeckung, aber weniger Einfluss auf regionale Gewichtungen, Sektorverteilung und steuerliche Optimierungen. Außerdem wollte ich wieder gezielter steuern, wie viel Gewicht ich verschiedenen Märkten und Anlagestilen zuordne. Nach Abwägung von Kosten, Komfort und Kontrolle fiel die Entscheidung, die Position zu liquidieren und die frei gewordenen Mittel in mehrere spezialisierte ETFs umzuschichten.
Die neue Aufstellung: 6-ETF-Weltportfolio
Das Herzstück der Umstellung ist eine klare Asset-Allokation, verteilt auf sechs ETFs, die jeweils bestimmte Regionen oder Faktoren abdecken. Ziel ist es, Diversifikation auf Länderebene, Sektor- und Faktorenausgleich sowie steuerliche Effizienz zu kombinieren. Durch mehrere ETFs kann ich Übergewichtungen vermeiden und einzelne Positionen gezielt steuern. Gleichzeitig bleibt das Portfolio überschaubar genug, um regelmäßiges Rebalancing und Kostenkontrolle praktikabel zu halten.
Aufteilung und Gewichtung
Die geplante Aufteilung berücksichtigt klassische Bausteine: Kernpositionen in entwickelten Märkten, ein Anteil für Schwellenländer, ergänzende Small-Cap- oder Value-Exposure sowie gegebenenfalls ein kleiner Anteil in Anleihen oder Geldmarkt-ETFs zur Risikominderung. Jede Komponente wird durch einen eigenen ETF abgebildet, sodass ich gezielt steuern kann, ob ich z. B. Emerging Markets stärker gewichte oder den Fokus auf Value-Strategien lege. Diese granularere Steuerung ist der Hauptvorteil gegenüber der bisherigen Ein-Fonds-Lösung.
Vorteile und mögliche Nachteile
Zu den Vorteilen zählen größere Flexibilität, bessere steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten und ein feineres Risikomanagement durch Rebalancing. Nachteilig sind leicht erhöhte Verwaltungsaufwände und potenziell minimale Mehrkosten durch mehrere TERs. Für mich überwiegt der Nutzen: die Kontrolle über regionale und stilistische Gewichte und die Möglichkeit, Positionsgrößen aktiv anzupassen, sind in Phasen wechselnder Marktbedingungen besonders wertvoll.
Praktische Schritte und Ausblick
Die Umsetzung erfolgte schrittweise: Verkauf der kompletten Position im SPDR MSCI All Country World Investable Market ETF, Liquidierungserlöse parken und dann sukzessive Käufe der sechs ausgewählten ETFs per Sparplan und Einmalanlage. Wichtig war mir, Handelskosten zu minimieren und steuerliche Effekte zu berücksichtigen. Zusätzlich habe ich eine klare Rebalancing-Regel definiert, die Abweichungen von Zielgewichten systematisch korrigiert.
Rebalancing, Dokumentation und Emotionen
Ein diszipliniertes Rebalancing wird künftig den Kern des Regelwerks bilden: automatische oder halbautomatische Anpassungen bei Überschreitungen bestimmter Toleranzgrenzen. Außerdem dokumentiere ich jede Transaktion, um die Performance und die Auswirkungen auf die Steuererklärung nachvollziehbar zu halten. Nicht zuletzt spielt die psychologische Komponente eine Rolle: Das Zurückkehren zu einer strukturierten 6-ETF-Strategie gibt mir mehr Vertrauen in volatile Phasen, weil ich klarere Handlungsschritte definiert habe.
Zusammenfassend markiert dieses Update im Mai 2026 einen bewussten Wechsel von einer simplen, aber weniger steuerbaren Lösung zu einem modularen, kontrollierbaren Weltportfolio. Die nächsten Monate werde ich nutzen, um die Performance der neuen Struktur zu beobachten und gegebenenfalls Feinjustierungen vorzunehmen. Wer Interesse an den exakten ETFs und Gewichtungen hat, dem werde ich in einem Folgebeitrag detaillierte Zahlen und rationale Entscheidungen liefern.