Im Stadtteil San Francisco hat das Startup Tau Robotics einen ersten öffentlichen Testlauf seiner humanoiden Roboter durchgeführt. Am 11. Oktober 2026 wurden in der Wohnung der Market-Watch-Reporterin Christine Ji zwei modifizierte Unitree G1-Modelle eingesetzt, die über Kameras am Kopf und an den Handgelenken von entfernten Operatoren gesteuert wurden. Der Service wird mit 30 Dollar pro Stunde pro Einheit angeboten; ein Zweier-Team kostet dem Kunden 60 Dollar pro Stunde. Bisher wurden rund 160 bezahlte Roboterstunden in knapp 100 Reinigungseinsätzen verzeichnet.
Teleoperierte Reinigung in San Francisco
Der Kern des Angebots beruht auf Teleoperation also der Fernsteuerung von Robotern in Echtzeit. Die Bediener im Hauptquartier erhalten Live-Video-Feeds von den Kameras, können so präzise Handlungen wie Staubsaugen, Wischen oder das Abwischen von Arbeitsflächen ausführen. Da die Geräte nicht vollautonom agieren, bleibt die menschliche Kontrolle entscheidend, besonders bei unvorhersehbaren Hindernissen. Kunden können das System über eine App buchen, wobei die Abrechnung klar nach der Einsatzdauer erfolgt. Neben der reinen Reinigungsleistung steht das Sammeln von Betriebsdaten im Fokus, um zukünftige Künstliche-Intelligenz-Modelle zu trainieren.
Datengewinnung für Künstliche Intelligenz
Jeder Einsatz erzeugt ein umfangreiches Video- und Sensordatenset, das anschließend anonymisiert oder, auf Wunsch des Kunden, gelöscht wird. Ohne Löschantrag verbleiben die unverpixelten Aufnahmen im System und dienen dem fortlaufenden Training von KI-Algorithmen, die später eigenständig komplexe Hausarbeiten erledigen sollen. Die Praxis zeigte bereits Unterschiede in der Ausführungszeit: Das Falten eines Handtuchs benötigte rund vier Minuten während das Zusammenlegen einer Jeans durchschnittlich eine Minute dauerte. Solche Messwerte bilden die Grundlage, um Lernmodelle für Geschwindigkeitsoptimierung und Bewegungsplanung zu verfeinern.
Wettbewerb und Markttrend
Der Ansatz von Tau Robotics schlägt in ein zunehmend dynamisches Feld. 1X Technologies brachte 2026 den leichten Humanoiden NEO für etwa 20 000 Dollar auf den Markt, der Lasten bis zu 150 Pfund heben kann und in Teilbereichen autonom arbeitet. Aus China kommt Astribot mit dem Modell T1 (ab 18 000 Dollar) und plant den Nachfolger Lumo-2 für anspruchsvollere Hausarbeiten. Im gleichen Zeitraum eröffnete die AiMOGA Robotics ein Tochterunternehmen der Chery Group während des Chery International User Summit in Wuhu (19.–23. Oktober 2026) die Vorbestellungen für den Haushaltsbegleiter Mobo. Plim Robotics testet seit einen 80 kg schweren, fernsteuerbaren Roboter im direkten Kontakt mit Pflegenden. Parallel dazu sammelt das Unternehmen Objectways weltweit Aufnahmen von Hausarbeiten in Indien, Philippinen und Nigeria, um weitere Trainingsdaten zu generieren. Das belgische Startup Motion sicherte sich kürzlich 2 Millionen Dollar Pre-Seed-Finanzierung, um seine hardware-unabhängige Plattform in Europa auszubauen.



