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9 September 2026

Steuerreform für Kryptowährungen: Neue Regeln ab 2027

Ab 2027 könnten Gewinne aus Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum steuerpflichtig werden, unabhängig von der Haltedauer. Das Finanzministerium plant eine umfassende Reform.

Steuerreform für Kryptowährungen: Neue Regeln ab 2027

Die Bundesregierung plant eine grundlegende Reform der Besteuerung von Kryptowährungen. Laut einem Referentenentwurf des Finanzministeriums sollen Gewinne aus dem Verkauf von BitcoinEther und anderen Tauschkryptowerten künftig unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig werden. Diese Regelungen sollen nur für neu erworbene Bestände gelten und ab 2028 erstmals zu einem automatischen Steuerabzug führen.

Bisher konnten Gewinne aus Kryptowährungen nach einer Haltefrist von zwölf Monaten steuerfrei bleiben. Mit der geplanten Reform soll auch hier die Abgeltungsteuer in Höhe von pauschal 25 Prozent gelten. Damit würde der bisherige Sonderstatus von Kryptowährungen entfallen, der sie von Aktien und Fondsanteilen unterschied.

Neue Steuerregeln ab 2027

Die Reform soll nur für Kryptowerte gelten, die nach dem 31. Dezember 2026 angeschafft werden. Bereits zuvor erworbene Bitcoin und andere Kryptowährungen würden weiterhin unter die bisherigen Regelungen fallen. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Der automatische Steuerabzug durch Kryptodienstleister ist allerdings erst ab dem 1. Januar 2028 vorgesehen. Den Plattformen soll damit Zeit eingeräumt werden, die notwendigen technischen Verfahren einzuführen.

Nach Schätzungen des Finanzministeriums würde die Reform ab 2028 zusätzliche Steuereinnahmen von rund 160 Millionen Euro bringen. Bis 2031 sollen die Mehreinnahmen auf rund 350 Millionen Euro jährlich steigen. Das Finanzministerium begründet die Pläne mit der gewachsenen Bedeutung des Kryptomarktes. Kryptowährungen würden zunehmend als private Kapitalanlage genutzt und seien aufgrund ihrer hohen Liquidität und ihrer vorwiegend spekulativen Verwendung eher mit klassischen Vermögensanlagen vergleichbar.

Reaktionen auf die Reformpläne

Die geplanten Änderungen stoßen auf gemischte Reaktionen. Der Bitcoin-Bundesverband sieht die Entwicklungen kritisch und verweist auf das Versprechen der Koalitionsparteien, Steuern, Abgaben und Energiepreise zu senken. Joshua Krüger von der Schweizer Kryptohandelsplattform DFX hingegen sieht die Reform positiv. Er bezeichnet die bisherige Steuerfreiheit nach einer Haltedauer von zwölf Monaten als „international eher untypischen Sonderweg“.

Krüger argumentiert, dass die aktuelle Regelung zu steuerlichen Verzerrungen und erheblicher operativer Komplexität führe. Eine Gleichstellung mit traditionellen Finanzinstrumenten würde die steuerliche Behandlung und Reporting-Strukturen vereinfachen, die Planungssicherheit für Investoren erhöhen und die institutionelle Anschlussfähigkeit verbessern.

Technische Umsetzung und Zeitplan

Die technischen Anforderungen für die Umsetzung der Reform sind nicht zu unterschätzen. Kryptodienstleister müssen ihre Systeme anpassen, um den automatischen Steuerabzug ab 2028 durchführen zu können. Dies erfordert nicht nur technische Anpassungen, sondern auch eine umfassende Schulung der Mitarbeiter. Die Bundesregierung hat den Plattformen ausreichend Zeit eingeräumt, um diese Veränderungen umzusetzen.

Die Reform ist Teil der Haushaltsplanung für 2027, doch das parlamentarische Verfahren im Bundestag und Bundesrat steht noch aus. Änderungen im Gesetzgebungsverfahren sind daher noch möglich. Die Bundesregierung hat jedoch klargestellt, dass die Reform ein wichtiger Schritt zur Angleichung der steuerlichen Behandlung von Kryptowährungen an traditionelle Finanzinstrumente ist.

Autor

Jonas Becker