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17 September 2026

Sprittreiber: Diesel über 3 Euro, Benzin neues Allzeithoch

Die Kraftstoffpreise klettern auf nie dagewesenes Niveau – ein Blick auf Zahlen, Ursachen und politische Reaktionen.

Sprittreiber: Diesel über 3 Euro, Benzin neues Allzeithoch

Am 17. September 2026 liegt der durchschnittliche Preis für einen Liter Super-Benzin bei 2,37 €, während Diesel sogar 2,45 € kostet. Beide Werte übertreffen den 60-Tage-Durchschnitt deutlich und markieren das bislang höchste Niveau seit der Einführung der Marktansparenzstelle für Kraftstoffe. Im Vergleich zu den Preisen vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 (Super 1,83 €, Diesel 1,75 €) sind die Aufschläge enorm. Auch E10 liegt nun auf Rekordniveau, wenn man die Inflation berücksichtigt, war das Frühjahr 2022 nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs jedoch real noch teurer.

Preisübersicht für Benzin, E10 und Diesel

Die tagesaktuellen Zahlen zeigen, dass die Spritpreise eng mit dem Rohölpreis verknüpft sind. Während Super und E10 aktuell bei 2,37 € bzw. leicht darunter liegen, hat Diesel bereits die 3-Euro-Marke an einzelnen Autobahntankstellen überschritten – ein Phänomen, das bislang nur sporadisch entlang der A8 zwischen Stuttgart und Ulm beobachtet wurde. Der bundesweite Tagesdurchschnitt für Diesel liegt laut ADAC bei 2,453 €, ein neuer Rekord, der den bisherigen Höchststand aus dem April übertrifft. Die Preisentwicklung ist nicht nur für Pendler, sondern auch für Unternehmen, die Diesel als Produktionsenergie nutzen, gravierend.

Ursachen der Preisexplosion

Der Hintermann der Preissteigerungen ist das aktuelle geopolitische Klima. Seit dem Iran-Krieg wurden wichtige Schifffahrtsrouten im Persischen Golf, insbesondere die Straße von Hormus, mehrfach blockiert. Vor dem Konflikt passierte dort etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs. Durch wiederholte Waffenruhen kam es zwar temporär zu Entspannung, doch erneut beschädigte Sabotageakte an saudischen Pipelines und Drohungen der Huthi-Rebellen gegen die Meerenge Bab al-Mandab haben die Versorgung weiter eingeschränkt. Seit Anfang August ist der Ölpreis deshalb kontinuierlich gestiegen, was sich unmittelbar auf die Tankstellenpreise überträgt.

Einfluss der geopolitischen Lage auf Diesel

Der Diesel reagiert besonders sensibel, weil er neben dem Straßenverkehr eine zentrale Rolle in der Industrie spielt und als Ersatz für Erdgas genutzt wird. Deutschlands Raffinerien decken den Benzinbedarf weitgehend selbst, während für Diesel ein größerer Teil importiert werden muss. Diese Importabhängigkeit macht den Dieselpreis krisenanfälliger, weshalb er aktuell stärker steigt als der Benzinpreis.

Politische Reaktionen und geplante Entlastungen

Angesichts der steigenden Kosten fordern mehrere Politiker, darunter die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), einen Preisdeckel für Kraftstoffe. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) lehnt jedoch sowohl einen Deckel als auch eine Übergewinnsteuer ab und spricht stattdessen für Direktzahlungen an einkommensschwächere Haushalte sowie eine Anpassung des CO₂-Preises. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bereits Entlastungen angekündigt, Details bleiben jedoch offen. Das Bundeskartellamt betont, dass es mögliche kartellrechtliche Verstöße genau beobachtet, erkennt jedoch an, dass geopolitisch bedingte Preissteigerungen nicht per Knopfdruck gestoppt werden können.

Zusätzlich zu den politischen Debatten steigen auch die Heizölpreise infolge des erhöhten Rohölpreises, nachdem sie im Vorjahr mehrheitlich unter einem Euro pro Liter lagen. Der Anstieg betrifft nicht nur Autofahrer, sondern auch Haushalte, die mit Heizöl heizen. Während das Gespräch um Preisdeckel weiter tobt, bleibt die Kernursache – die instabile Lage in den Ölexportländern – bestehen, was künftige Schwankungen wahrscheinlich macht.

Autor

Markus Weber