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17 September 2026

Deutschlands Wachstums- und Innovationskapital soll bis 2030 25 Milliarden erreichen

Neue Investorenrunden sollen das deutsche Start‑up‑Ökosystem mit 25 Milliarden Euro auffrischen.

Deutschlands Wachstums- und Innovationskapital soll bis 2030 25 Milliarden erreichen

Am 17. September 2026 feiert die WIN-Initiative ihr zweites Bestehen. Die von der Bundesregierung gemeinsam mit der Förderbank KfW ins Leben gerufene Maßnahme zielt darauf ab, das Wagniskapital für junge, wachstumsorientierte Unternehmen in Deutschland deutlich zu erhöhen. Nach den ersten zwei Jahren sollen nun weitere Partner gewonnen und die finanziellen Rahmenbedingungen noch kräftiger gestaltet werden, um die bereits erzielten Erfolge zu skalieren.

In den ersten Betriebsjahren wurden laut KfW-Angaben rund 2,64 Milliarden Euro in Form von Direktbeteiligungen, Venture-Capital-Fonds und Fremdfinanzierung bereitgestellt. Damit ist bereits ein Teil der im Koalitionsvertrag verankerten Ziele realisiert, wobei sechs von zehn geplanten Maßnahmen vollständig umgesetzt wurden. Dennoch stammt ein Großteil des bislang fließenden Kapitals aus dem Ausland, was den politischen Willen bestärkt, die heimischen Kapitalquellen zu stärken.

Ziele und Finanzrahmen der zweiten Phase

Die neue Etappe der Initiative soll das vorhandene Kapitalvolumen auf insgesamt 25 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 anheben. Davon entfallen 13 Milliarden Euro auf zusätzliches privates Wagniskapital das über verbesserte rechtliche und steuerliche Bedingungen in den Markt fließen soll. Das Konzept beruht auf einer Kombination aus optimierter Marktinfrastruktur, stärkerer Vernetzung von Akteuren und gezielten Anreizen für Großanleger.

Erwartete Wirkung für Unternehmen und Standort

Durch die Aufstockung der Finanzierungsmöglichkeiten sollen insbesondere Wachstumsphasen von Start-ups erleichtert werden – von der Serie-B- bis zur Serie-C-Runde. Mehr Kapital vor Ort bedeutet, dass Unternehmen ihre Skalierung nicht mehr zwingend ins Ausland verlagern müssen, sondern länger am deutschen Standort verbleiben. Das wiederum stärkt die Innovationskraft, schafft Arbeitsplätze und erhöht die Steuereinnahmen, wie Finanzminister Lars Klingbeil betont.

Neue Investorengruppen und konkrete Aktionen

Ein zentrales Element der zweiten Phase ist die Einbindung von bislang unterrepräsentierten Kapitalträgern. Künftig sollen Family OfficesVersicherungenPensionskassenStiftungen und Unternehmens-VCs als WIN-Partner gewonnen werden. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche betont, dass persönliche Gespräche mit Vertretern dieser Gruppen geplant sind, um die Attraktivität eines Investments in deutsche Start-ups zu verdeutlichen.

Veranstaltungen und Dialogformate

In den kommenden Monaten werden von KfW und der Bundesregierung hochrangige Dialogveranstaltungen organisiert, bei denen potenzielle Investoren detaillierte Einblicke in die Rahmenbedingungen erhalten. Diese Events sollen nicht nur Netzwerke stärken, sondern auch konkrete Beteiligungsmodelle vorstellen, die den institutionellen Anlegern den Eintritt in das VC-Ökosystem erleichtern.

Bisherige Experten sehen hierin ein strukturelles Defizit, das die langfristige Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen gefährden kann. Sie fordern neben mehr Kapital auch regulatorische Anpassungen, um das Risiko-Profil für institutionelle Anleger zu verbessern.

Ausblick bis 2030

Die Zielmarke von 25 Milliarden Euro erfordert ein kontinuierliches Beschleunigen der Investorengewinnung und die konsequente Umsetzung vereinbarter Maßnahmen. Wenn die geplanten 13 Milliarden Euro zusätzlicher privater Mittel tatsächlich mobilisiert werden, könnte das deutsche Wachstumskapital sich mehr als verdoppeln und die Basis für eine starke, unabhängige Innovationslandschaft legen. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Kombination aus politischem Willen, verbesserter Infrastruktur und neuem Investorennetzwerk den gewünschten Wandel herbeiführt.

Autor

Markus Weber