Berlin steht vor einem bedeutenden Wandel seiner Bäderinfrastruktur. Mit einer beispiellosen Investition von 600 Millionen Euro bis 2030 setzen die Berliner Bäderbetriebe ein starkes Zeichen für die Zukunft der öffentlichen Schwimmbäder. Diese Initiative zielt darauf ab, den langjährigen Sanierungsstau zu beheben und die Bäder auf den neuesten technologischen Stand zu bringen.
Die Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) betonte die Bedeutung dieser Investitionen für die Gesundheit und Lebensqualität der Berliner Bevölkerung. Die 67 Bäder in der Hauptstadt spielen eine zentrale Rolle in der Förderung des Sports und der öffentlichen Gesundheit.
Sanierung des Stadtbad Schöneberg
Ein Meilenstein in diesem Transformationsprozess ist die Sanierung des Stadtbad Schöneberg. Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit und einer Investition von rund 14 Millionen Euro wird das Bad am 26. August 2026 wiedereröffnet. Die umfassende Modernisierung umfasste die Erneuerung der FilteranlagenWasseraufbereitungBeckenLüftungsanlage sowie die Installation neuer Solebäder und Whirlpools.
Das Stadtbad Schöneberg, benannt nach dem Fernseh-Pionier Hans Rosenthal der als Kind aufgrund seiner Verfolgung als Jude nicht schwimmen lernen konnte, ist ein Symbol für die historische und kulturelle Bedeutung dieser Einrichtungen. Die Sanierung stellt sicher, dass zukünftige Generationen von dieser wichtigen Infrastruktur profitieren können.
Neubauten und Erweiterungen
Neben der Sanierung bestehender Bäder sind auch mehrere Neubauten und Erweiterungen geplant. In den Bezirken Lichtenberg und Treptow-Köpenick sollen jeweils neue Funktionsbäder entstehen. Diese Projekte sind Teil einer breiteren Strategie, die Bäderinfrastruktur in ganz Berlin zu verbessern.
Ein weiteres bedeutendes Projekt ist die Sanierung des Kombibad Mariendorf das nach einem Brand seit mehreren Jahren geschlossen ist. Die Sanierung soll 2027 beginnen und 2030 abgeschlossen sein. Zudem sind weitere Neubauten in den Bezirken SpandauMarzahn-Hellersdorf und Pankow in Planung.
Klimafreundliche Modernisierung
Ein zentraler Aspekt der Investitionen ist die klimafreundliche Modernisierung der Bäder. Die Berliner Bäderbetriebe erhalten 204 Millionen Euro aus dem Klimapakt des Landes Berlin um nachhaltige Maßnahmen umzusetzen. Dazu gehören die Installation von Beckenabdeckungen die den Wärmeverlust um bis zu 30 Prozent reduzieren können.
„Bäder sind Energiefresser“, erklärte Marie Rupprecht Vorständin der Berliner Bäderbetriebe. Die klimatechnischen Umbauten sind entscheidend, um die Energieeffizienz zu verbessern und die Betriebskosten zu senken.
Zukunftsperspektiven
Die umfangreichen Sanierungs- und Neubauprojekte werden vorübergehend zu Schließungen einzelner Bäder führen. Dennoch betonte Johannes Kleinsorg Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäderbetriebe, dass das Schulschwimmen während der Sanierungsarbeiten sichergestellt bleibt.
Die Berliner Bäderbetriebe bieten auch in den Sommerferien Ferienschwimmkurse an. Interessierte können sich für den Seepferdchenkurs und den Seepferdchen-Fortsetzungskurs unter www.kurse.berlinerbaeder.de anmelden.
Mit diesen Investitionen setzt Berlin ein klares Zeichen für die Zukunft seiner Bäderinfrastruktur. Die Modernisierung und der Neubau von Schwimmbädern werden nicht nur die Lebensqualität der Bürger verbessern, sondern auch die sportlichen und gesundheitlichen Angebote in der Hauptstadt stärken.

