Das Altersvorsorgedepot ist das aktuelle Pendant zur Riester-Rente und richtet sich an Sparer, die bereit sind, ihr Geld langfristig in Aktien zu investieren. Die Besonderheit liegt in einer staatlichen Zulage von bis zu 540 Euro pro Jahr sowie in einem steuerfreien Wachstumszeitraum. Wer bereits jetzt ein Depot mit einem monatlichen Eigenbeitrag von 100 Euro eröffnet, kann mithilfe von Zinseszins und Förderungen in drei Jahrzehnten ein Vermögen von rund 110 000 Euro ansparen.
Wie die staatliche Förderung funktioniert
Bei einem Beitrag von 100 Euro pro Monat fließen jährlich 1.200 Euro aus eigener Tasche ins Depot. Der Staat zahlt darauf 390 Euro Grundzulage – 50 Cent je Euro für die ersten 360 Euro und 25 Cent für die restlichen 840 Euro. Das entspricht einer Förderquote von 32,5 Prozent. Haben Sie Kinder, erhöht sich die Zulage um bis zu 600 Euro pro Jahr (100 % des Eigenbeitrags pro Kind, maximal 300 Euro). Zusätzlich können Eigenbeitrag und Zulage als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden, wobei die Erstattung je nach Grenzsteuersatz zwischen 55 Euro und 278 Euro pro Jahr liegen kann.
Langzeit-Simulation: 10, 20 und 30 Jahre
Rechnet man mit einer jährlichen Rendite von 5 Prozent nach Kosten und einer Einlage zu Jahresbeginn, ergeben sich folgende Werte (ohne Kinderzulage und Inflation):
10 Jahre: 21.000 Euro Depotwert, davon 5.100 Euro Rendite.
20 Jahre: 55.200 Euro, davon 23.400 Euro Rendite.
30 Jahre: 110.900 Euro, davon beeindruckende 63.200 Euro Rendite. Nach 30 Jahren hat man selbst nur 36.000 Euro eingezahlt – die restlichen 74.900 Euro stammen aus staatlichen Zulagen und Zinseszins.
Effekte für Familien
Bei gleichbleibender Sparrate und einer Kinderzulage, die bis zum 18. Geburtstag des Kindes gewährt wird, steigt das Endkapital auf etwa 142.700 Euro. Ohne Kinderzulage liegt das Ergebnis bei 110.900 Euro. Verlängert sich der Kindergeldanspruch durch Ausbildung, erhöht sich der Betrag weiter.
Späteinsteiger und die Rolle der Steuer
Ein 55-Jähriger, der 150 Euro pro Monat einzahlt, erzielt nach zehn Jahren bei einer angenommenen Rendite von 6 Prozent einen Depotwert von rund 32.700 Euro. Im Vergleich dazu würde ein unverzinstes, normales Depot bei gleicher Einzahlung etwa 25.150 Euro erreichen – die Differenz stammt fast ausschließlich aus den staatlichen Zulagen. Entscheidend ist jedoch die Besteuerung bei Auszahlung: Beim Altersvorsorgedepot wird das gesamte angesparte Kapital (Eigenbeitrag, Zulagen und Erträge) als Einkommen versteuert, während im normalen Depot lediglich die Kursgewinne steuerpflichtig sind. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % kann das reguläre Depot trotz geringerer Summe zur Nettoauszahlung mehr Geld liefern.
Steuererstattung als zusätzlicher Hebel
Die zulagenberechtigten Beiträge (bis 1.800 Euro jährlich) können zudem als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % ergibt das eine zusätzliche Erstattung von rund 443 Euro pro Jahr. Wird diese Erstattung wieder angelegt, kann das Altersvorsorgedepot bei einem hohen Steuersatz nach zehn Jahren um etwa 20 % besser abschneiden als das normale Depot.
Unabhängig von Alter und Familienstand gilt: Wer frühzeitig ein Altersvorsorgedepot eröffnet und die Identitätsprüfung bereits vor dem offiziellen Start am 1. Januar 2027 erledigt, vermeidet lange Wartezeiten und verpasst keine monatlichen Förderungen. Die Kombination aus staatlicher Zulage, steuerlicher Absetzbarkeit und langfristigem Zinseszinseffekt macht das Produkt zu einer attraktiven Option – solange man die Bindungsfristen und die komplette Versteuerung im Rentenalter berücksichtigt.



