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21 August 2026

OneCoin-Betrug: Staatsanwaltschaft Bielefeld erhebt Anklage gegen Ruja Ignatova

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat Anklage gegen Ruja Ignatova, die Erfinderin der Kryptowährung OneCoin, erhoben. Millionen von Anlegern wurden betrogen, und der Schaden beträgt bis zu vier Milliarden Euro.

OneCoin-Betrug: Staatsanwaltschaft Bielefeld erhebt Anklage gegen Ruja Ignatova

Die Geschichte der Krypto-Queen Ruja Ignatova ist eine der spektakulärsten Betrugsgeschichten der letzten Jahre. Die promovierte Juristin, die mit zehn Jahren aus Bulgarien nach Deutschland kam, baute ein Schneeballsystem auf, das Millionen von Anlegern um ihr Erspartes brachte. Die von ihr erfundene Kryptowährung OneCoin erwies sich als eine der größten Finanzbetrügereien der Geschichte.

Im Jahr 2014 begann Ignatova, OneCoin als Alternative zu Bitcoin zu bewerben. Sie versprach Anlegern hohe Renditen und präsentierte die Kryptowährung als sichere Investition. Doch hinter der Fassade verbarg sich ein Schneeballsystem das auf Lügen und Täuschung basierte. Der Wert von OneCoin wurde nicht durch Marktmechanismen bestimmt, sondern einfach erfunden.

Der Zusammenbruch des OneCoin-Imperiums

Im Januar 2017 schloss die OneCoin-Börse plötzlich ohne Vorwarnung. Während einige wenige in der Netzwerkpyramide ganz oben stehende Personen Millionengewinne erzielten, verloren die meisten Anleger alles. Weltweit wurden rund dreieinhalb Millionen Anleger um ihr Geld gebracht. Der geschätzte Schaden liegt bei bis zu vier Milliarden Euro.

Ruja Ignatova, die heute 45 Jahre alt ist, flüchtete im Oktober 2017 aus Sofia nach Athen und verschwand seitdem spurlos. Trotz intensiver Fahndung bleibt ihr Aufenthaltsort unbekannt. Lange Zeit ging die Öffentlichkeit davon aus, dass sie ermordet worden sein könnte. Ein bulgarisches Polizeidokument berichtete von einem angeblichen Mord auf einer Jacht in Griechenland. Doch Ermittler bewerten dieses Dokument mittlerweile als Fälschung.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bielefeld

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat Anklage wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Geldwäsche gegen Ruja Ignatova erhoben. Oberstaatsanwalt Carsten Nowak und sein Team konnten die Geldflüsse von der Kreissparkasse Steinfurt teilweise nachvollziehen. 20 Millionen Euro gingen mithilfe eines Münchner Anwalts an Treuhandfirmen, mit denen zwei Nobelwohnungen in London für Ignatova erworben worden sein sollen.

Mitte 2026 erreichte die Bielefelder Staatsanwaltschaft ein Etappen-Ziel: Das Landgericht wollte diese 20 Millionen Euro aus Geldwäsche-Geschäften einziehen und deutschen OneCoin-Opfern als Entschädigung zur Verfügung stellen. Eine Beschwerde des anwaltlichen Vertreters der untergetauchten Ignatova steht noch aus.

Die Rolle der Gehilfen

Ein Ehepaar aus Greven wurde vom Landgericht Münster wegen gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt. Sie sollen das Geld auf Offshore-Firmen verteilt und Konten in aller Welt versteckt haben. Ein Münchner Anwalt, der sie unterstützt haben soll, wurde wegen leichtfertiger Geldwäsche zu zwei Jahren und neun Monaten Haftstrafe verurteilt. Die Verurteilten gingen in Revision, und die Entscheidung des Bundesgerichtshofs steht noch aus.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat bereits 10,3 Millionen Euro aus Ignatovas Vermögen sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an, und die Suche nach der Krypto-Queen geht weiter. Bis heute bleibt Ruja Ignatova eine der meistgesuchten Frauen der Welt.

Autor

Markus Weber