Am 6. Oktober 2026 veröffentlichte Greenpeace Europa Oste-und-Südosteuropa einen Bericht, in dem 15 Metropolen der EU nach ihrem Fortschritt beim Ausstieg aus fossilen Brennstoffen im Gebäudesektor bewertet wurden. Rom belegte dabei den 14. Platz von 15, nur Bukarest schnitt noch schlechter ab. Die Rangliste verdeutlicht, dass die italienische Hauptstadt im kritischen Bereich der Heizungsumstellung erheblich hinter den europäischen Vorreitern zurückbleibt.
Rangliste: Rom hinter den Spitzenstädten
Auf den vorderen Plätzen stehen Stoccolma (Platz 1), Parigi (Platz 2) und Vienna (Platz 3). Diese Städte zeichnen sich durch langfristige Planungen umfangreiche Investitionen in Fernwärmenetze und solide soziale Schutzmaßnahmen aus. Am unteren Ende der Skala liegen Atene (Platz 13), Rom (Platz 14) und Bucarest (Platz 15). Die Bewertung berücksichtigte fünf Dimensionen: Emissionen, politische Rahmenbedingungen, Infrastruktur, Governance und Finanzierung.
Warum die Heizungsumstellung zentral für die Klimaziele ist
Der Heizungssektor ist für einen erheblichen Teil des europäischen Strom- und Wärmeverbrauchs verantwortlich und trägt maßgeblich zu den CO₂-Emissionen bei. Fossile Brennstoffe wie Erdgas oder Heizöl setzen bei der Verbrennung große Mengen Kohlendioxid sowie weitere Schadstoffe frei. Der angestrebte Phase-Out bedeutet, dass diese Quellen schrittweise durch erneuerbare EnergienElektifizierung und verbesserte Energieeffizienz ersetzt werden sollen. Ohne ein strukturiertes Thermisches Territorialkonzept das den Wärmebedarf von Quartieren kartiert, bleibt die Umstellung jedoch fragmentiert.
Ursachen für Roms schwache Platzierung
Der Bericht kritisiert, dass Rom zwar Ansätze zur Elektifizierung zeigt, jedoch nach wie vor stark vom Gas abhängig ist. Es fehlt ein verbindlicher Phase-Out-Plan der klare Meilensteine und ein Enddatum definiert. Ebenso sei der Thermische Territorialplan – ein Instrument zur Koordination von Wärmeversorgung, Gebäudesanierung und Netzausbau – noch nicht fertiggestellt. Ohne diese Planungsgrundlagen können Investitionen in Fernwärme und Wärmedämmung nicht zielgerichtet gesteuert werden.
Städte, die bereits konkrete Wege aufzeigen
Stoccolma erreicht den ersten Platz, weil der direkte Verbrauch fossiler Brennstoffe in Gebäuden extrem niedrig ist und das bestehende Heizsystem bereits stark auf erneuerbare Quellen umgestellt wurde. Parigi kombiniert eine rasche Reduktion von Gebäudeemissionen mit massiven Investitionen in das städtische Fernwärmenetz, während Wien einen klaren Heizungsplan bis 2040 vorgelegt hat, der den Austausch von rund 600 000 Gasheizungen vorsieht. Diese Städte profitieren von einer engen Verzahnung von politischer StrategieFinanzierungsmodellen und sozialen Ausgleichsmaßnahmen die bei Rom noch lückenhaft sind.
Stimme von Greenpeace Italien: Forderungen an die Politik
Federico Spadini, Sprecher der Klimakampagne von Greenpeace Italien, betont: „Familien, die immer höhere Rechnungen zahlen und unsichere Energiepreise erleben, leiden nicht aus einem Zufall, sondern aus einem auf fossilen Brennstoffen basierenden Energiemodell.“ Er fordert die europäischen Regierungen auf, den Gas-Ausstieg bis 2035 verbindlich zu verankern, massiv in Erneuerbare zu investieren und die Energieeffizienz in Gebäuden zu steigern. Nur durch ein solches Vorgehen könne eine faire und sozial ausgewogene Transition gewährleistet werden.
Ohne klare Zielvorgaben, finanzielle Anreize und eine koordinierte Umsetzung drohen weiter steigende Energiepreise und verpasste Klimaziele.



