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1 September 2026

Investitionen in Deutschland: Britische Unternehmen verdrängen US-Konzerne

Die ausländischen Investitionen in Deutschland sind 2025 sprunghaft gestiegen. Während US-Unternehmen ihre Ausgaben reduzierten, verdreifachten britische Investoren ihr Engagement.

Investitionen in Deutschland: Britische Unternehmen verdrängen US-Konzerne

Die deutsche Wirtschaft erlebt einen bemerkenswerten Aufschwung bei den ausländischen Investitionen. Nach einem deutlichen Einbruch im Jahr 2024 haben sich die Direktinvestitionen 2025 wieder erholt und sogar ein neues Niveau erreicht. Diese positive Entwicklung geht vor allem auf die veränderte Herkunft der Investitionen zurück, wie eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt.

Im jahr 2025 flossen insgesamt 86 Milliarden Euro an ausländischem Kapital nach Deutschland, was einem Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Zahlen basieren auf neuen Daten der Bundesbank und wurden vom IW analysiert. Die Studie zeigt, dass sich die Investitionslandschaft in Deutschland deutlich gewandelt hat.

Die USA verlieren an Bedeutung, Großbritannien steigt auf

Ein besonders auffälliger Trend ist der Rückgang der US-Investitionen. Während amerikanische Unternehmen 2024 noch 36 Prozent aller ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland stellten, sank ihr Anteil 2025 auf nur noch 14 Prozent. Die Investitionssumme aus den USA fiel um fast 44 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro.

Diese Lücke wurde vor allem durch britische Investoren gefüllt. Das Vereinigte Königreich steigerte seine Investitionen um 284 Prozent auf 26 Milliarden Euro was einem Anteil von 31 Prozent an allen ausländischen Direktinvestitionen entspricht. Damit liegt Großbritannien nun klar vor den USA.

Europa bleibt der wichtigste Investor

Trotz der starken Zuwächse aus Großbritannien bleibt der mit Abstand größte Teil des ausländischen Investitionskapitals in Deutschland weiterhin in der europäischen Nachbarschaft. Die anderen EU-Staaten investierten 2025 insgesamt 43 Milliarden Euro in Deutschland, was einem leichten Rückgang von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dennoch machen diese Investitionen immer noch 50 Prozent aller ausländischen Direktinvestitionen aus.

Die engen und verlässlichen wirtschaftlichen Beziehungen zu den europäischen Nachbarn bleiben somit ein zentraler Pfeiler der deutschen Wirtschaft. Diese Stabilität ist besonders wichtig in einer Zeit, in der sich die globalen Investitionsströme schnell verändern können.

Andere Länder mit deutlichen Zuwächsen

Neben Großbritannien und den USA zeigten auch andere Länder deutliche Veränderungen in ihren Investitionen. Chinesische Unternehmen steigerten ihre Investitionen um 51 Prozent blieben mit 199 Millionen Euro jedoch ein Randphänomen. Auch aus Chile und Saudi-Arabien gab es kräftige Zuwächse von über 40 Prozent.

Diese Entwicklungen zeigen, dass die ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland von einer Vielzahl von Faktoren abhängen. Einzelne große Transaktionen können die Zahlen stark beeinflussen, und es ist üblich, dass die Werte im Nachhinein noch korrigiert werden. Dennoch bleibt der Trend zu einer stärkeren internationalen Verankerung der deutschen Wirtschaft ungebrochen.

Autor

Jonas Becker