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1 September 2026

Ausländische Direktinvestitionen in Deutschland steigen 2025 um 50 Prozent

Im Jahr 2025 haben ausländische Unternehmen 86 Milliarden Euro in Deutschland investiert, ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Großbritannien hat dabei eine entscheidende Rolle gespielt.

Ausländische Direktinvestitionen in Deutschland steigen 2025 um 50 Prozent

Die Direktinvestitionen aus dem Ausland in Deutschland stiegen 2025 um 50 Prozent auf 86 Milliarden Euro und damit veränderte sich die Herkunft des Kapitals deutlich in Deutschland.

Dieser Anstieg war relevant, weil er die Struktur der ausländischen Kapitalzuflüsse veränderte und Rückschlüsse auf wirtschaftliche Verschiebungen in Europa ermöglichte. Direktinvestitionen lieferten nicht nur Kapital, sondern oft auch Technologie und Beteiligungen, die die Wettbewerbsfähigkeit von Firmen in Deutschland beeinflussten. Letzte Aktualisierung: 1. September 2026.

Zahlen 2025 und regionale Verteilung

Im Jahr 2025 betrugen die ausländischen Direktinvestitionen nach Angaben der Deutsche Bundesbank insgesamt 86 Milliarden Euro, ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Beitrag der anderen EU-Länder lag bei rund 43 Milliarden Euro, trotz eines leichten Rückgangs von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zusammen mit Großbritannien entfielen damit mehr als 80 Prozent der ausländischen Investitionen auf Europa. Diese Verteilung spiegelte die starke Stellung europäischer Investoren wider.

Chinesische Direktinvestitionen legten 2025 um 51 Prozent zu, blieben aber mit 199 Millionen Euro vergleichsweise klein. Weitere Länder wie Chile und Saudi-Arabien erhöhten ihre Engagements, spielten jedoch eine untergeordnete Rolle gegenüber den europäischen Kapitalgebern.

Großbritannien, USA und bedeutende Transaktionen

Die Investitionen aus Großbritannien vervierfachten sich 2025 und erreichten 26 Milliarden Euro, womit Großbritannien die USA als größten ausländischen Investor in Deutschland überholte. Die US-Investitionen sanken um 44 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro. Solche Verschiebungen erklärten Experten teilweise durch die hohe Volatilität einzelner Großprojekte. Ein konkretes Beispiel war die Übernahme durch den britischen Investor Capvest beim Medizinunternehmen Stada die statistisch stark wirkte.

Neben Fusionen und Übernahmen spielten auch Neuansiedlungen eine Rolle. In Brandenburg baute Amazon eine neue Cloud-Infrastruktur, die europäische Unternehmen unabhängiger von US-Anbietern machen sollte und die Attraktivität des Standorts für weitere Investoren erhöhte.

Ökonomischer Kontext und politische Rahmenbedingungen

Analysten wie Samina Sultan vom Institut der Deutschen Wirtschaft wiesen darauf hin, dass die Zahlen von Jahr zu Jahr stark schwanken konnten und dass ein einzelnes Großprojekt die Statistiken verfälschen könne. Die Entwicklung seit 2015 bis 2024 zeigte einen variierenden Median, doch der Wert 2025 stellte einen deutlichen Ausschlag dar und indizierte eine zunehmende Diversifizierung der Kapitalherkünfte.

Parallel zu diesen Investitionsbewegungen plante die politische Koalition umfassende Reformen, die wirtschaftliche Rahmenbedingungen veränderten. Dazu zählten Maßnahmen aus der Modernisierungsagenda, das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität sowie der Deutschlandfonds, der privates Kapital mobilisierte. Der Deutschlandfonds startete Ende 2026 und zielte darauf ab, über 130 Milliarden Euro zusätzliches privates Kapital zu aktivieren; zugleich wurden die Kosten der Energiewende zwischen 2026 und 2049 auf 4,8 bis 5,4 Billionen Euro geschätzt. Diese politischen Instrumente beeinflussten Erwartungen von Investoren und konnten mittelfristig die Struktur der Direktinvestitionen prägen.

Die Daten für 2025 zeigten, dass Deutschland trotz globaler Unsicherheiten weiterhin ein attraktiver Zielmarkt blieb, wobei europäische Investoren dominierend waren und strategische Übernahmen sowie Infrastrukturprojekte die Statistik prägten.

Autor

Anna Schmidt