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28 August 2026

ETF-Sparpläne: Warum der MSCI World nicht mehr die erste Wahl ist

Der MSCI World war lange der Favorit für ETF-Sparpläne. Doch seine US- und Tech-Lastigkeit führt zu neuen Empfehlungen wie MSCI ACWI oder FTSE All World.

ETF-Sparpläne: Warum der MSCI World nicht mehr die erste Wahl ist

Der MSCI World galt jahrelang als Goldstandard für langfristige ETF-Sparpläne. Doch seine Dominanz bröckelt. Immer mehr Anleger hinterfragen die US- und Tech-Lastigkeit des Index und suchen nach Alternativen.

Die Kritikpunkte sind klar: Der MSCI World deckt nur etwa 72 Prozent US-Unternehmen ab und vernachlässigt Schwellenländer. Experten wie Christian W. Röhl von Scalable Capital empfehlen stattdessen breit gestreute Indizes wie den MSCI All Country World Investable Market (ACWI IMI).

Breitere Streuung mit globalen ETFs

Der MSCI ACWI IMI bietet mit rund 8.200 Aktien eine deutlich größere Diversifikation als der MSCI World. Er umfasst auch Schwellenländer und ist laut Finanztip die neue Standard-Empfehlung. Weitere beliebte Alternativen sind der FTSE All World und der FTSE Global All Cap.

Wer einen ETF-Anbieter sucht, sollte auf das Mindestvolumen achten. Röhl rät zu mindestens 100 Millionen Euro oder Dollar. Zu den größten Anbietern zählen IsharesVanguardXtrackers und Amundi. „Unter diesen ist es weitgehend egal, für wen man sich entscheidet“, so Röhl.

Einzelaktien und Themen-ETFs als Depot-Gewürze

Ein ETF-Sparplan auf Welt-Aktien bildet die Basisanlage eines gut gestreuten Depots. Röhl vergleicht dies mit einem herzhaften Eintopf, den man mit Gewürzen verfeinern kann. Dazu zählen Einzelaktien, Fonds oder Themen-ETFs. Doch Vorsicht: Diese sollten nur einen kleinen Teil des Depots ausmachen – maximal fünf Prozent.

„Es läuft höchstwahrscheinlich gegen mich und befriedigt eher meinen Spieltrieb“, warnt Röhl. Themen-ETFs wie Weltraum oder Quantencomputer kommen oft auf den Markt, wenn das Thema bereits durch ist. Studien der Universität von Ohio zeigen, dass solche ETFs in ihren ersten fünf Jahren schlechter performen als breit gestreute ETFs.

Vanguard FTSE All-World: Rekordzuflüsse und neue Produkte

Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF verzeichnete im Juli 2026 Rekordzuflüsse von 3,3 Milliarden Euro. Dies unterstreicht das starke Interesse an breit gestreuten Welt-Indexfonds. Der ETF notiert aktuell bei 167,62 Euro und liegt 1,1 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Vanguard hat kürzlich drei neue globale Aktien-ETFs eingeführt: den FTSE Global All-Cap UCITS ETF den FTSE Global Small-Cap UCITS ETF und den FTSE All-World ex-US UCITS ETF. Diese Produkte ergänzen das Flaggschiff und zielen auf Anleger, die eine feinere Marktkapitalisierungs-Abdeckung oder eine gezielte Untergewichtung der USA suchen.

Der zugrundeliegende FTSE All-world index bleibt in Bewegung. So werden ab dem 21. September 2026 sechs vietnamesische Aktien in den Index aufgenommen. Zudem gab es kleinere technische Anpassungen, etwa die Fusion zwischen Charter Communications und Liberty Broadband.

Die Gebührensenkung auf 0,14 Prozent wirkt weiter als struktureller Standortvorteil. Für langfristig orientierte Sparer bleibt die Kombination aus niedrigen Kosten, breiter Streuung und Zuflussdynamik der zentrale Grund, warum der Fonds seine Position als meistgekauftes europäisches ETP behält.

Trade Republic: Günstige Gebühren und innovative Funktionen

Trade Republic setzt neue Maßstäbe bei den Gebühren, um den Börsenhandel für Privatanleger zu vereinfachen. Jede Order kostet nur 1 Euro, unabhängig vom Ordervolumen. Sparpläne sind sogar komplett kostenlos.

Ein entscheidender Faktor für die Sicherheit ist, dass Trade Republic an einer regulierten Börse handelt. Der Broker leitet die Orders an einen regulierten und überwachten Handelsplatz weiter. Zudem bietet Trade Republic Zinsen auf dem Verrechnungskonto in Höhe von 2,25 Prozent pro Jahr.

Mit der Trade Republic Kreditkarte erhalten Anleger 1 Prozent des Kreditkartenumsatzes in ein Wertpapier ihrer Wahl erstattet. Zudem gibt es die Aufrundfunktion, bei der der Einkaufsbetrag auf den nächsten vollen Euro aufgerundet wird und die Differenz in ein Wertpapier investiert wird.

Trade Republic bietet zahlreiche Sparpläne ab 1 Euro Sparrate. Zur Auswahl stehen Aktien, ETFs oder Kryptowährungen. Speziell bei stark volatilen Werten ergibt es Sinn, den Durchschnittspreis durch häufigere Sparintervalle zu glätten.

Autor

Jonas Becker