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7 September 2026

Digitale Lernmittel: Effizienzsteigerung im Schulalltag

Die Digitalisierung im Bildungswesen schreitet voran. Doch wie können digitale Lernmittel tatsächlich helfen?

Digitale Lernmittel: Effizienzsteigerung im Schulalltag

Die Digitalisierung hält Einzug in die Schulen, doch nicht jede digitale Lösung ist automatisch eine Verbesserung. Wie können digitale Lernmittel Lehrkräfte wirklich entlasten und den Unterricht bereichern? Diese Frage steht im Mittelpunkt der aktuellen Diskussionen im Bildungswesen.

Mit dem Start des Marktplatz Lernapps am 1. September 2026 bietet das österreichische Bildungsministerium Schulen die Möglichkeit, qualitätsgeprüfte digitale Lernangebote auszuwählen. Unternehmen wie SchuBu aus Wien entwickeln interaktive Schulbücher und Unterrichtsmaterialien, die den Schulalltag erleichtern sollen.

Die Herausforderungen der Digitalisierung

Ein digitales Lernmittel ist nur dann sinnvoll, wenn es tatsächlich Arbeit abnimmt und den Unterricht verbessert. Einfache Übertragungen bestehender Materialien ins Digitale wie etwa PDF-Versionen von Schulbüchern, ändern das Medium, aber nicht den Arbeitsaufwand. Paul Beyer Klinkosch Gründungspartner bei SchuBu, betont: „Digital ist nicht automatisch einfacher. Gute Digitalisierung muss dazu führen, dass bestimmte Arbeitsschritte tatsächlich wegfallen.“

Besonders in der Unterrichtsvorbereitung liegt großes Potenzial zur Zeiteinsparung. Lehrkräfte müssen oft geeignete Inhalte aus verschiedenen Quellen suchen und aufbereiten. Interaktive Schulbücher bieten fertige Lernstrecken mit Präsentationen für die digitale Tafel, die direkt im Unterricht eingesetzt werden können. Dadurch reduziert sich die Vorbereitungsarbeit erheblich.

Individuelle Förderung und Zeitersparnis

Ein weiterer Bereich, in dem digitale Lernmittel helfen können, ist der Umgang mit unterschiedlichen Lernständen bei den Schülerinnen und Schülern. Individuelle Förderung bedeutet für Lehrkräfte oft zusätzlichen Vorbereitungsaufwand. SchuBu bietet Aufgaben in verschiedenen Schwierigkeitsgraden an, die Schülerinnen und Schüler im eigenen Tempo bearbeiten können. Lehrkräfte können gleichzeitig erkennen, wo Unterstützungsbedarf besteht.

Ziel ist es nicht, möglichst viele Bereiche des Schulalltags zu automatisieren, sondern Zeit für persönliche Aufmerksamkeit und pädagogisches Urteilsvermögen freizuspielen. Rückmeldungen von Lehrkräften zeigen, dass weniger Kopier- und Korrekturarbeit als Entlastung wahrgenommen wird. Technologie kann weder eine gute Erklärung noch das persönliche Gespür einer Lehrkraft ersetzen, aber sie kann dazu beitragen, dass für genau diese Aufgaben wieder mehr Zeit bleibt.

Der Digitalpakt 2.0: Förderung der digitalen Bildung

Ab dem 1. September 2026 startet der Digitalpakt 2.0 der die digitale Ausstattung und IT-Infrastruktur an Schulen fördert. Bund und Länder tragen die Kosten jeweils zur Hälfte. Der Bund stellt 2,5 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ bereit, die Länder investieren weitere 2,5 Milliarden Euro.

Der Digitalpakt 2.0 setzt sich aus drei Handlungssträngen zusammen: digitale Ausstattung und IT-Infrastruktur, Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie „Digitales Lehren und Lernen“ als gemeinsame Initiative von Bund und Ländern. Ein zentrales Element ist die Vereinfachung der administrativen Prozesse, um den Verwaltungsaufwand bei den Schulträgern und Ländern zu reduzieren.

Der erste Digitalpakt Schule ermöglichte den flächendeckenden WLAN-Ausbau, die Modernisierung schulischer Netzinfrastrukturen sowie die Anschaffung digitaler Endgeräte und Präsentationstechnik. Mit dem Digitalpakt 2.0 soll die digitale Bildung weiter gestärkt und Lehrkräfte gezielt auf die neuen Anforderungen vorbereitet werden.

Autor

Jonas Becker