Die Gemeinde Schopfheim steht vor einer enormen finanziellen Herausforderung: Im nächsten Haushaltsjahr fehlen fast 13 Millionen Euro. Angesichts dieser Haushaltslücke hat die Stadtverwaltung ein offenes Forum ins Leben gerufen, das am kommenden Mittwoch unter dem Titel „Haushaltskonsolidierung“ stattfinden soll. Ziel ist es, die Bevölkerung nicht nur zu informieren, sondern aktiv nach Ideen zu fragen, wie Einsparungen realisiert werden können, ohne das tägliche Leben zu stark zu beeinträchtigen.
Ein Bürgerforum für konkrete Sparvorschläge
Mehr als 100 Einwohner, Vertreter von Ortsteilen und lokale Initiativegruppen haben sich bereits zur Stadthalle gemeldet, um in einem offenen Dialog Fragen zu stellen und Vorschläge zu unterbreiten. Der amtierende Bürgermeister Dirk Harscher betonte, dass die aktuelle Unterfinanzierung „besonders extrem“ sei und dass die Stadt keine einseitigen Entscheidungen mehr treffen wolle. Die Veranstaltung soll deshalb nicht nur informieren, sondern auch Bürgerbeteiligung ermöglichen, wobei jeder Teilnehmer die Möglichkeit erhält, seine Ideen schriftlich zu formulieren oder mündlich zu präsentieren.
Kernpunkte der Bürgerbeteiligung
Im Zentrum des Gesprächs stehen vier Hauptthemen: Verkehrsplanungöffentliche VerkehrsmittelKindertagesbetreuung und die Wasserversorgung. In den Ortsteilen wurden zudem Anliegen zu Waldpflege und lokaler Entwicklung erhoben. Der offene Rahmen soll sicherstellen, dass auch kleinere, aber dringliche Probleme – etwa die Sauberkeit in der Innenstadt oder die Anbindung von Geschäften an aktuelle Baustellen – berücksichtigt werden. Die Stadt plant, alle eingereichten Vorschläge zu sammeln, zu prüfen und in einem transparenten Bericht zu veröffentlichen.
Thomas Kuri fordert klare Kommunikation und Serviceverbesserungen
Bürgermeisterkandidat Thomas Kuri brachte während seiner Wahlkampagne über 500 Hinweise aus Schopfheim und den umliegenden Ortsteilen ein. Er nutzt diese Erfahrung, um einen strukturierten Serviceprozess zu propagieren: Jede eingehende Nachricht soll sofort bestätigt, die zuständige Fachabteilung benannt und eine realistische Bearbeitungsfrist angegeben werden. Kuri betont, dass Bürger zwar nicht erwarten, dass jedes Problem sofort gelöst wird, sie jedoch ein Anrecht darauf haben, zu wissen, wer ihr Anliegen bearbeitet und wann sie mit einer Rückmeldung rechnen können.
Fokus Innenstadt und Ehrenamt
Ein zweiter Schwerpunkt liegt laut Kuri auf der Innenstadt, wo regelmäßig Fragen zur Erreichbarkeit zu parallelen Baustellen, Sperrungen und zur Sauberkeit aufkommen. Er will einen regelmäßigen Austausch zwischen Stadtverwaltung, Einzelhandel und Gastronomie etablieren, damit das Wissen derjenigen, die täglich vor Ort arbeiten, früher in Entscheidungen einfließt. Gleichzeitig hat er das Ehrenamt als concretes Handlungsfeld identifiziert: Vereine und soziale Initiativen benötigen feste Ansprechpartner, passende Räumlichkeiten und Unterstützung bei Kosten, um ihr Engagement langfristig zu sichern.
Durch die Kombination von Bürgerforum, transparentem Service und gezielter Ansprache von Wirtschaft und Ehrenamt will Schopfheim nicht nur die finanzielle Lücke schließen, sondern auch das Vertrauen in die kommunale Verwaltung stärken. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie viele der eingereichten Ideen tatsächlich umgesetzt werden und ob die Stadt damit eine nachhaltige Basis für die nächsten Haushaltsjahre schaffen kann.



