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20 Juni 2026

Wie die Fed-Entscheidung Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen beeinflusst

Die Fed hat ihre Zinsen unverändert gelassen, doch die neuen Prognosen sorgen für Turbulenzen an den Märkten. Bitcoin und Ethereum verlieren an Wert, während Gold und Silber ebenfalls unter Druck geraten.

Wie die Fed-Entscheidung Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen beeinflusst

Die jüngste Sitzung der US-Notenbank Fed hat für erhebliche Unruhe an den Märkten gesorgt. Obwohl die Zinsen unverändert blieben, haben die neuen wirtschaftlichen Prognosen die Stimmung der Anleger deutlich getrübt. Besonders hart getroffen wurden dabei die Kryptowährungenallen voran Bitcoin und Ethereum.

Unter dem Vorsitz von Kevin Warsh blieb das FOMC-Gremium zwar bei den Zinsen von 3,5 bis 3,75 Prozent, doch die angehobenen Inflationsprognosen wirken wie eine kalte Dusche für viele Investoren. Die Märkte reagieren mit deutlichen Verlusten, nicht nur bei den Kryptowährungen, sondern auch bei klassischen Safe-Haven-Assets wie Gold und Silber.

Bitcoin und Ethereum im freien Fall

Die wichtigste Kryptowährung der Welt, Bitcoinnotiert aktuell bei etwa 64.150 Dollar und hat innerhalb von 24 Stunden rund 2,2 Prozent an Wert verloren. Auch Ethereumder zweitgrößte Coin, verzeichnet ein Minus von 3,6 Prozent. Der Abwärtstrend zieht sich durch den gesamten Sektor. So geben XRP und Solana jeweils rund drei Prozent nach. Selbst der Newcomer Hyperliquidder noch am Vortag ein neues Rekordhoch feierte, korrigiert um 1,5 Prozent auf 72 Dollar.

Die Fed und ihre neuen Prognosen

Die offizielle Entscheidung, den Leitzins in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent zu belassen, kam für niemanden überraschend. Doch die neuen Inflationsprognosen der US-Notenbanker haben die Marktbeobachter aufhorchen lassen. Sie gehen nun von einem deutlich langsameren Pfad für Zinssenkungen aus, als sie noch im März in Aussicht gestellt hatten.

Für die Anleger ist das ein klares Signal: Die Fed bleibt alarmiert. Trotz sinkender Energiepreise sehen die Währungshüter weiterhin hartnäckigen Inflationsdruck. Selbst klassische Safe-Haven-Assets wie Gold und Silber gerieten unter Druck, wobei Silber mit einem Minus von vier Prozent besonders stark einbrach.

Neuer Stil im Weißen Haus der Geldpolitik

Die Sitzung markierte nicht nur inhaltlich eine Zäsur, sondern auch kommunikativ. Kevin Warsh präsentierte sich bei seinem Debüt als Chef der Fed als Mann der knappen Worte. Das offizielle Statement war deutlich kürzer als die unter Jerome Powell gewohnten Texte. Auffällig: Die Forward-Guidance, also die konkrete inhaltliche Prognose der künftigen Zinspolitik, fehlte diesmal komplett. Warsh setzt stattdessen auf das reine Präsentieren von Fakten, statt den Markt an die Hand zu nehmen.

Experten sehen darin eine bewusste Abkehr von der bisherigen Transparenzpolitik. Matt Mena, Strategist bei 21Shares, beobachtet den Prozess genau: „Der Markt verdaut derzeit ein eher hawkish ausgerichtetes makroökonomisches Umfeld.“

Das Debüt von Kevin Warsh hat die Erwartungshaltung der Investoren auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Nachricht ist deutlich: Der schnelle Weg zu günstigerem Geld ist vom Tisch. Bitcoin und Co. müssen nun beweisen, dass sie auch in einem Umfeld dauerhaft hoher Zinsen eine attraktive Anlageklasse sein können.

Autor

Jonas Becker