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19 Juni 2026

Krypto-Betrug: Wie ein Teenager mit 13 Millionen Dollar in Miami lebte

Ein 19-jähriger Kanadier lebte in Miami im Luxus, finanziert durch Krypto-Betrug. Doch eine Verkehrskontrolle brachte alles zum Einsturz.

Krypto-Betrug: Wie ein Teenager mit 13 Millionen Dollar in Miami lebte

Ein spektakulärer Krypto-Betrug mit einer Beute von 13 Millionen US-Dollar hat die Behörden auf den Plan gerufen. Im Zentrum der Ermittlungen steht Trenton Richard David Johnston, ein 19-jähriger Kanadier, der sich ein Luxusleben in Miami finanzierte. Doch was wie ein perfekter Plan schien, endete mit einer einfachen Verkehrskontrolle.

Johnston und seine Komplizen sollen durch Social-Engineering-Methoden an die Kryptowährungen ihrer Opfer gekommen sein. Sie gaben sich als Mitarbeiter von Unternehmen wie Google oder Trezor aus und überzeugten ihre Opfer, dass deren Konten kompromittiert seien. Unter diesem Vorwand erhielten sie Zugang zu Wallets und Accounts.

Der Millionendiebstahl und die anschließende Prahlerei

Ein besonders gravierender Vorfall ereignete sich im März 2026, als ein Opfer aus Kalifornien durch fingierte Anrufe dazu gebracht wurde, Zugangsdaten preiszugeben. Kurz darauf verschwanden rund 185 Bitcoin im Wert von etwa 13 Millionen US-Dollar. Bereits wenige Wochen zuvor hatten die Täter auf ähnliche Weise rund 41.000 US-Dollar in Ether erbeutet.

Laut den Ermittlungsunterlagen feierten Johnston und ein Komplize den Coup über den verschlüsselten Messenger Signal. Johnston prahlte damit, man habe „185 BTC geknackt“ und kündigte an: „Und wir sind noch nicht fertig.“ Doch dieser Eindruck sollte sich als fataler Irrtum erweisen.

Luxusleben und Geldwäsche

Anstatt die Beute diskret zu verschieben, gaben die Beteiligten einen erheblichen Teil des Geldes nahezu sofort aus. Mehr als eine Million US-Dollar flossen in Luxusgüter und exklusive Freizeitaktivitäten. Dazu gehörten ein Lamborghini Aventador SVJmehrere BMW-Fahrzeuge, teurer Schmuck, eine angemietete Luxusimmobilie in Miami, Privatjet-Flüge sowie Luxusreisen und Partys.

Der Mitangeklagte Brandon Michael Tardibone, Betreiber eines Luxusfahrzeug-Geschäfts in Miami, soll bei verschiedenen Transaktionen geholfen und die Geldwäsche unterstützt haben. Blockchain-Ermittler ZachXBT brachte Tardibone bereits früh öffentlich mit Geldwäscheaktivitäten im Umfeld von Cyberkriminellen in Verbindung.

Die Verkehrskontrolle und das Ende des Luxuslebens

Der Anfang vom Ende kam nicht durch aufwendige Cyberermittlungen, sondern durch eine einfache Verkehrskontrolle. Im März geriet Johnston in einem Rolls-Royce Cullinan wegen überhöhter Geschwindigkeit in eine Kontrolle. Die Beamten bemerkten einen starken Geruch von Marihuana und fanden 21 mutmaßliche Amphetamin-Tabletten bei ihm.

Doch entscheidender war, dass Johnston nicht allein im Wagen saß. Seine Mitfahrer erklärten den Ermittlern, dass sie Johnston erst im vergangenen Jahr kennengelernt hätten und von seiner Großzügigkeit profitierten. Einen regulären Job habe der Kanadier nicht gehabt. Damit belasteten sie Johnston unmittelbar gegenüber den Behörden.

Die anschließenden Ermittlungen förderten schwerwiegendere Erkenntnisse zutage. Behörden beschlagnahmten Computer, Smartphones und handschriftliche Notizen, auf denen sich Hinweise auf Wallet-Zugänge und Kommunikationsdaten fanden. Durch die Auswertung der Geräte konnten die Ermittler den mutmaßlichen Kryptowährungsbetrug rekonstruieren.

Autor

Jonas Becker