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21 August 2026

Wie der CO2-Preis die Investitionen in Klimaschutz beeinflusst

Eine aktuelle Studie des Ifo-Instituts zeigt, dass niedrige und schwankende CO2-Preise die Investitionen in Klimaschutzprojekte hemmen.

Wie der CO2-Preis die Investitionen in Klimaschutz beeinflusst

Die aktuelle Debatte um den CO2-Preis und seine Auswirkungen auf die Investitionen in Klimaschutzprojekte hat an Fahrt aufgenommen. Eine Studie des Ifo-Instituts zeigt, dass Unternehmen erst bei einem konstant hohen CO2-Preis in klimafreundliche Technologien investieren. Doch was bedeutet das für die Zukunft des Klimaschutzes?

In den letzten Wochen haben extreme Hitzerekorde verheerende Waldbrände und die damit verbundenen menschlichen Tragödien die Dringlichkeit des Klimaschutzes erneut unterstrichen. Organisationen wie Parents for FutureScientists for Future und Greenpeace fordern seit langem einen Klimaaktionsplan um die notwendigen Maßnahmen schnell und effektiv umzusetzen.

Die Rolle des CO2-Preises bei Investitionsentscheidungen

Laut der Ifo-Studie, die 830 Industrieunternehmen befragte, investieren Unternehmen erst dann in klimafreundliche Technologien, wenn der CO2-Preis konstant über 90 Euro pro Tonne liegt. Bei einem niedrigen CO2-Preis von etwa 50 Euro lehnen die meisten Unternehmen Klimaschutzprojekte ab. Erst bei einem erwarteten CO2-Preis von 175 Euro fällt die Entscheidung klar zugunsten klimafreundlicher Investitionen aus.

«Für viele Unternehmen machen planbare CO2-Preise den Unterschied, ob sich etwa eine neue, klimafreundliche Anlage rechnet», erklärt Ifo-Forscher Mathias Dolls. Die aktuellen Preise des europäischen Emissionshandels liegen bei etwa 70 bis 90 Euro was nahe an der Schwelle liegt, ab der Unternehmen beginnen, klimafreundlich zu investieren. Dennoch zögern viele noch.

Preisschwankungen als Hemmnis

Neben der Höhe des CO2-Preises spielen laut der Studie auch Preisschwankungen eine zentrale Rolle. Sobald Unternehmen mit hohen Schwankungen rechnen, warten sie ab und investieren nicht, selbst bei einem hohen Durchschnittspreis. «Verlässliche politische Bedingungen sind daher ausschlaggebend», betont Gerome Wolf ebenfalls Forscher am Ifo-Institut.

Der europäische Emissionshandel das zentrale Klimaschutzinstrument der EU steht derzeit im Zentrum heftiger Debatten. Firmen müssen Rechte zum Ausstoß klimaschädlicher Gase wie Kohlendioxid (CO2) nachweisen. Während einige Branchen wie die Chemieindustrie auf Lockerungen dringen, warnen andere, wie der Stahlkonzern Salzgitter vor einer Rolle rückwärts.

Reformen und politische Entscheidungen

Die EU-Kommission hatte im Juli eine Abschwächung des Emissionshandels vorgeschlagen. Sie will, dass die Gesamtzahl verfügbarer Rechte für den Ausstoß klimaschädlicher Gase langsamer abnimmt. Zudem soll es in bestimmten Bereichen mehr kostenlose Zertifikate geben.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) pocht auf Entlastung für die Wirtschaft. «Die Reform des EU-Emissionshandels muss jetzt so ausgestaltet werden, dass wir industrielle Produktion und energieintensive Unternehmen langfristig in Deutschland halten können», sagte sie kürzlich.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass der CO2-Preis und seine Stabilität entscheidend für die Zukunft des Klimaschutzes sind. Unternehmen benötigen verlässliche Rahmenbedingungen, um in klimafreundliche Technologien zu investieren. Nur so kann der notwendige Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft erreicht werden.

Autor

Jonas Becker