Die Zeit der Riester-Rente neigt sich dem Ende zu. Ab Januar 2027 tritt das neue Altersvorsorgedepot in Kraft, das nicht nur Angestellten, sondern auch Selbstständigen und Beamten staatliche Förderungen bietet. Besonders Gutverdiener können von den neuen Möglichkeiten profitieren, da sie deutlich höhere Summen einzahlen können als für die maximale Förderung erforderlich.
Experten wie Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erwarten eine Vertriebswelle bei Banken und Finanzdienstleistern. Diese werden den steuerlichen Vorteil des Altersvorsorgedepots als Lockmittel nutzen, um Kunden zu gewinnen. Doch was genau bietet das neue Modell – und für wen lohnt es sich?
Steuerliche Vorteile und Förderungen
Das Altersvorsorgedepot bietet nicht nur staatliche Förderungen, sondern auch steuerliche Vorteile. Wer mehr einzahlt, als für die Förderung notwendig ist, kann im Ruhestand von niedrigeren Steuersätzen profitieren. Allerdings kann dies auch teuer werden, wenn die Steuersätze im Ruhestand höher ausfallen als erwartet.
Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität des neuen Modells. Im Gegensatz zur Riester-Rente können Gutverdiener höhere Beträge einzahlen und so ihre Altersvorsorge optimieren. Dies kann besonders attraktiv sein, wenn die Renditechancen an den Kapitalmärkten günstig sind.
Vergleich mit dem schwedischen Modell
Deutschland schaut bei der Altersvorsorge zunehmend nach Schwedenwo die sogenannte Prämienrente seit Jahren erfolgreich läuft. Das schwedische Modell setzt auf transparente Beiträge und automatische Anpassungen, was zu einer langfristigen Stabilität führt. In Deutschland dagegen wächst die Sorge vor steigenden Beiträgen und sinkendem Rentenniveau.
Ein entscheidender Unterschied ist die Kapitalanlage. Während in Schweden alle Erwerbstätigen verpflichtend in die kapitalgedeckte Komponente einzahlen, setzt Deutschland auf freiwillige private Zusatzverträge. Dies hat zur Folge, dass die Riester-Rente viele Erwartungen nicht erfüllt hat, da die Kosten hoch und die Renditen gering waren.
Schweden verzichtet weitgehend auf Garantien, was höhere Renditechancen eröffnet. Auch in der Auszahlungsphase tragen schwedische Sparer teilweise weiterhin das Kapitalmarktrisiko. In Deutschland dagegen investieren viele Anbieter vorsichtiger, was die Renditen schmälert.
Kosten und Rendite
Ein entscheidender Vorteil des schwedischen Systems liegt in seiner zentralen Organisation. Die Rentenbehörde kann durch die Bündelung der Gelder von Millionen Menschen günstigere Konditionen aushandeln. Dies drückt die Kosten erheblich und führt zu höheren Renditen.
In Deutschland liegt der Kostendeckel für das geplante Standardprodukt bei bis zu einem Prozent. Ein Rechenbeispiel der Deutschen Rentenversicherung zeigt, dass bei Kosten von 0,05 Prozent ein Vermögen von rund 145.800 Euro erreicht werden kann, während bei Kosten von einem Prozent nur etwa 118.600 Euro übrig bleiben. Dies unterstreicht die Bedeutung niedriger Kosten für die langfristige Altersvorsorge.
Die Diskussion um die Zukunft der Rente in Deutschland reißt nicht ab. Während Schweden mit seinem Modell erfolgreich ist, sucht Deutschland nach Lösungen, um die Altersvorsorge langfristig stabiler zu machen. Die neuen Möglichkeiten des Altersvorsorgedepots könnten hier einen wichtigen Beitrag leisten.



