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30 September 2026

Premier League erklärt Manchester City schuldig im Finanzskandal

Manchester City wurde wegen massiver Finanzmanipulationen verurteilt – jetzt entscheiden Punktabzug und mögliche Sperre.

Premier League erklärt Manchester City schuldig im Finanzskandal

Die Premier League hat am 29. September 2026 das offizielle Urteil veröffentlicht: Der englische Spitzenklub Manchester City ist in sämtlichen Anklagepunkten schuldig, weil er gegen die geltenden Finanzregeln verstoßen hat. Das Verfahren, das drei Jahre gedauert hat, deckt die Spielzeiten von 2009/10 bis 2017/18 ab – eine Periode, in der City dreimal Meister wurde.

Nach Angaben der unabhängigen Kommission wurden durch Scheinverträge mit Sponsoren Einnahmen in Höhe von 900 Millionen Pfund (etwa eine Milliarde Euro) künstlich erhöht und gleichzeitig Kosten reduziert. Die gefälschten Zahlen wurden sowohl den Wirtschaftsprüfern als auch den Aufsichtsbehörden vorgespielt.

Urteil der unabhängigen Kommission

In 114 von 115 Vorwürfen befand die Kommission die Manchester-City-Verantwortlichen schuldig. Die Verstöße umfassen falsche Angaben zu Sponsoreneinnahmen, unvollständige Offenlegung von Trainer- und Spielergehältern sowie die Überschreitung der Ausgabenobergrenzen, die sowohl von der Premier League als auch von der UEFA festgelegt wurden. Darüber hinaus habe der Klub mehrfach seine Pflicht zur Zusammenarbeit mit den Ermittlern missachtet.

Die Entscheidung wird von Richard Masters, dem Chef der Premier League als „den bedeutendsten Fall in der Geschichte der Liga“ bezeichnet. Die Kommission hat jedoch noch keine endgültige Strafe festgelegt; diese soll in einer separaten Anhörung erörtert werden.

Potenzielle Sanktionen und Reaktionen des Klubs

Für Manchester City stehen gravierende Konsequenzen im Raum: ein massiver Punktabzug ein mögliches Verbot, in der Liga zu spielen, oder sogar ein kompletter Ausschluss aus der Premier League. Der Verein hat bis zum 2. Oktober 2026 Zeit, gegen das Urteil Berufung einzulegen. In einem offiziellen Statement betonte Geschäftsführer Ferran Soriano dass das Verfahren auf einer „Verschwörungstheorie der Premier League“ beruhe und er von einer Verurteilung ausgehe.

Clubchef Khaldoon Al Mubarak richtete sich an die Fans und erklärte, dass die Unschuld des Vereins „unerschütterlich“ sei. Er warf zudem rivalisierenden Clubs vor, den Aufstieg von City aktiv zu behindern. Die Staatssekretärin Nandy bezeichnete die Lage als „unglaublich ernst“, während die Medien bereits über mögliche Geldbußen und weitere Disziplinarmaßnahmen spekulierten.

Hintergrund des langwierigen Untersuchungsverfahrens

Die Anklage gegen Manchester City wurde im Februar 2023 nach mehrjährigen Ermittlungen eingereicht, die durch die Enthüllungen der „Football Leaks“ in einem Spiegel-Artikel ausgelöst wurden. Bereits 2020 wurde City von der UEFA wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play für zwei Jahre von europäischen Wettbewerben ausgeschlossen; diese Sperre wurde jedoch vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) aufgehoben und die Geldstrafe von 30 auf 10 Millionen Euro reduziert.

Der aktuelle Skandal betrifft jedoch eine noch größere Summe und ein länger zurückliegendes Zeitfenster. Die Untersuchungen zeigten, dass der Verein systematisch falsche Jahresabschlüsse eingereicht hatte, um die eigentliche finanzielle Situation zu verschleiern. Sollte die endgültige Anhörung zu einer harten Strafe führen, könnte das die Sportlandschaft Englands nachhaltig verändern und ein starkes Signal an alle Topclubs senden, dass finanzielle Transparenz unverzichtbar ist.

Autor

Jonas Becker