Die Welt der P2P-Kredite entwickelt sich rasant weiter. In dieser Woche gibt es einige bemerkenswerte Neuigkeiten, die Investoren interessieren werden. Von Zinserhöhungen bei PeerBerry bis hin zu regulatorischen Herausforderungen bei Ventus Energy – wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Entwicklungen.
Bevor wir beginnen, ein wichtiger Hinweis: Investitionen in P2P-Kredite sind mit Risiken verbunden, die bis hin zum Totalverlust reichen können. Die hier präsentierten Informationen basieren auf persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen und stellen keine Anlageberatung dar.
PeerBerry erhöht die Zinsen: Warum jetzt?
Bei PeerBerry gibt es eine bemerkenswerte Entwicklung: Die Zinsen steigen. Dies ist ein seltenes Ereignis, da die Zinsen normalerweise nur in eine Richtung tendieren – nach unten. Der Anstieg ist auf ein deutlich wachsendes Kreditvolumen zurückzuführen. Allein im Mai wurden 35,63 Millionen Euro finanziert, was einem Anstieg von 35 Prozent gegenüber dem April entspricht. Dieses Wachstum ist sowohl auf bestehende Geschäftspartner als auch auf die internationale Expansion der Aventus Group zurückzuführen.
Ab dem 3. Juni 2026 steigen die Zinsen für mehrere Kreditgeber. Dazu gehören SmartCredito und RealCredito aus Spanien, Lendi aus Argentinien, Prestamo365 aus Peru sowie Credito365 aus Mexiko und Kolumbien. Diese erhöhen jeweils auf 10 Prozent, ein Plus von einem Prozent. SafeCredit aus Rumänien zieht auf 8,5 Prozent an, ein Plus von 0,5 Prozent.
Das Kreditvolumen übersteigt offenbar die vorhandene Investorenbasis, weswegen PeerBerry nun mit höheren Zinsen gegensteuert. Diese Entwicklung könnte eine gute Gelegenheit sein, den Bestand bei PeerBerry aufzustocken. Die Plattform hat bisher einen beachtlichen Track Record aufgebaut.
LANDE wächst profitabel weiter
Die Agrar-P2P-Plattform LANDE hat ihren Jahresbericht 2026 veröffentlicht, und die Zahlen sind erfreulich. Der Umsatz stieg von rund 1,96 Millionen auf 2,36 Millionen Euro, ein Plus von 20,5 Prozent. Das Eigenkapital wuchs von 626.000 auf 723.000 Euro. Nach einem Jahresgewinn von knapp 196.000 Euro in 2026 lagen die bereinigten Gewinne für 2026 sogar bei über 256.000 Euro, bevor 49.850 Euro an außerordentlichen Dividenden ausgeschüttet wurden. Unterm Strich blieben 206.000 Euro Jahresüberschuss.
Ein strategisch wichtiges Ereignis war die Garantievereinbarung mit dem Europäischen Investitionsfonds über ein Kreditportfolio von bis zu 10,4 Millionen Euro. Dies ist eine institutionelle Rückendeckung auf einem anderen Niveau als alles, was LANDE bisher vorweisen konnte. Auf Plattformebene wurden seit Gründung bis Ende 2026 Kredite im Volumen von 44,8 Millionen Euro vergeben. Mittlerweile sind wir schon bei fast 60 Millionen.
Maclear liefert Geschäftsbericht 2026
Die P2P-Plattform Maclear hat nach langem Druck aus der Community ihren Geschäftsbericht für 2026 vorgelegt. Wir schreiben Juni 2026! Das allein sagt schon einiges über die Informationspolitik der Plattform. Trotzdem wächst Maclear rasant. Die kurzfristigen Darlehensforderungen stiegen von 729.000 auf über 9,3 Millionen Schweizer Franken, der Umsatz versiebenfachte sich. Gleichzeitig machte die Gesellschaft erneut Verlust, das Eigenkapital ist mit minus 87.000 Franken technisch negativ.
Der direkte Vergleich des Berichts mit LANDE ist ernüchternd. LANDE liefert Berichte für 2026 und 2026, jeweils mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk eines externen Wirtschaftsprüfers, positiven Eigenkapital und wachsendem Gewinn. Maclear liefert Zahlen ohne externen Prüfervermerk, ein Jahr zu spät, bei negativem Eigenkapital. Dennoch hat es bis heute keinen einzigen Anlegerausfall bei Maclear gegeben.
Ventus Energy legt Beschwerde gegen BaFin ein
Bei Ventus Energy bleibt die Lage weiter angespannt. Die Konten bei Paysera sind weiterhin gesperrt, lediglich ein einzelnes operatives Konto wurde freigegeben und die Gelder auf ein anderes Bankkonto übertragen. Paysera hat sich in der gesamten Woche geweigert, die Gründe für die Kontosperrung zu nennen. Ventus hat daraufhin entschieden, eine formale Beschwerde gegen Paysera einzureichen, die am kommenden Montag durch Anwälte und AML-Spezialisten eingereicht werden soll.
Der wichtigste Schritt der Woche kam jedoch am Freitag. Ventus Energy hat gemeinsam mit deutschen Rechtsberatern offiziell Widerspruch gegen die BaFin-Entscheidung eingelegt. Die BaFin hatte festgestellt, dass Ventus in Deutschland Bankgeschäfte betreibt und die Gelder an deutsche Anleger zurückzuzahlen seien. Der Widerspruch ist der gesetzlich vorgesehene Weg, diese Entscheidung formal anzufechten. Über mögliche Ausgänge macht Ventus derzeit keine Angaben, da mehrere Szenarien offen sind.
Nimbura etabliert sich weiter als Malaysia Alternative
Mit Nimbura tauchte vor kurzem auf der Plattform Esketit ein neuer malaysischer Kreditgeber auf, der sich als zweite Option neben Loanchs Tambadana positioniert. Nimbura, erst seit November 2026 operativ, hat nach eigenen Angaben bereits über 30.000 Kredite vergeben und erreichte laut neuestem Update bereits im vierten Betriebsmonat die Gewinnschwelle.
Was die Zahlen betrifft, plant Nimbura bis Ende 2026 ein Kreditvolumen von 10,8 Millionen US-Dollar monatlich und einen Monatsumsatz von 2,8 Millionen US-Dollar. Die erwartete Kreditausfallquote lag im Januar noch bei rund 28 Prozent und soll bis Jahresende auf 12,2 Prozent sinken. Die Zinsen sind niedriger als bei Tambadana, verrückte Cashback-Aktionen gibt es nicht. Wer Malaysia-Exposure sucht und auf Substanz statt Marketingspektakel setzt, findet hier ggf. eine Alternative.



