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P2P-kredite kompakt: Bondora-zielen, Crowdpear-rückzahlung und neue Kreditgeber

Die Welt der P2P-Kredite bleibt in Bewegung: In diesem Überblick stelle ich fünf Entwicklungen vor, die für private Anleger relevant sind. Einige Plattformen haben technische Funktionen zurückgebracht, andere berichten wieder öffentlich über Kennzahlen, und es gibt neue Kreditgeber mit attraktiven Renditen. Bitte beachte: Investitionen in P2P-Kredite tragen Risiken bis zum möglichen Totalverlust. Die folgenden Abschnitte fassen die Fakten zusammen und erklären, welche Auswirkungen die Neuerungen auf Anlegerkonten haben können.

Vorab ein kurzes Wort zur Methodik: Ich berichte hier ausschließlich über öffentlich verfügbare Informationen und eigene Beobachtungen. Hinweise zu Affiliate-Links und eine generelle Warnung vor Anlageentscheidungen findest du im Schlussabschnitt. Die fünf Meldungen behandeln Bondora Go & Grow, Crowdpear, Loanch, InSoil Finance und Income Marketplace mit dem neuen Kreditgeber Pinjam Yuk.

Bondora Go & Grow: individuelle Ziele wieder möglich

Bei Bondora kehrt die lange gewünschte Ziele-Funktion in das Angebot von Go & Grow zurück. Nutzer können nun wieder mehrere Sparziele innerhalb eines Kontos anlegen, die jeweils einen Namen, Betrag und ein Wunschdatum erhalten. Die Funktion wird schrittweise ausgerollt und ist bereits in der neuen App-Version verfügbar. Wichtig: Bondora kommuniziert, dass die gesamte Rendite-Struktur unverändert bleibt und Anleger weiterhin bis zu 6 Prozent pro Jahr erreichen sollen. Das Umverteilen von Guthaben zwischen Zielen ist möglich; das Feature eignet sich damit sowohl zum gezielten Sparen als auch zur besseren Übersicht.

Praxisnutzen und Grenzen

Für viele Nutzer ist die Wiederverfügbarkeit der Ziele ein Plus bei der finanziellen Organisation: Wer mehrere Sparzwecke hat, kann mit separaten Töpfen arbeiten, ohne mehrere Konten eröffnen zu müssen. Trotzdem bleibt entscheidend, dass Renditeangaben keine Garantie sind und Liquidität sowie Verfügbarkeit von Ein- und Auszahlungen weiterhin von Bondoras operativem Rahmen abhängen. Die Funktion ist eher ein organisatorisches Werkzeug als eine neue Anlageklasse.

Crowdpear und das zurückgeholte Projekt Ateities 11

Crowdpear hat das ausgefallene Immobilienprojekt Ateities 11 vollständig abgewickelt und insgesamt 97.487 Euro inklusive aufgelaufener Zinsen an Investoren ausgezahlt. Der Erlös stammt aus dem Verkauf der hinterlegten Sicherheiten abzüglich notwendiger Verwertungskosten. Das Projekt war bereits 2026 ausgefallen; in meinem persönlichen Portfolio führte die Rückzahlung dazu, dass ein zuvor verbuchter Ausfall gestrichen werden konnte. Ein konkretes Beispiel: Aus 100 Euro Einsatz wurden 120,83 Euro zurückerhalten, was zeigt, dass besicherte Immobilienfinanzierungen auch nach einem Default noch Rückflüsse erzeugen können.

Auswirkungen auf Kennzahlen

Durch die Rückholung verbessert sich laut Crowdpear die Plattformstatistik; die angegebene Gesamt-Ausfallrate liegt nun bei rund 0,87 Prozent. Für Anleger bedeutet das: Besicherte Projekte können im Ausfallfall einen Teilverlust vermindern, aber sie eliminieren das Risiko nicht vollständig. Bei Bewertungen und Portfolio-Analysen sollten weiterhin Liquidationskosten und Zeiträume berücksichtigt werden.

Loanch, InSoil Finance und Income Marketplace: drei weitere Signale

Loanch nennt erstmals einen konkreten Zeitrahmen für die Wiederfreischaltung von Ein- und Auszahlungen: Die Plattform hat den Zahlungsdienstleister MultiPass angebunden und plant, Ein- sowie Auszahlungen bis zum 30. April wieder vollständig zu ermöglichen. Die Migration von Geldern vom bisherigen Anbieter Quicko zu MultiPass und abschließende Tests sollen zwischen dem 20. und 26. April stattfinden. Loanch arbeitet zudem an einer zweiten Anbindung zur Erhöhung der Redundanz; ob dies die Anlegervertrauen nach drei Monaten ohne Auszahlungsfunktion vollständig wiederherstellt, bleibt offen.

InSoil Finance hat nach längerer Pause einen Performance-Report vorgelegt und weist für das erste Quartal 2026 ein finanziertes Volumen von rund 4,47 Millionen Euro aus. Anleger sollen bislang mehr als 5,3 Millionen Euro an Zinsen und Rückzahlungen erhalten haben; der durchschnittliche Return liegt bei 13,67 Prozent. Erwähnenswert sind die sogenannten Green Loans, von denen sieben als zurückgezahlt gelistet sind, jedoch mit sehr niedrigen Renditen zwischen 0 und 0,8 Prozent. Die Rückkehr zu regelmäßigen Reportings ist ein Schritt Richtung mehr Transparenz, aber die Kontinuität muss sich noch beweisen.

Auf Income Marketplace wurde mit Pinjam Yuk ein indonesischer Kreditgeber neu gelistet. Das 2018 gegründete Unternehmen bietet Konsumentenkredite in Rupiah an; gelistete Ratenkredite kommen mit einer Rendite von etwa 15 Prozent pro Jahr bei einer erwarteten Laufzeit von rund 94 Tagen. Alle Kredite haben eine Buyback-Verpflichtung, und der sogenannte Junior Share variiert zwischen 15 und 33 Prozent, je nach Status des Kreditnehmers. Pinjam Yuk ist laut Angaben lizenzpflichtig bei der Aufsichtsbehörde OJK und gehört zur Surfin Gruppe.

Hinweis zu Risiken und Quellen

Abschließend der Hinweis: Diese Zusammenfassung ersetzt keine Anlageberatung. Informationen stammen aus den offiziellen Mitteilungen der Plattformen und eigenen Recherchen; Affiliate-Links können vorhanden sein. Investitionen in P2P-Kredite sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Bevor du investierst, prüfe sorgfältig die Bedingungen, Sicherheiten und die Bonität der Anbieter sowie die Bedeutung von Begriffen wie Buyback-Verpflichtung oder Junior Share.

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