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29 August 2026

Neue Vorschriften der SEC für Krypto-Assets: Was Investoren wissen müssen

Die US-Börsenaufsicht SEC arbeitet an weitreichenden Reformen für den Krypto-Markt. Neue Regeln sollen die Verwahrung von digitalen Vermögenswerten und die Kapitalbeschaffung durch Start-ups vereinfachen.

Neue Vorschriften der SEC für Krypto-Assets: Was Investoren wissen müssen

Die US-Börsenaufsicht SEC steht vor einem bedeutenden Wandel in der Regulierung von Krypto-Assets. Mit neuen Vorschlägen will die Behörde die Unsicherheiten im Umgang mit digitalen Vermögenswerten beseitigen und den Markt für Investoren und Unternehmen transparenter gestalten.

Am 25. August 2026 übermittelte die SEC einen Regelungsvorschlag an das Office of Management and Budget des Weißen Hauses. Dieser Vorschlag zielt darauf ab, klare Vorgaben für Vermögensverwalter zu schaffen, die Krypto-Assets ihrer Kunden verwahren. Gleichzeitig plant die SEC neue Rahmenbedingungen für die Kapitalbeschaffung durch Krypto-Start-ups.

Neue Regeln für die Verwahrung von Krypto-Assets

Die SEC will mit den neuen Vorschriften die Verwahrung von Krypto-Assets durch Vermögensverwalter präzisieren. Paul Atkins der Chef der SEC, betont die Notwendigkeit, die Behörde zu modernisieren und den schnell wachsenden Markt für digitale Vermögenswerte besser zu regulieren.

Der Vorschlag sieht vor, dass Vermögensverwalter klare Richtlinien erhalten, wie sie mit Krypto-Assets umgehen müssen. Dies soll die Sicherheit und Transparenz für Investoren erhöhen und das Vertrauen in den Markt stärken. Die neuen Regeln könnten bereits in Kürze in Kraft treten, sobald sie von den zuständigen Gremien genehmigt werden.

Kapitalbeschaffung für Krypto-Start-ups vereinfachen

Am 14. August 2026 stimmte die SEC über einen neuen Rahmen zur Kapitalbeschaffung für Krypto-Unternehmen ab. Dieser Rahmen, oft als Regulation Crypto bezeichnet, soll Start-ups einen einfacheren Weg zur Kapitalbeschaffung eröffnen. Ähnlich wie bei Ausnahmeregelungen für kleinere Unternehmen in anderen Branchen, könnten Krypto-Start-ups künftig leichter an Investitionen gelangen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des neuen Rahmens ist die Möglichkeit für Token, ihren Status als Wertpapiere abzulegen, sobald das zugrunde liegende Netzwerk ausreichend dezentralisiert ist. Dies könnte für viele Projekte eine erhebliche Erleichterung darstellen, da sie sich nicht mehr an strenge Wertpapiervorschriften halten müssten.

Der Digital Asset Market Clarity Act im Senat

Parallel zu den SEC-Vorschlägen hängt der Digital Asset Market Clarity Act im US-Senat fest. Dieser Gesetzesentwurf soll die Aufsicht über Kryptomärkte zwischen der SEC und der CFTC aufteilen. Während etablierte Token wie Bitcoin und Ethereum unter die Zuständigkeit der CFTC fallen würden, würde sich das Wertpapierrecht auf Kapitalbeschaffung und ähnliche SEC-regulierte Aktivitäten konzentrieren.

Senats-Mehrheitsführer John Thune hat für den 15. September 2026 ein Cloture-Votum angesetzt, das mit 60 Stimmen die Debatte beenden müsste. Allerdings wäre der Gesetzentwurf damit noch nicht verabschiedet. Die ungelösten Streitpunkte umfassen Ethikregeln für Amtsträger mit Krypto-Bezug, Schutzmaßnahmen für Softwareentwickler sowie Bedenken der Bankenbranche.

Die Rolle der CFTC

Michael Selig der Vorsitzende der CFTC, betonte, dass seine Behörde unabhängig vom Kongress eigene Vorschriften für den Kryptomarkt erlassen werde, sollte die Gesetzgebung nicht vorankommen. Die CFTC hat bereits Regelungsvorschläge ausgearbeitet und will diese im Rahmen von Project Crypto vorantreiben.

Diese Koordination zwischen SEC und CFTC adressiert eine langjährige Branchenbeschwerde: das regulatorische Rätselraten darüber, ob die SEC oder die CFTC für einen bestimmten Token oder eine Handelsplattform zuständig ist. Für Anleger wäre eine klare Zuständigkeitstrennung ein greifbarer Fortschritt.

Auswirkungen auf Start-ups und Banken

Für Krypto-Start-ups könnte die Abstimmung vom 14. August 2026 einen schnelleren und günstigeren Weg zur Kapitalbeschaffung in den USA eröffnen. Dies wäre eine wichtige Erleichterung, da viele Start-ups bisher ins Ausland ausweichen mussten, um an Investitionen zu gelangen.

Für traditionelle Banken geht der Druck in die andere Richtung. Bankenkoalitionen wehren sich gegen Krypto-Prämienprogramme, die Zinszahlungen ähneln und Einlagen von Sparkonten abziehen könnten. Schlanke Fintech-Banken stehen bereit, genau diese Nachfrage zu bedienen.

Sowohl die SEC-Sitzung am 14. August als auch das Cloture-Votum am 15. September werden zeigen, wie aggressiv Behörden ihre bestehenden Befugnisse nutzen und ob der Clarity Act genügend Rückhalt für seine erste ernsthafte Bewährungsprobe im Senat findet.

Autor

Jonas Becker