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3 November 2026

Krypto-Markt abstürzt: Was den Rückgang am 3. November trieb

Bitcoin verliert über 2 % und sinkt unter 77.000 $. Ein Zusammenspiel aus Hack, Zins‑Entscheidung, Tech‑Schwäche, Wahlunsicherheit und Liquidationen treibt den Markt nach unten.

Krypto-Markt abstürzt: Was den Rückgang am 3. November trieb

Am Dienstagmorgen, dem 3. November 2026, notierte Bitcoin bei rund 76.600 $, was etwa 2 % unter dem Vortag liegt und deutlich unter der psychologisch wichtigen 80.000-$-Marke. Auch andere digitale Assets wie Ethereum (ca. 2.250 $) und Solana (unter 95 $) verloren an Boden. Der Rückgang ist nicht zufällig, sondern das Ergebnis mehrerer sich verstärkender Faktoren.

1. Der Binance-Hack und das Vertrauen der Nutzer

Der Angriff auf Binance am vergangenen Donnerstag, bei dem rund 6 Milliarden $ an Kryptowerten entwendet wurden, ist mit Abstand der größte Diebstahl in der Geschichte des Sektors. Noch am selben Abend fiel der Bitcoin-Preis von etwa 78.700 $ auf unter 77.000 $. Obwohl die Plattform bereits einzelne Auszahlungen wieder freigegeben hat, bleibt das Vertrauen der Kunden stark erschüttert. Jede noch so kleine Unklarheit über die Herkunft von Mitteln in einer Börsen-Wallet wird nun als potenzielle zweite Gefahr wahrgenommen. Deshalb hat die Warnung des BTCPay Server am Morgen einen zusätzlichen psychologischen Druck erzeugt.

2. Geldpolitische Härte der US-Notenbank

Die Federal Reserve ließ am 28. Oktober den Leitzins unverändert zwischen 3,75 % und 4,00 % liegen und stimmte sogar für eine mögliche Erhöhung. Anleger hatten bis Jahresende mit einer Zinssenkung gerechnet; das verpasste Signal führte zu einer schnellen Neubewertung von Risiko-Assets, zu denen Kryptowährungen zählen. Da der Kryptomarkt rund um die Uhr handelt, spiegeln sich solche geldpolitischen Wendungen sofort in den Kursen wider.

3. Technologieaktien und US-Midterms – doppelte Belastung

Bitcoin reagiert seit Langem ähnlich wie Aktien mit hohem Beta, insbesondere solchen des Nasdaq-100. Der jüngste Ausverkauf von Chip- und KI-Unternehmen setzte den Kryptomarkt ebenfalls unter Druck. Gleichzeitig stehen am 4. November die US-Zwischenwahlen (Midterms) an – ein makroökonomisches Ereignis, das Unsicherheit schürt. Viele Händler vermeiden deshalb gehebelte Positionen und schließen offene Trades, um das Risiko eines unvorhersehbaren Wahlergebnisses zu minimieren.

4. Liquidationen verstärken den Abwärtstrend

Ein fallender Preis löst automatisch Zwangsverkäufe von gehebelten Long-Positionen aus. In der Nacht nach dem Binance-Hack wurden innerhalb einer Stunde über 600 Millionen $ an Positionen liquidiert, weitere 88 Millionen $ folgten in den nächsten 24 Stunden. Der größte Teil der Liquidationen betraf Long-Positionen, die auf steigende Kurse gesetzt hatten. Dieser Mechanismus erzeugt eine Kettenreaktion, die den Preis weiter nach unten drückt, solange der Hebel nicht vollständig abgebaut ist.

5. Institutionelle Abflüsse aus Bitcoin-ETFs

Parallel zu den Ereignissen an den Spot-Märkten haben institutionelle Anleger massive Mittel aus Bitcoin-ETFs abgezogen. Am 2. November betrugen die Nettoabflüsse 398,6 Millionen $, wobei allein der BlackRock-IBIT 405,3 Millionen $ zurückgab. Die Verluste folgen dem größten Tagesabfluss seit Juni, der am 30. Oktober bei 643,3 Millionen $ lag. Auch Ethereum-ETFs verzeichneten am selben Tag 140 Millionen $ Abflüsse. Diese Kapitalabgänge spiegeln das schwindende Vertrauen institutioneller Investoren wider.

Technisch gesehen liegt die kurzfristige Unterstützung für Bitcoin bei etwa 76.400 $ bis 76.500 $, während ein Widerstand bei rund 78.000 $ und ein weiteres Niveau um 79.500 $ zu beobachten sind. Der Relative Strength Index (RSI) liegt bei 34,26 und befindet sich somit unter dem gleitenden Durchschnitt, was auf schwache Kaufkraft hinweist. Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) bleibt negativ, was das Abwärtstempo bestätigt.

Zusammengefasst ist der aktuelle Ausverkauf primär das Ergebnis von Nachrichten- und Positions-dynamik, nicht aber von einer dauerhaft gebrochenen Markt-These. Der Binance-Hack ist isoliert, die Fed-Entscheidung bereits eingepreist, und die Midterms stehen erst in wenigen Stunden an. Solange die 200-Tage-Linie bei ca. 73.200 $ gehalten wird, könnte es sich um einen reinen Durchlauf handeln. Ein Durchbruch würde den nächsten Zielbereich um 70.000 $ öffnen. Anleger sollten in dieser Phase Hebel meiden und sich auf stabile, gut abgesicherte Positionen konzentrieren.

Autor

Anna Schmidt