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28 Juni 2026

König Charles III. macht Steuererklärung öffentlich: Was bleibt im Dunkeln?

König Charles III. hat seine Steuerzahlungen für das Jahr 2026/25 veröffentlicht. Die Offenlegung ist ein Novum, doch Experten bemängeln mangelnde Transparenz.

König Charles III. macht Steuererklärung öffentlich: Was bleibt im Dunkeln?

In einer beispiellosen Geste der Transparenz hat König Charles III. seine Steuerzahlungen für das Jahr 2026/25 öffentlich gemacht. Mit dieser Offenlegung setzt der britische Monarch ein Zeichen für mehr Rechenschaftspflicht innerhalb der Monarchie. Doch nicht alle sind von den veröffentlichten Daten überzeugt.

Die Steuererklärung des Königs zeigt, dass er im vergangenen Steuerjahr insgesamt 12,9 Millionen Pfund (rund 16,1 Millionen Euro) an Einkommens- und Kapitalertragsteuer abgeführt hat. Dies entspricht einer Steigerung von etwa 1 Million Pfund im Vergleich zum Vorjahr. Auch sein Sohn, Prinz William hat seine Steuerdaten veröffentlicht und gab an, 7,76 Millionen Pfund gezahlt zu haben.

Ein historischer Schritt mit begrenzter Reichweite

Die Veröffentlichung der Steuerdaten ist ein ungewöhnlicher Schritt, da der König anders als andere Bürger nicht verpflichtet ist, seine Steuerangelegenheiten öffentlich zu machen. Das Königshaus begründet die Offenlegung mit dem Wunsch, das Vertrauen in die Monarchie zu stärken. Bereits als Prince of Wales hatte Charles freiwillig Einblicke in seine Steuerzahlungen gegeben, doch als regierender Monarch tut er dies nun erstmals.

Die Bekanntgabe erfolgte im Rahmen der Vorstellung der Königlichen Finanzen. Dabei wurde auch bekannt, dass der private Wohnsitz von Charles III. und Königin Camilla nach Abschluss der milliardenschweren Sanierung nicht der Buckingham Palast sein wird. Das prunkvolle Gebäude bleibt zwar das zeremonielle und administrative Zentrum der Monarchie, doch das Königspaar wird weiterhin im nahe gelegenen Clarence House wohnen. Durch den Verzicht auf eine private Nutzung soll mehr Raum für Besucher und öffentliche Veranstaltungen geschaffen werden.

Kritik an der unvollständigen Offenlegung

Trotz der neuen Offenheit gibt es deutliche Kritik an den Royals. Experten bemängeln, dass die veröffentlichten Daten unvollständig und selektiv sind. Dan Neidle von der Denkfabrik Tax Policy Associates bezeichnete die Veröffentlichungen als „höchst undurchsichtig“. Er kritisierte, dass nicht klar sei, wie viel der König an Kapitalertragsteuer und wie viel an Einkommensteuer gezahlt hat. Zudem fehlen Informationen über abzugsfähige Ausgaben, die das zu versteuernde Einkommen beeinflussen.

Auch Professor Atul Shah Experte für forensische Buchführung, beklagte mangelnde Transparenz. „Wir haben definitiv keine Ahnung vom Gesamtbild des Vermögens des Königs und der Königsfamilie“, sagte er im Gespräch mit Sky News. Die bisherige Veröffentlichung bezeichnete er als „partiell, unvollständig und selektiv“.

Private Einkommensquellen und Kritik an den Kosten

Zu den privaten Einkommensquellen des Königs gehören unter anderem Erträge aus Investitionen und Einnahmen aus seinen privaten Anwesen wie Balmoral in Schottland. Auch das Herzogtum Lancaster verschafft dem Monarchen Jahr für Jahr ein Millioneneinkommen. Dabei handelt es sich um ein privates Portfolio aus Landbesitz, Immobilien und Investitionen.

Kritiker wie der ehemalige Innenstaatssekretär Norman Baker zeigen die veröffentlichten Zahlen vor allem, dass das Einkommen der Royals enorm ist. Warum sie dem Steuerzahler trotzdem so teuer zu stehen kämen, müsse aufgeklärt werden. „Wenn Charles und auch William davon sprechen, die Monarchie zu verschlanken, wollen wir, dass die Kosten gesenkt werden und nicht nur weniger Leute auf dem Balkon des Buckingham-Palasts stehen“, sagte er der BBC zufolge.

Die Offenlegung der Finanzen erfolgt in einer Phase, in der das Königshaus verstärkt auf Transparenz setzt. Nach anhaltender Kritik wegen der Affäre um Prinz Andrew und dessen Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bemüht sich Charles, die Monarchie als moderne und rechenschaftspflichtige Institution zu präsentieren.

Autor

Anna Schmidt