Johann Lafer, eine der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Kochszene, steht vor einer doppelten Herausforderung. Neben seiner unheilbaren Krebserkrankung kämpft er mit den finanziellen und persönlichen Folgen eines Steuerskandals. In mehreren Interviews gibt er Einblicke in seinen Alltag, seine Therapie und seine Strategien, um mit diesen Belastungen umzugehen.
Die Diagnose eines Non-Hodgkin-Lymphoms im Januar 2026 hat sein Leben verändert. Seitdem hat er mehrere Zyklen Chemotherapie hinter sich gebracht. ‚Eine Chemotherapie ist kein Spaziergang‘, erklärt Lafer. ‚Es gibt viele Varianten dieses Lymphdrüsenkrebses, und man weiß nicht von vornherein, welche Behandlung die richtige ist.‘ Trotz der körperlichen Belastung zeigt er sich zuversichtlich.
Die öffentliche Bekanntgabe der Krankheit
Im Mai 2026 machte Lafer seine Krankheit in der ZDF-Sendung ‚Fernsehgarten‘ öffentlich. Dieser Schritt war für ihn nicht leicht, da er lange mit sich gerungen hatte. ‚Ich habe lange gehadert, meine Krankheit in die Öffentlichkeit zu tragen‘, gesteht er. ‚Aber ein zentraler Aspekt von Öffentlichkeit ist heute Transparenz.‘
Die Reaktionen auf seine Bekanntgabe waren vielfältig. Viele Menschen zeigten sich betroffen von seinem veränderten Aussehen, das durch die Chemotherapie verursacht wurde. ‚Ich habe Hunderte Meldungen und Mutmaßungen in den sozialen Netzwerken und in den Medien lesen können‘, berichtet Lafer. Trotz der negativen Aspekte fühlte er sich nach der Bekanntgabe erleichtert. ‚Es war wie ein Befreiungsschlag, weil ich keine Ausrede mehr brauchte.‘
Die finanzielle Situation nach dem Steuerskandal
Neben seiner gesundheitlichen Belastung kämpft Lafer auch mit den finanziellen Folgen eines Steuerskandals. 2014 wurde er wegen Steuerhinterziehung verurteilt. ‚Ich war am Boden‘, gibt er zu. ‚Mir ist es gelungen, aus diesem dunklen Loch wieder herauszukommen, aber das war nicht ohne.‘
Die Verurteilung hatte nicht nur finanzielle, sondern auch persönliche und berufliche Konsequenzen. ‚Die Dramatik, die dahintersteckt, auch persönlich, ist mit meiner Diagnose ja doppelt schwer‘, erklärt Lafer. Trotz der Herausforderungen zeigt er sich entschlossen, nicht aufzugeben. ‚Ich hoffe, dass die Menschen verstehen, dass Johann Lafer nicht größenwahnsinnig ist, sondern dass ich mich in einer Situation befinde, in der ich nicht aufgeben möchte und kann.‘
Der Umgang mit der Krankheit im Alltag
Trotz seiner gesundheitlichen und finanziellen Belastungen arbeitet Lafer weiter. ‚Ich wollte gerne weiterarbeiten und kann es auch‘, betont er. ‚Deswegen habe ich so gut wie keine Termine abgesagt.‘ Die Arbeit gibt ihm Halt und Struktur. ‚Die Arbeit tut mir gut. Aber ich versuche auch zu lernen, auf meinen Körper zu hören und mal Verantwortung abzugeben.‘
Eine der größten Herausforderungen für Lafer ist der Verlust seines Geschmackssinns durch die Chemotherapie. ‚Für mich als Koch ist das ja entscheidend‘, erklärt er. ‚Deshalb habe ich diesen Verlust wohl als noch extremer empfunden.‘ Dennoch zeigt er sich optimistisch. ‚Viele der Nebenwirkungen haben sich abgemildert, auch mein Geschmack ist zurückgekommen.‘
Lafer nutzt seine Krankheit auch als Chance, neue Erfahrungen zu machen. Ohne seinen markanten Schnurrbart wird er nicht mehr so leicht erkannt. ‚Das entspannt‘, sagt er. ‚Ich habe mich sogar getraut zu feilschen. Das wäre vor einem Jahr noch unmöglich gewesen.‘
Trotz aller Herausforderungen zeigt Johann Lafer eine bemerkenswerte Resilienz. Er kämpft nicht nur gegen seine Krankheit, sondern auch gegen die finanziellen und persönlichen Folgen des Steuerskandals. Sein Mut und seine Offenheit machen ihn zu einem Vorbild für viele.



