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26 August 2026

Hamburg plant erste grüne Anleihe zur Finanzierung von Klimaprojekten

Hamburg plant die Ausgabe einer grünen Anleihe, um Klimaprojekte zu finanzieren und neue Investoren zu gewinnen. Finanzsenator Andreas Dressel betont die Notwendigkeit zusätzlicher Kredite.

Hamburg plant erste grüne Anleihe zur Finanzierung von Klimaprojekten

Hamburg steht vor großen Herausforderungen im Bereich Klimaschutz, Energiewende und Infrastruktur. Um diese zu bewältigen, plant die Stadt die Ausgabe einer grünen Anleihe (Green Bond) in Höhe von mindestens 500 Millionen Euro. Diese soll nicht nur die Finanzierung von Klimaprojekten ermöglichen, sondern auch neue Investoren anziehen.

Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) betonte die Notwendigkeit zusätzlicher Kredite, um die geplanten Investitionen in Höhe von rund drei Milliarden Euro pro Jahr zu finanzieren. Die Zinsen sind höher als noch vor wenigen Jahren, was die Zinskosten zu einer ernsthaften Herausforderung für den Haushalt macht. Die Stadt sucht daher nach neuen Wegen, an Geld zu kommen.

Grüne Anleihen als Kapitalmarktinstrument

Der Senat hat die FinanzServiceAgentur (FSA) beauftragt, die erste grüne Anleihe für die Freie und Hansestadt Hamburg vorzubereiten. Die Emission ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 geplant. Im Gegensatz zu bisherigen nachhaltigen Finanzierungen einzelner städtischer Unternehmen sollen diesmal Vorhaben aus dem Kernhaushalt und der gesamten Stadtwirtschaft in einem gemeinsamen Finanzprodukt gebündelt werden.

Green Bonds sind festverzinsliche Anleihen, deren Erlöse ausschließlich ökologisch nachhaltigen Projekten zugeordnet werden. Die Anleihe tritt an die Stelle einer klassischen Landesschatzanweisung im Rahmen der regulären Kreditaufnahme. Welche Projekte am Ende finanziert werden, steht noch nicht fest. Genannt wurden Investitionen in die Mobilitäts- und Wärmewende energetische Gebäudesanierung, Klimaanpassung und Hochwasserschutz.

Internationale Geldgeber und günstige Finanzierungskonditionen

Um geeignete Vorhaben der Stadt und ihrer Unternehmen herauszusuchen, erarbeitet die Stadt ein Rahmenwerk nach den internationalen Green Bond Principles. Eine unabhängige Agentur soll das Rahmenwerk überprüfen. Später muss Hamburg offenlegen, welchen Projekten die Einnahmen zugeordnet wurden und welche Wirkung sie erzielt haben.

Für Hamburg ist der Green Bond vor allem ein Kapitalmarktinstrument. Viele, insbesondere internationale Fonds, investieren ausschließlich in nachhaltige Anleihen. Für diese Anleger kommen klassische Hamburger Wertpapiere nicht infrage. Auch Anleger, die ihr Geld diverser streuen dürfen, könnten durch den Green Bond erstmals auf Hamburg aufmerksam werden.

Die Hoffnung auf günstige Finanzierungskonditionen ist ein weiterer Anreiz. Nachhaltige Anleihen sind häufig stark nachgefragt. Übersteigt die Nachfrage das angebotene Volumen deutlich, kann dies die Zinskosten senken. Wie groß dieser Effekt ausfällt, wird sich allerdings erst bei der Platzierung zeigen.

Kritik und Herausforderungen

Die CDU kritisiert die Pläne und warnt vor höheren Schulden und steigenden Zinslasten. Der haushaltspolitische Sprecher Thilo Kleibauer bezeichnete die Ankündigung als nicht neu und verwies auf den hohen Aufwand bis zur geplanten Emission Ende 2026 oder Anfang 2027.

Trotz der Kritik bleibt Hamburg bei seinem Plan, das Instrument dauerhaft zu etablieren. Nach dem Aufbau des Regelwerks sollen möglichst weitere Green Bonds folgen. Nach Angaben der FSA wäre zunächst ein Rhythmus von etwa zwei Jahren denkbar, später auch häufigere Emissionen.

Hamburg kann dabei auf Erfahrungen mit ähnlichen Instrumenten zurückgreifen. Die städtische Investitions- und Förderbank legte bereits 2016 einen Social Bond für die soziale Wohnraumförderung auf. Die Hochbahn und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein platzierten 2026 einen Green Bond über 500 Millionen Euro. Die Hamburger Energiewerke nahmen 2026 über einen grünen Schuldschein 400 Millionen Euro für den Umbau der Wärmeversorgung auf.

Autor

Jonas Becker