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9 Oktober 2026

Finanzbehörde und Regierung prüfen Manchester City nach Liga-Urteil

Manchester City kämpft gegen ein Liga‑Urteil wegen Milliarden‑Scheinverträgen – nun prüfen Finanzamt und Regierung das Vorgehen und drohen harten Sanktionen.

Finanzbehörde und Regierung prüfen Manchester City nach Liga-Urteil

Manchester City legte am 2. Oktober 2026 in England formell Berufung gegen das Urteil einer unabhängigen Premier League-Kommission ein.

Die Angelegenheit gewann an Bedeutung, weil die Kommission Verstöße über neun Spielzeiten feststellte und von manipulierten Verträgen sprach, durch die nach Schätzungen rund eine Milliarde Euro an Kosten verschleiert worden seien. HM Revenue and Customs (HMRC) und politische Entscheidungsträger schalteten sich ein. Letzte Aktualisierung: 4. Oktober 2026

Warum der Fall weitreichend ist

Die unabhängige Kommission stellte mehr als 100 Verstöße fest, darunter zahlreiche sham contracts und gefälschte Sponsoring-Deals, die nach Ansicht der Prüfer dazu dienten, Liga-Regeln zu umgehen und finanzielle Verpflichtungen zu verschleiern. Die Untersuchung nannte explizit einen Zeitraum von neun Spielzeiten und schätzte die durch diese Praktiken verschleierten Kosten auf etwa eine Milliarde Euro. Damit berühre der Fall sowohl sportliche Integrität als auch steuerliche Pflichten.

Berufung, Argumente des Klubs und rechtlicher Ablauf

Manchester City reichte fristgerecht eine umfassende Berufung gegen das Kommissionsurteil ein und bezeichnete das Urteil als fehlerhaft in Recht, Prinzipien und Fakten. Der Klub argumentierte, er verfüge über „umfassende Beweise“, die die Anschuldigungen entkräften würden, und forderte eine erneute, unabhängige Bewertung. Das Berufungsverfahren vor dem unabhängigen Ausschuss blieb bis zur Entscheidungsverkündung vertraulich; das endgültige Strafmaß wurde noch nicht terminiert.

Diskutierte Sanktionen reichten laut vorliegenden Informationen von hohen Geldstrafen über Punktabzug in der laufenden Saison bis zu einem erzwungenen Abstieg oder der Aberkennung bereits gewonnener Titel. Sollte die Berufung scheitern, könnten diese Maßnahmen wahrscheinlich umgesetzt werden.

Steuerprüfung durch HMRC und parlamentarische Kontrollen

Parallel zur sportrechtlichen Auseinandersetzung kündigte HM Revenue and Customs an, die Vorwürfe eingehend zu prüfen. Anlass war ein Bericht der Organisation Tax Policy Associates der auf mögliche Steuerhinterziehungen durch die genannten Scheinverträge hinwies und darlegte, dass Einnahmen sowie Sozialversicherungsbeiträge nicht ordnungsgemäß abgeführt worden sein könnten.

Ein parteiübergreifender Finanzausschuss des Parlaments unter Leitung von Meg Hillier forderte eine Zusicherung von HMRC, dass die Bedeutung des Falls anerkannt werde. Der Ausschuss betonte, dass steuerliche Aspekte nicht getrennt von der Bewertung der sportlichen Integrität betrachtet werden dürften. Sollte HMRC Unregelmäßigkeiten feststellen, drohten nachträgliche Nachzahlungen und mögliche strafrechtliche Konsequenzen.

Politische Reaktionen und Rolle von Andy Burnham sowie der FA

Premierminister Andy Burnham reagierte über seinen Sprecher und stellte klar, dass niemand über den Regeln stehen dürfe; in einer Formulierung der Sprecherkommunikation wurde die Aussage „über den Regeln“ wiedergegeben. Zuvor hatte Burnham Investitionen der Eigentümergruppe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hervorgehoben, äußerte aber zugleich, dass Verstöße konsequent geahndet werden müssten.

Der englische Fußballverband FA erklärte, das Urteil habe „erhebliche Auswirkungen auf die Integrität des Spiels“. Die FA prüfte die Konsequenzen und behielt sich weitergehende Maßnahmen vor, nannte aber bislang keine konkreten Schritte.

Der Fall zog breite Aufmerksamkeit von Fans, Politikern und Wirtschaftsexperten auf sich, da das Ergebnis weitreichende Folgen für die finanzielle Struktur großer europäischer Klubs und deren Eigentümer haben könnte. Die weitere Entwicklung hänge sowohl von der Entscheidung des Berufungsausschusses als auch von den Ergebnissen der HMRC-Prüfung ab.

Autor

Markus Weber