In diesem Beitrag erkläre ich, warum ich meinen SPDR MSCI ACWI IMI vollständig verkauft habe und wie ich die Erlöse verwalte. Nach einem fast anderthalbjährigen Test mit einer 1-ETF-Lösung habe ich die Position aus einem einfachen Grund aufgelöst: Ich brauche Geld für bevorstehende Immobilien-Investitionen. Dabei ging es mir weniger um eine fundamentale Einschätzung des ETFs als um pragmatisches Liquiditätsmanagement. Die praktische Umsetzung und die konkreten Zahlen stelle ich im Folgenden dar.
Rückblick auf das 1‑ETF‑Experiment
Seit September 2026 lief mein Sparplan ausschließlich auf den SPDR MSCI All Country World Investable Market ETF, mit einem wöchentlichen Sparbetrag von 250 Euro (also 1.000 Euro pro Monat). Ziel war es, die Depotpflege zu vereinfachen und ein wirklich globales Weltportfolio mit einem Produkt abzubilden. Der ETF deckt Industrie- und Schwellenländer sowie Small Caps ab, wodurch er für eine 1-ETF-Lösung besonders geeignet erscheint. Bis Mitte April 2026 hatte sich ein Bestand aufgebaut, der den Test sinnvoll abrundete und Erfahrungen zur Praktikabilität einer solchen Strategie lieferte.
Der Verkauf: konkrete Zahlen und Ablauf
Am 23. April 2026 habe ich meine gesamte Position veräußert: 2.087,804598 Anteile zum Kurs von 11,41 Euro pro Anteil. Laut meiner Order bei Trade Republic ergab sich ein Bruttogewinn von 1.955,80 Euro beziehungsweise 8,94 Prozent. Nach Steuern und Gebühren blieben mir 23.305,01 Euro Nettoerlös; die Orderkosten betrugen wie gewohnt 1 Euro. Diese Summe stellt nun die gezielte Liquiditätsreserve für meine geplanten Immobilieninvestitionen dar und ist bewusst aus dem kurzfristigen Aktienmarkt-Risiko genommen.
Warum nicht Market Timing?
Den Verkauf interpretiere ich nicht als Versuch, den Markt zu timen. Ich habe nicht darauf gesetzt, einen Crash vorherzusehen oder den Top-Exit zu treffen. Stattdessen war die Entscheidung eine pragmatische Reaktion auf bevorstehende Ausgaben: Wenn Kapital in den nächsten Monaten tatsächlich benötigt wird, sollte es nicht mehr voll dem kurzfristigen Aktienmarktrisiko ausgesetzt sein. Würden die Märkte fallen, müsste ich später deutlich mehr Anteile verkaufen, um denselben Betrag zu erhalten. Dieses Risiko wollte ich vermeiden.
Cash-Management: Umzug zu Scalable Capital
Die frei gewordene Liquidität habe ich nicht bei Trade Republic belassen. Dort gibt es aktuell 2 Prozent Zinsen p.a., monatlich ausgezahlt. Ich habe das Geld in zwei Schritten transferiert: erst zu meinem Girokonto bei der ING, dann weiter zu Scalable Capital, wo das neue Tagesgeldkonto derzeit 2,5 Prozent p.a. bietet, ebenfalls mit monatlicher Ausschüttung. Bei größeren Beträgen macht der Unterschied von 0,5 Prozentpunkten durchaus einen spürbaren Betrag pro Jahr aus, daher war der Wechsel für mich logisch.
Rückkehr zum 6‑ETF‑Weltportfolio
Mit dem Verkauf des SPDR-ETFs ist mein Depot wieder auf die ursprüngliche Zusammensetzung mit sechs ETFs zurückgegangen. Der Gesamtwert der verbleibenden Positionen liegt aktuell bei 220.631,93 Euro, nach 218.465,77 Euro zum Jahresanfang 2026 – ein Plus von rund 1,0 Prozent. Dieser vergleichsweise moderate Zuwachs erklärt sich nicht allein durch Marktbewegungen: Ich habe zusätzlich Anteile des iShares msci world Small Cap an die Depots unserer Kinder übertragen, weshalb mein persönliches Depot etwas kleiner wirkt.
Neuer, kleiner Sparplan
Obwohl ich Liquidität aufbaue, habe ich wieder einen kleinen Sparplan aktiviert, um die Saveback-Funktion meiner Trade Republic Visa Card weiter zu nutzen. Dies erfolgt nun nicht mehr auf den bisherigen thesaurierenden Small‑Cap‑ETF, sondern auf den Xtrackers MSCI World Small Cap UCITS ETF (ISIN: IE000ISS8DB2), der ausschüttend ist. Der ETF hat einen TER von 0,25 Prozent p.a. und passt zu meinem Ziel, gezielt Small Caps mit Ausschüttungen zu besparen.
Ausblick und Fazit
Für die nächsten Monate lautet das Motto: Liquidität sichern. Mein 6‑ETF-Portfolio bleibt investiert, und der kleine Sparplan läuft weiter. Größere Aktienkäufe stehen derzeit nicht im Fokus, weil ich flexibel bleiben möchte, falls konkrete Immobilienkäufe anstehen. Der Verkauf des SPDR MSCI ACWI IMI war keine Absage an den ETF; vielmehr war es eine pragmatische Umverteilung von Kapital in eine Form, die mir Planbarkeit und Handlungsfähigkeit verschafft. Langfristig bleibt die Strategie flexibel: eine robuste Grundausrichtung plus die Möglichkeit, bei Bedarf Mittel schnell verfügbar zu haben.