Im September 2026 hat Debitum, eine regulierte Plattform für P2P-Kredite, ein neues Produkt namens Flow auf den Markt gebracht. Dieses Produkt zielt darauf ab, Liquidität und Planbarkeit für Investoren zu bieten, indem es eine feste Verzinsung von 8% pro Jahr anbietet. Als langjähriger Nutzer der Plattform seit 2019 bin ich besonders gespannt auf dieses neue Angebot und möchte meine Erfahrungen und Erkenntnisse mit Ihnen teilen.
Debitum Flow unterscheidet sich von klassischen P2P-Investments, bei denen Anleger selbst Forderungen oder Projekte auswählen. Stattdessen investieren Sie in von Debitum ausgewählte, besicherte Notes mit einer festen Verzinsung von 8% pro Jahr. Diese Zinsen werden täglich ausgezahlt, was das Produkt besonders attraktiv macht. Zudem bietet Flow die Möglichkeit, eine vorzeitige Rückzahlung zu beantragen, was es flexibler macht als klassische Festzinsanlagen.
Die Finanzierungspartner hinter Debitum Flow
Hinter Debitum Flow stehen zwei Finanzierungspartner: LFDF II und Baltic Terra. LFDF II stellt die Senior Notes die im Falle von Problemen bei den zugrunde liegenden Forderungen einen vorrangigen Rückzahlungsanspruch haben. Baltic Terra wird kurzfristig hinzugeschaltet. Die Notes laufen über 5 Jahre, was Flow zu einer langfristigen Festzinsanlage macht. Debitum Flow ist EU-reguliert nach MiFID II, was für zusätzliche Aufsicht sorgt.
Wie funktioniert die Auszahlung bei Debitum Flow?
Der besondere Clou von Debitum Flow liegt in der Art und Weise, wie Rückzahlungsanfragen abgewickelt werden. Bei Beträgen bis 1.000 EUR erfolgt die Auszahlung in der Regel am nächsten Werktag. Größere Summen werden wöchentlich ausgezahlt, wobei bis zu 5.000 EUR pro Zyklus möglich sind. Alle Anfragen werden nach dem Prinzip First in, First out abgearbeitet, was eine faire Abwicklung gewährleistet. Zudem laufen die Zinsen während der Wartezeit weiter, was für Anleger besonders vorteilhaft ist.
Die Liquiditätsmechanik im Detail
Die Liquidität bei Debitum Flow speist sich aus zwei Quellen: neuen Investitionen anderer Anleger und einer Liquiditätsreserve, die von den Finanzierungspartnern finanziert, aber von Debitum gehalten wird. Diese Konstruktion schafft eine gewisse Trennung und sorgt für eine belastbare Struktur. Allerdings ist die Höhe dieser Reserve öffentlich nicht beziffert, was die Bewertung der Liquiditätsmechanik erschwert.
Ein wichtiger Punkt im Kleingedruckten ist, dass die Notes weder Kreditverbesserungen noch Liquiditätsunterstützung für Zins- oder Kapitalzahlungen genießen. Dies bedeutet, dass vorzeitige Rückzahlungen rechtlich lediglich ein unverbindlicher Vorschlag sind, über den der Emittent nach eigenem Ermessen entscheidet. Die FIFO-Warteschlange ist also eine freiwillige Kulanzregelung von Debitum, keine vertraglich garantierte Mechanik.
Welche Risiken gibt es bei Debitum Flow?
Trotz der attraktiven Rendite und der flexiblen Auszahlungsoptionen gibt es bei Debitum Flow einige Risiken zu beachten. Dazu gehören das Kreditrisiko da Rückzahlungen von der Fähigkeit der Emittenten abhängen, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Zudem besteht ein Liquiditätsrisiko da vorzeitige Auszahlungen von der verfügbaren Liquidität und der Position in der Warteschlange abhängen. Debitum Flow ist kein Einlagen- oder Sparkonto, und Auszahlungsanträge garantieren weder eine sofortige noch eine vollständige Rückzahlung.
Ein weiteres Risiko ist die Konzentration auf die Finanzierungspartner. Fällt einer der beiden Partner aus oder gerät in wirtschaftliche Schwierigkeiten, wirkt sich das unmittelbar auf das gesamte Produkt aus. Zudem ist Debitum Flow noch unerprobt, und es gibt keinen eigenen Track Record, der zeigt, wie sich das Produkt in unterschiedlichen Marktphasen verhält.
Rechtlich ist die vorzeitige Auszahlung reine Kulanz des Emittenten, kein einklagbarer Anspruch. Wer auf Flow als liquide Anlage mit Komfortfunktion setzt, sollte wissen, dass diese Komfortfunktion im Ernstfall ersatzlos wegfallen kann, ohne dass das eine Vertragsverletzung wäre.



